Tag: Oktober 26, 2010

Türkische Friedensaktivisten besuchen Islamischen Dschihad

Das Schiff Viva Palestina 5 mit „Friedensaktivisten“ an Bord, welches kürzlich im Hafen von Al-Arisch einlief, hatte nicht nur humanitäre Hilfe für die Einwohner von Gaza geladen, sondern auch enthusiastische Türken, die diese Gelegenheit zu einem Besuch der lokalen Mitglieder des Islamischen Dschihads nutzten.
Auf Bildern, die Ynet erhalten hat, sind Türken mit Waffen und Raketenwerfern zu sehen. Während der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan weiterhin Israel scharf kritisiert und eine Entschuldigung für den „Staatsterrorismus“ fordert, legten zwei türkische Gäste die Uniform der Al-Quds-Brigaden an, dem militärische Flügel des Islamischen Dschihads.
Die Bilder vom Besuch der türkischen Delegation wurden anfänglich auf der website der al-Quds Brigaden als Teil der Berichterstattung ihres Besuchs aufgeschaltet . Die Gesichter der Gäste wurden verzerrt, aber kurz Zeit später wurden die Fotos wieder von der website genommen, vermutlich aus Angst, die Türken könnten verletzt werden.
Während ihres Besuches in Gaza besuchte die türkische Delegation verschiedene Posten des Islamischen Dschihads. Ein Gast soll zu den gunmen der Gruppe gesagt habe, dass sie „eine Quelle des Stolzes für alle anständigen Völker in der arabischen und muslimischen Welt sind“. Er bezeichnete sie als „Vorfront des Kampfes gegen die Zionisten“.
Die türkischen Gäste priesen die palästinensischen Aktivisten und sagten „Ich bin stolz hier mit Euch zu sein, die ihr so viel für die muslimische Nation geopfert habt. Das ganze türkische Volk, sowie die Araber und Muslime beten für Euren Sieg, unterstützen Euch und stärken Euch“.
Zwischenzeitlich hat am Montag die Turkel-Kommission, welche zur Untersuchung des tödlichen Marine Einsatz gegen die türkische Marmara Ende Mai ernannt wurde, die Aussagen von zwei israelischen Arabern angehört, die sich an Bord der Marmara während des Vorfalls befanden.
Einer der Angehörten, Hamed Abu Dabous aus Rahat, wurden von den Kommissions-Mitgliedern nach der Fernseh-Ansprache befragt, in der einer der Anführer der Flottille zum gewaltsamen Widerstand aufrief und sagte, dass wenn die IDF Soldaten versuchten, die Kontrolle über das Schiff zu gewinnen, „ wir sie ins Meer schmeissen werden“.

Streit um Geschichtsbuch

Das israelische Bildungsministerium und die Schüler einer Oberstufenklasse in Südisrael streiten über die Zulassung eines Geschichtsbuches im Unterricht. Das Buch mit dem Titel „Die gegenseitige Geschichtsschreibung kennenlernen“ stellt sowohl die israelische als auch die palästinensischer Sicht dar. Sein Gebrauch wurde vom Ministerium untersagt, während die Schüler gerne mehr über die palästinensische Meinung erfahren würden.
Seine Entscheidung begründet des Bildungsministerium laut der Zeitung „Ha´aretz“ mit formalen Regeln: Weil das Buch nicht ausdrücklich für den Schulgebrauch zugelassen sei, dürfe es nicht verwendet werden. Auf den Inhalt nimmt das Ministerium keinen Bezug.
Dennoch wollen die Schüler nach einem Bericht von „Ha´aretz“ das Lehrbuch nachdrücklich für den Unterricht nutzen. Sie hegen den Verdacht, das Ministerium wolle kein Buch im Geschichtsunterricht zulassen, das die palästinensische Geschichtsschreibung darlegt. Ein Schüler vermutet: „Offenbar glaubt das Bildungsministerium, dass wir den Palästinensern Recht geben würden, sobald wir deren Geschichtserzählung lernen.“ Sie haben den Eindruck, das Ministerium unterschätze ihre Intelligenz. Doch die Schüler wollen nicht mehr als „kleine Kinder“ angesehen werden, die leicht zu manipulieren seien. Ihr Interesse gilt der Position der Palästinenser, um darüber besser urteilen zu können. Der bisherige Gebrauch des Buches im Unterricht habe den Zionismus der Schüler sogar noch verstärkt.
Ein israelischer und ein palästinensischer Professor haben gemeinsam…

Israel verhindert Schulen neben Hamas-Stützpunkt

Israel hat die Errichtung mehrerer Schulen in der Nähe eines Hamas-Stützpunktes in Gaza untersagt. Die Sicherheitsbehörden befürchten nach eigenen Angaben, dass die radikal-islamische Organisation die Bildungseinrichtungen als Schutzschild missbrauchen könnte.
Der Antrag für die Baugenehmigung hatte das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) gestellt. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ Israel habe nach entsprechender Überprüfung der Bitte stattgegeben, acht Schulen im Gazastreifen erbauen zu dürfen. Ein weiterer Antrag über vier geplante Bildungseinrichtungen sei hingegen wegen der Nähe zu einer Hamas-Anlage in Gaza abgelehnt worden. Für dieses Projekt dürfe kein Baumaterial in das palästinensische Gebiet gebracht werden.
Israel schätze es an sich, wenn die UNRWA Schulen im Gazastreifen errichte, fügte der Sicherheitsvertreter hinzu. Daher gestatte es internationalen Organisationen, Ausrüstung in das Gebiet zu bringen. Wenn das UN-Hilfswerk einen neuen Bauplatz vorschlage, werde die Angelegenheit erneut untersucht und wie in vielen anderen Fällen genehmigt.

Hamas will Haifa und Akko „befreien“

Die Hamas will die israelischen Städte „Haifa und Akko zusammen mit anderen Armeen der Welt befreien“. Das kündigte der Innenminister der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Fathi Hammad, am Montag an.
Hammad sprach vor Studenten an der Hochschule für Wissenschaft und Technologie in Chan Junis im südlichen Gazastreifen. In seiner Rede warnte er davor, dass sich Israel auf eine „weitere Schlacht gegen den Gazastreifen vorbereitet, um den palästinensischen Widerstand zu entwurzeln“. Der Innenminister lobte die internationalen Konvois, die Gaza trotz der israelisch-ägyptischen Blockade erreichten. Diese übermittelten den Palästinensern die Botschaft, am „Dschihad und am Widerstand festzuhalten“.
Laut Hammad leide Israel noch immer unter seiner „Niederlage und Demütigung“ während der Operation „Gegossenes Blei“ gegen die Hamas im Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/2009. „Die Führer des zionistischen Gebildes haben Angst, in europäische Länder zu reisen, weil sie fürchten, dass sie verhaftet und bestraft werden.“

Reporter kehrt nach Israel zurück

Uri Blau, ein Reporter der linksorientierten israelischen Tageszeitung „Ha`aretz“, der mit 1500 von der Armee gestohlenen Geheimdokumenten im Januar ins Ausland geflohen war, kehrt nach Israel zurück. Erst nachdem seine Anwälte ein Abkommen mit dem Staat abgeschlossen hatten, erklärte er sich zu diesem Schritt bereit. Die Dokumente, von denen viele als „Geheim“ oder „Streng geheim“ eingestuft worden waren, hatte er von der Soldatin Anat Kamm erhalten, die diese wiederum während ihres Militärdienstes in den Jahren 2006-7 dem Militär widerrechtlich entwendet hatte. Sie hatte Zugriff zum Computer des damaligen Kommandeurs des Zentralbezirks des Militärs, Generalmajor Jair Naveh und kopierte 2000 Dateien, die sie später an Blau übergab.

Sieg für Israel im Debattierclub von Cambridge

Auswärtssiege sind für Israel nichts Alltägliches, schon gar nicht auf Schauplätzen wie der Universität von Cambridge. Am vergangenen Donnerstag jedoch hat Israel einen unerwarteten Triumph im berühmten Debattierclub der Universität eingefahren.
Der Debattierclub veranstaltet seit seiner Gründung im Jahr 1815 regelmässig Streitgespräche über akademische und politische Fragen und hat schon Persönlichkeiten wie Winston Churchill, den Dalai Lama und Ronald Reagan zu Gast gehabt.
Die Debatte am Donnerstag ging um die Frage, ob Israel ein „Schurkenstaat“ sei, der sich nicht an das internationale Recht halte. Aufgrund der Bedeutung der Einrichtung hatte die israelische Botschaft in London entschieden, ihren politischen Berater Ran Gidor – selbst ein Cambridge-Absolvent – in die Diskussion zu schicken. Er wurde begleitet von Shiraz Maher, einem früheren Islamisten, der inzwischen ein grosser Unterstützer Israels geworden ist.
Die Gegenseite wurde von der Journalistin Lauren Booth, Schwägerin des früheren britischen Premierministers Tony Blair und als konvertierte Muslimin eine der führenden pro-palästinensischen Aktivistinnen in Grossbritannien, sowie Mark McDonald repräsentiert, dem Vorsitzenden der Friends of Palestine & Middle East Association der Labour-Partei.

OECD lobt israelische Landwirtschaft

Ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur grünen Besteuerung in verschiedenen Ländern lobt die Landwirte in Israel dafür, wie sie gelernt haben, mit verknappten Wasserquoten und Preisanstiegen umzugehen. Trotz dieser widrigen Trends sei es der israelischen Landwirtschaft geglückt, leistungsfähig zu bleiben und die Produktion zu steigern.

Als Beispiel nennt der Bericht, dass den Obstbauern in der ersten Hälfte des Jahrzehnts das Wasser um ein Drittel gekürzt wurde, sie ihren Ertrag aber dennoch um 42% zu erhöhen vermochten. Als die Wasserpreise stiegen, reagierten die Landwirte darauf, indem sie nur 75% der Quote ausnutzten.

Die Anpassung an die erschwerten Bedingungen ist den israelischen Landwirten u.a. durch die verstärkte Verwendung von geklärten Abwässern sowie innovative Bewässerungsmethoden (z.B. die Tröpfchenbewässerung) gelungen.

Israel: Vorbereitung auf den „Tag danach“

Israels Aussenministerium bereitet sich auf den Tag nach der Bekanntmachung vor, dass der Iran eine Atombombe besitzt und alle Versuche der UNO, das Atombombenprogramm zu stoppen, gescheitert sind. Man will unter allen Umständen einen nuklear bewaffneten Iran als Nachbarn verhindern, möglichst auf diplomatischem Weg. Alle Optionen seien noch offen, wurde aus dem Ministerium mitgeteilt. Für den Fall, dass Israel ausländischen Medien zufolge nicht mehr die einzige Atommacht in der Region ist, werden Pläne ausgearbeitet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich in Jerusalem mit dieser Realität abgefunden hat, sondern lediglich, dass man darauf vorbereitet sein wolle. „Du bereitest dich auf eine Naturkatastrophe vor, obwohl du alles in deiner Macht Stehende tust, um diese Katastrophe abzuwenden“, so ein Beamter des Aussenministeriums. Angeblich sei der Nationale Sicherheitsrat ebenfalls damit beschäftigt, ähnliche Pläne auszuarbeiten.

Ayalon kritisiert Communiqué der Vatikan-Nahostsynode

Israels stellvertretender Aussenminister Danny Ayalon hat am Sonntag das Communiquè der Synode zur Lage der Christen im Nahen Osten kritisiert, das zum Abschluss des zweiwöchigen Treffens von den teilnehmenden Bischöfen verabschiedet wurde.

„Wir sind enttäuscht, dass diese wichtige Synode zu einem Forum für politische Angriffe gegen Israel im besten Stil arabischer Propaganda geworden ist“, so Ayalon. „Die Synode wurde von einer antiisraelischen Mehrheit gekapert.“

Der Vizeaussenminister kritisierte insbesondere Kommentare des Erzbischofs Cyrille Salim Boutros, dem Leiter des für das Communiquè zuständigen Komitees: „Wir sind besonders entsetzt über die von Erzbischof Boutros während der Pressekonferenz verwendete Sprache. Wir rufen den Vatikan dazu auf, sich von den Kommentaren des Erzbischofs Boutros zu distanzieren, die eine Verleumdung des jüdischen Volkes und des Staates Israel darstellen und nicht als die offizielle Position des Vatikans dargestellt werden sollten. Die empörenden Äusserungen dürfen keinen Schatten auf das wichtige Verhältnis zwischen dem Vatikan, dem Staat Israel und dem jüdischen Volk werfen.“

Flüge aus Dänemark nach Israel werden wieder aufgenommen

Nach dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 wurden die Direktflüge zwischen Kopenhagen und Israel aus Angst vor terroristischen Anschlägen eingestellt. Ab dem 1. November 2010 wird die dänische Fluggesellschaft Cimber Air wieder sechs Flüge pro Woche zwischen Kopenhagen und dem Ben-Gurio-Flughafen bei Tel Aviv durchführen. Dies wird die bisherige Reisezeit von neun Stunden auf nur viereinhalb Stunden verkürzen. Zwischen Januar und September dieses Jahres kamen 47.400 Touristen aus den Ländern Dänemark, Schweden, Finland und Norwegen nach Israel. Dies bedeutet, entsprechend den Aussagen des Tourismusministeriums, einen Anstieg um 16 % gegenüber 2009. Diese Strecke schliesst sich einer vor kurzem erneuerten Charterroute zwischen Norwegen und Israel an. Weitere Chartergesellschaften aus den skandinavischen Staaten sollen folgen.