Tag: Oktober 22, 2010

Peres: Israel muss Verständis für Nahost-Haltung der USA haben

Israels Präsident Shimon Peres hat an seine Landsleute appelliert, mehr Verständnis für die Forderungen der USA im Nahost-Friedensprozess aufzubringen.
Die Freundschaft mit den USA sei für Israel überlebenswichtig, sagte Peres in am Freitag veröffentlichen Äusserungen. Ein Ende des Konflikts mit den Palästinensern würde die Position der USA im Nahen Osten stärken und dabei helfen, den Iran zu isolieren. „So wie die Vereinigten Staaten sich bemühen, die Sicherheitsbedürfnisse Israels zu verstehen, müssen auch wir Israelis die Sicherheitsbedürfnisse der Vereinigten Staaten verstehen“, sagte Peres.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weigert sich derzeit, einer Forderung der USA nachzukommen und einen Baustopp in israelischen Siedlungen im Westjordanland zu verlängern. An der Frage des Siedlungsbaus drohen die erst jüngst wieder aufgenommenen Nahost-Friedensgespräche zu scheitern. Die USA sind der wichtigste politische und militärische Verbündete Israels. Derzeit bemühen sie sich darum, mit Hilfe internationaler Sanktionen gegen das Atomprogramm des Iran vorzugehen.

Bombardier-Werk Görlitz baut Züge für Israel

Beim weltgrössten Bahntechnikhersteller Bombardier Transportation profitiert das Werk im sächsischen Görlitz von einem Auftrag aus Israel. Für 132 Millionen Euro sollen 78 Doppelstockwagen an die dortige Staatsbahn geliefert werden, wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte. Vereinbart wurde zudem eine Option auf weitere Lieferungen. Aus dem Werk in Görlitz sind schon 147 Doppelstockwagen an die israelische Bahn geliefert worden.

Baubeginn des grössten unterirdischen Notmedizinzentrums

Neben dem Rambam-Medizinzentrum in Haifa begann man diese Woche mit dem Bau des grössten unterirdischen Notmedizinzentrums der Welt. 36 Stunden hintereinander wurde eine enorme Menge Beton gegossen um die Grundfesten zu legen. Ariyeh Berkovitz, der Direktor der Technikabteilung des Medizinzentrums meinte, dass soviel in diesen Bau einbezogen wurde, dass selbst zwei Tage danach im Norden und in Zentralisrael kein Beton gegossen wurde. Im Mai 2012 soll der Bau fertig sein und soll in Friedenszeiten als Parkplatz für die 1.500 Angestellten genutzt werden und im Kriegsfall kann er ganz schnell in eine Notkrankenhaus mit 2.000 Betten umgewandelt werden und kann biologischen, chemischen und konventionellen Angriffen standhalten.

UNESCO kritisiert archäologische Grabungen in Jerusalem

Die UNESCO hat sich am Donnerstag besorgt über archäologische Grabungen Israels in der Altstadt von Jerusalem geäussert. Diese liefen den Beschlüssen der Vereinten Nationen und des Weltsicherheitsrates zuwider, betonte der Exekutivrat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Paris in einer Erklärung.
Die Palästinenser befürchten trotz der grossen Entfernung, dass die Grabungen die Stabilität der Al-Aksa-Moschee gefährden könne. Der Exekutivrat betonte erneut die Bedeutung der Jerusalemer Altstadt für die grossen Weltreligionen und beklagte zugleich die Blockade des Gazastreifens. Dies meldet die Nachrichtenagentur dpa.
Die Patriarchengräber in Hebron und das Grab Rahels bei Bethlehem seien integraler Bestandteil der besetzten Palästinensergebiete, fügte der Rat hinzu. Jede einseitige israelische Aktivität gelte als Verletzung von internationalem Recht. In der Erklärung wird auch vor negativen Folgen im kulturellen wie im Bildungsbereich durch die Sicherheitsanlage zum Westjordanland gewarnt, die Israel nach zahlreichen Selbstmordattentaten gebaut hat.

Warnung gegen einseitige Staatsausrufung

Israels Regierung warnte die Palästinenser, sollten sie vor der UNO einseitig ohne Israels Zustimmung ihren selbstständigen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 ausrufen, wird Israel ebenso einseitige Schritte unternehmen, die dies verhindern werden. Ministerpräsident Netanjahu forderte die Palästinenser auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, weil eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts nur durch Verhandlungen möglich sei.

Schnyder und Co. kämpfen in Israel um Rückkehr in Weltgruppe II

Das Schweizer Fedcup-Team muss Anfang Februar die Basis für eine Rückkehr in die Weltgruppe II im Nahen Osten legen. Der Internationale Tennis-Verband ITF vergab die Gruppenspiele der Europa-/Afrika-Zone an Eilat in Israel.
Gemäss Erik Keller, dem Vize-Präsidenten von Swiss Tennis, werden die bestklassierten Schweizer Spielerinnen Timea Bacsinszky (WTA 41) und Patty Schnyder (WTA 43) der Equipe um Captain Christiane Jolissaint zur Verfügung stehen.

Die Gegner sind noch nicht bekannt. Die Auslosung der vier Vierergruppen erfolgt kurz vor dem Turnier. Jede Partie besteht aus zwei Einzeln und einem Doppel. Zwei Nationen qualifizieren sich in Israel für die Aufstiegsspiele vom April.
Das Schweizer Fedcup-Team war im letzten Jahr in die Europa-/Afrika-Zone abgestiegen und hatte heuer in Portugal (ohne Bacsinszky und Stefanie Vögele) nach einer Niederlage gegen Slowenien die Aufstiegsspiele verpasst.

Chavez hofft auf „Befreiung“ der Golanhöhen

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat sich am Donnerstag in Damaskus mit seinem syrischen Amtskollegen Bashar Assad getroffen und dabei seiner Unterstützung der Forderung Ausdruck verliehen, Israel solle die Golan-Höhen an Syrien zurückgeben.
„Ich hoffe, dass der Tag kommen wird, da ich den Golan besuchen kann, nachdem er befreit ist“, so Chavez, der sich am Tag zuvor noch in Teheran mit Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad für eine „neue Weltordnung“ stark gemacht hatte.
Bei seinem Treffen mit Assad sagte er noch, man befinde sich gemeinsam „im Angriff, um den Sturz der imperialistischen Mächte zu beschleunigen, damit wir eine neue, balancierte Welt bekommen“, wobei er versicherte: „Mit der Hilfe von Millionen von Führern, wie dem tapferen Führer Assad, werden wir in wenigen Jahren eine neue Welt erreichen und die alte Welt vergessen, die auf Unterdrückung basiert.“
Assad sagte, er unterstütze den Aufruf Venezuelas, die „westliche Einmischung“ in nahöstliche Angelegenheiten zu beenden.

12 Millionen Euro für fünf Autofahrer pro Tag

Nachdem auf Druck von Friedensaktivisten linker Parteien der Oberste Gerichtshof Israel dem Militär befahl, die Autobahn 443 zwischen Jerusalem und Modiin auch für Palästinenser aus der Westbank wieder zu öffnen, stellte es sich jetzt heraus, dass nur fünf palästinensische Wagen pro Tag diese Strasse nutzen. Für die Sicherheitsvorkehrungen an der Strasse, einschließlich einem hochmodernen Kontrollpunkt wurden 12 Millionen Euro investiert.

Lateinamerika: Eine halbe Million Unterschriften für Schalit

Die Organisation AMISRAEL hat in Lateinamerika über eine halbe Million Unterschriften zur Unterstützung von Gilad Schalit gesammelt. Dabei wird der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva aufgefordert, sich direkt an den Bemühungen um eine Freilassung des entführten Soldaten zu beteiligen.
Am Donnerstag teilte AMISRAEL auf einer Pressekonferenz in Jerusalem mit, dass innerhalb von nur zwei Wochen mehr als fünf Millionen Menschen in Lateinamerika den Aufruf unterschrieben hätten. Die Non-Profit-Organisation hoffe, in weiteren zwei Wochen die Millionenmarke zu überschreiten. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Frieden zu fördern und Israel zu unterstützen.
Zudem stellte AMISRAEL eine Resolution vor, die mittlerweile 15 Parlamente in lateinamerikanischen Ländern verabschiedet haben. Damit haben sie die Verletzung von Schalits Menschenrechten anerkannt und die Befreiung des Israelis gefordert. Der Vater des Verschleppten, Noam Schalit, war bei der Pressekonferenz zugegen. Dies berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Jitzchak Schamir wird heute 95 Jahre alt

Der ehemalige Ministerpräsident des Likud, Jitzchak Schamir, feiert heute seinen 95. Geburtstag. Er war der 7. Ministerpräsident des Staates. Von allen Ministerpräsident des jüdischen Staates ist er der einzige der es bis zu diesem Alter schaffte. Bundespräsident Christian Wulff liess durch einen Gesandten der Botschaft in Tel Aviv an Familie Schamir einen Glückwunschbrief überbringen. Er sagte darin, dass er eine Schlüsselposition im Bau des Staates innegehabt und bei der Schaffung des Bildes von Israel in der Welt mitgewirkt hat. Schamir lebt jetzt in einem Pflegeheim und wird oft von seiner Familie besucht. David Ben-Gurion starb im Alter von 87 Jahren, Golda Meir wurde 80 und Menachem Begin 79 Jahre alt. Ministerpräsident Netanjahu feierte gestern seinen 61. Geburstag.