Monat: November 2010

Ukrainische Zeitschrift ehrt israelische Botschafterin

Das ukrainische Magazin „Focus“ hat die israelische Botschafterin Zina Kalay Kleitman unter die zehn einflussreichsten Ausländerinnen in Osteuropa gewählt. Während ihrer Amtszeit war die Visumspflicht zwischen Israel und der Ukraine aufgehoben worden.
Wie die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ berichtet, hat das renommierte Magazin jedoch bei der Begründung einen anderen Schwerpunkt: Die Israelin sei in die Liste aufgenommen worden, weil sie einen Beitrag dazu geleistet habe, dass „ukrainische Verbrecher, die sich derzeit im Heiligen Land aufhalten“, nun ausgeliefert würden. Kalay Kleitman, die ihre vierjährige Amtszeit im Sommer beendet, sagte allerdings gegenüber der israelischen Zeitung: „Ich bin nicht verantwortlich dafür und weiss nicht, ob wir jemanden auszuliefern haben. Diese Angelegenheit wird auf einer professionellen Ebene behandelt; definitiv nicht von mir oder dem Aussenministerium.“
Die Botschafterin fügte hinzu: „Ich sehe es als Ehre an. Ich habe genauso viel beigetragen wie jeder andere Botschafter oder Diplomat. Ich bin sehr froh, dass das Abkommen zur Aufhebung der Visa während meiner Amtszeit unterzeichnet wurde.“
Der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Jossi Levi, teilte mit, das Ministerium sei „sehr stolz auf unsere Botschafterin in Kiew. Es zeigt, dass ein guter Botschafter seine Handschrift auf dem sozialen und kulturellen Leben des Landes hinterlassen kann, in dem er dient“.

Israel heisst dreimillionsten Touristen willkommen

Am internationalen Ben-Gurion Flughafen nahe Tel Aviv wurde der dreimillionste Tourist in diesem Jahr begrüsst. Der überraschte Gast kam mit einer Maschine aus dem brasilianischen Sao Paulo. Grund zum Feiern gab es für das Tourismusministerium, weil damit der alte Rekord von 2008 gebrochen werden konnte. Tourismusminister Stas Misezhnikov erwartet bis Ende diesen Jahres insgesamt 3,4 Mio. Touristen in Israel.

Facebook hilft israelischer Armee

Religiöse Jüdinnen sind in Israel vom Wehrdienst befreit. Deshalb geben sich immer wieder säkulare junge Frauen als strenggläubig aus. Mit Hilfe des sozialen Netzwerkes „Facebook“ hat die Armee in den vergangenen zwei Jahren 1.000 Lügnerinnen überführt.
Ein Militärvertreter teilte am Montag mit, eine Frau habe ihren jüdischen Glauben als Grund für die Wehrdienstverweigerung genannt. Später habe sie über Facebook ein Foto gepostet, auf dem sie die Speisekarte eines nicht-koscheren Lokals in der Hand hält. Eine weitere Kandidatin aktualisierte am Schabbat ihr Profil. Alle überführten Frauen wurden zur Verantwortung gezogen, wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtet.
Die Armee hat vor zwei Jahren Ermittler engagiert. Die Einheit wurde in die Abteilung für Informationssicherheit des militärischen Geheimdienstes integriert, heißt es in der offiziellen Wochenzeitung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, „Bamahane“. Sie befasst sich nicht nur mit Wehrpflichtigen, die falsche Angaben machen, sondern sucht auch nach Sicherheitslücken im Informationssystem. Dafür durchforstet sie unter anderem Facebook, MySpace und Twitter. Zudem untersuchen die Ermittler die Abschriften von Hunderten Gesprächen ranghoher Offiziere, um sicherzugehen, dass diese nicht ohne Autorisierung mit Journalisten sprechen. Die neue Einheit soll einen Lügendetektor benutzen dürfen, wenn der Verdacht aufkommt, dass Armeeangehörige Informationen haben durchsickern lassen…

Regierung unterstützt umweltfreundliche Projekte

Die israelische Regierung hat beschlossen, alle Kilowattstunden aufzukaufen, die von einem neuen Solarenergiefeld in Südisrael produziert werden. Das Nationale Infrastrukturministerium will in den nächsten 20 Jahren 250 Mio. Schekel (ca. 50 Mio. Euro) für die Elektrizität der Arava Solar Power Firma (APC) im Kibbuz Ketura bei Eilat ausgeben. Der Vertragsabschluss steht für die Überwindung bürokratischer Hürden bei der Verwirklichung solcher Projekte. Das Ministerium erwartet, dass jetzt 200 bis 300 neue Solarprojekte, die sich bereits in der Planungsphase befinden, schneller fertig gestellt werden können. Auch die Armee geht mit gutem Beispiel voran: Generalsstabschef Gabi Aschkenasi verkündete, das neue Offiziersausbildungslager werde ein “grünes Lager”: 400 dort errichtete Solarmodule sollen im Jahr bis zu 90.000 Liter Dieselkraftstoff sparen. Die Architektur und Einbeziehung der Stromsparsysteme soll laut Aschkenasi ein neuer Standart der Anlagen in der israelischen Armee werden.

Haifa: Bau der neuen Umgehungsstrasse abgeschlossen

Nicht nur Naturschützer freuen sich über die neue Umgehungsstrasse und den neuen Carmel Tunnel, der längste seiner Art in Israel, dessen Bau jetzt abgeschlossen werden konnte. Autofahrer profitieren ab nächsten Monat, wenn die Strecke für den Verkehr freigegeben wird, von einer äusserst umweltfreundlichen Unterführung, die den Verkehr durch Haifa, Israels drittgrösste Stadt, erheblich entlasten wird. Die Umgehungsstraße ist ca. 5,6 km lang und verbindet Haifas östliche und westliche Stadtteile. Ein grosser Teil der Strasse ist an der Stelle einer ehemaligen Mülldeponie erbaut. Der Tunnel wurde errichtet, um die Eingriffe in die Landschaft zu minimieren.

Israelische Komödie gewinnt „Emmy“

Die israelische Sitcom „Ramzor“ hat den „Emmy“ für die beste Komödie gewonnen. Am Montagabend wurden für zehn Kategorien die jeweiligen Gewinner des „Emmy“ bekannt gegeben.
Während die deutschen Filmemacher bei der Preisverleihung leer ausgingen, dürfen israelische Filmproduzenten den zweiten „Emmy“ in der Geschichte feiern. Neben der Sitcom „Ramzor“ war die mit israelischer Beteiligung produzierte argentinische Seifenoper „Ciega a Citas“ nominiert worden (Israelnetz berichtete). Den ersten „Emmy“ in Israels Geschichte gewann 2000 der Dokumentarfilm „Kapo“ von Daniel Paran und Dan Setton.
„Ramzor“ heisst auf Deutsch „Ampel“. Die Farben der Ampel Rot, Gelb und Grün symbolisieren verschiedene Beziehungs-Situationen junger Männer im Alter von Mitte 30. In der Sitcom werden diese Situationen humorvoll verarbeitet…

Knesset beschliesst Volksabstimmungsgesetz zu annektierten Gebieten

Die Knesset hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, dass jegliche Entscheidung über einen Abzug von israelischem Hoheitsgebiet an ein Referendum bindet. Das mit einer Mehrheit von 65 gegen 33 Stimmen (und 22 Enthaltungen) beschlossene Gesetz tritt unmittelbar in Kraft.
Da das Gesetz sich nur auf souveränes israelisches Territorium bezieht, würde für einen Abzug aus Teilen des Westjordanlands eine Volksabstimmung erforderlich sein. Eine solche wäre jedoch für eine Aufgabe Ostjerusalems oder der Golan-Höhen erforderlich, da beide von Israel annektiert wurden. Auch die Abtretung israelischer Gebiete im Rahmen eines Gebietstauschs mit den Palästinensern zur Wahrung der Siedlungsblöcke müsste durch ein Referendum bewilligt werden.
Würde bei zukünftigen Abzugsplänen eine Zweidrittelmehrheit in der Knesset gefunden werden, wäre keine Volksabstimmung fällig.
Das von Likud-Abgeordneten initiierte Gesetz wurde auch von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu unterstützt. Oppositionsführerin Tzipi Livni stimmte mit der grossen Mehrheit ihrer Fraktion dagegen. Den Abgeordneten der Arbeitspartei (AVODA), die der Regierungskoalition angehört, stand es frei, sich ihrem Gewissen nach zu entscheiden. Die meisten von ihnen votierten dagegen; nur ein Avoda-Minister, Shalom Shimhon stimmte dafür, die drei anderen, darunter der Parteivorsitzende Ehud Barak, enthielten sich der Stimme…

Der besten Armee gehen bald die Soldaten aus

Wehrdienstverweigerung entwickelt sich in Israel zu einem ernsten Problem. Der Hauptgrund sind ultra-orthodoxe Juden, die sich aufgrund ihres Glaubens freistellen lassen.
Bevor Ueli Maurer die Auszeichnung für die Schweiz beanspruchte, galt gemeinhin die israelische Armee als die beste der Welt. Mehrmals in ihrer Geschichte obsiegte sie gegen zahlenmässig weit überlegene arabische Gegner. Doch spätestens nach dem Libanonkrieg 2006, der Operation «Gegossenes Blei» 2008/2009 und dem Aktion gegen einen türkischen Gaza-Hilfskonvoi 2010 hat ihr Mythos Kratzer bekommen. Die grösste Gefahr droht heute diesseits der Grenze: Eine wachsende Zahl ultra-orthodoxer Israelis verweigert den Wehrdienst, der eigentlich für alle (nicht-arabischen) Frauen und Männer im Alter von 18 Jahren obligatorisch ist.

Im Jahr 2020 werden 60 Prozent der 18-Jährigen den Militärdienst verweigern, prophezeite der Rekrutierungschef der israelischen Armee, Generalmajor Avi Zamir, am Donnerstag. «Die israelische Armee ist immer noch eine Volksarmee mit einer ziemlich hohen Dienstbereitschaft, aber es gibt einen Riss in der Gesellschaft. Wir müssen verhindern, dass dieser Riss weiter wächst», sagte er laut «Jerusalem Post» anlässlich der November-Aushebung. Aktuelle Statistiken belegen, dass schon heute die Hälfte aller Israelis zwischen 18 und 40 Jahren keinen Armeedienst leisten, sei dies im dreijährigen Grunddienst oder in der Reserve.
Der Hauptgrund für die Zunahme der Wehrdienstverweigerer ist die wachsende Zahl ultra-orthodoxer Juden, die aufgrund ihres Glaubens freigestellt werden. Die «Haredi», wie sie auf hebräisch genannt werden, verbringen ihre Zeit mit dem Studium der Torah. Ein Unterbruch für den Militärdienst kommt für viele nicht in Frage. Da ihre Geburtenrate dreimal so hoch ist wie der nationale Durchschnitt, könnte sich der Aderlass in Zukunft weiter zuspitzen.

Die israelische Armee hat aus diesem Grund einen speziellen Ersatzdienst geschaffen, der auf die Bedürfnisse der Ultra-Orthodoxen zugeschnitten ist. Doch das Interesse war bisher bescheiden. Nur rund tausend Hardedi haben in den vergangenen zwei Jahren von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. 2010 liessen sich zum Vergleich 62 500 Haredi vom Militärdienst befreien…

Siedler demonstrieren gegen neuen Baustopp

Der israelische Ministerpräsident Netanyahu hatte einen allfälligen Baustopp angekündigt, um die Nahostverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Dagegen haben nun tausende Siedler demonstriert.
Die israelischen Siedler haben ihre Proteste gegen einen erwarteten neuen Baustopp im Westjordanland verschärft. Mehrere tausend Siedler demonstrierten am Sonntag vor dem Amtssitz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem, wie israelische Medien berichteten.
Dort fand zu dem Zeitpunkt die wöchentliche Kabinettssitzung statt. Die Demonstranten hielten Spruchbänder in die Höhe und riefen Slogans gegen einen Baustopp. «Wir werden dieses Land nicht hergeben» und «Yes you can – say no», hiess es auf einigen Schildern. In zahlreichen jüdischen Schulen im Westjordanland fand aus Protest gegen ein neues Moratorium kein Unterricht statt.
Israels Regierung wartet vor einer Entscheidung über einen neuen Baustopp im Westjordanland auf schriftliche Garantien der USA. Die Minister fordern unter anderem eine Zusage, dass das Moratorium nicht für den arabischen Ostteil Jerusalems gelten soll. Zudem soll es nach Ablauf von drei Monaten ausdrücklich nicht wieder verlängert werden…

Air-Berlin-Flugzeug drohte Zusammenstoss mit israelischem Jet

Der Abstand zwischen den beiden Flugzeugen betrug nur noch 250 Meter: Eine Air-Berlin-Maschine ist in Tel Aviv offenbar knapp einem Zusammenstoß mit einem israelischen Jet entgangen.

Der Pilot einer Air-Berlin-Maschine hatte ersten israelischen Erkenntnissen zufolge einen falschen Kurs eingeschlagen – und näherte sich nach dem Start in Tel Aviv einem israelischen Jet.
Eigentlich sollte die deutsche Maschine in Richtung Westen starten. Dann sei sie aber südwärts geflogen, hiess es. Damit sei das deutsche Flugzeug auf Kollisionskurs zu einer Maschine der israelischen Linie El Al geraten, die beim Landeanflug in 1200 Metern Höhe geflogen sei.
Die beiden Flugzeuge hätten sich am Donnerstag schon bis auf 250 Meter genähert, als die Flugkontrolle am Boden den Fehler bemerkt habe, berichteten israelische Medien unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden am Ben-Gurion-Flughafen.