Tag: Mai 28, 2013

65 Jahre irrtümlich vermisst

Ohne Familie oder sonstige Angehörige war Leon Solomonovitch vor dem Unabhängigkeitskrieg aus dem rumänischen Galati ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina eingewandert. Seit der Schlacht um Isdud (das heutige Ashdod) im Mai und Juni 1948 galt er als vermisst. Doch der Suchdienst der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) wollte sich damit nicht zufrieden geben und nahm sich die Akte Solomonovitch noch einmal vor. Und tatsächlich gelang es den Forschern, Licht ins Dunkel zu bringen. Solomonovitch, so fanden sie heraus, war gefallen, und zwar in der Schlacht, seit der er als vermisst galt. Dokumente des Suchdienstes berichten von neun Toten, die vor Ort geborgen werden konnten. Diese wurden namentlich identifiziert und in einem Gemeinschaftsgrab bestattet, während Solomonovitch, der keine Angehörigen in Israel hatte, die nach ihm hätten suchen können, seitdem offiziell als vermisst galt. Erst die neuerlichen Nachforschungen des Suchdienstes brachten nun den Entwurf einer Pressemitteilung zu Tage, in der von „etwa zehn Toten“ die Rede war, die geborgen worden seien…

Israel-Museum gibt Nazi Raubkunst-Gemälde an Erben zurück

Das Israel-Museum in Jerusalem hat ein von den Nazis geraubtes Gemälde des deutsch-jüdischen Künstlers Max Liebermann an Erben des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben. Für eine nicht genannte Summe habe das Museum das Werk dann wieder für seine Sammlung zurückgekauft, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Das 1923 entstandene Bild «Garten in Wannsee» von Liebermann (1847-1935) gilt als klassisches Beispiel seiner impressionistischen Kunst. Die Nationalsozialisten hätten es 1941 zusammen mit anderen Werken dem Kunsthändler Max Cassirer in Berlin weggenommen, teilte das Museum mit. Nach dem Krieg sei das Gemälde an die jüdische Restitutionsnachfolger-Organisation JRSO und von dieser später an das Israel-Museum übergeben worden. Der Erbe von Cassirer habe es im vergangenen Jahr identifiziert und zurückgefordert…

Israels Verteidigungsminister: Wir sind auf Auftauchen von S-300-Raketen in Syrien gefasst

Israel hat Russland am Dienstag vor der Lieferung hochmoderner Luftabwehrraketen an Syrien gewarnt. Israel weiss, was zu machen ist, sollten russische Fla-Raketensysteme S-300 in Syrien auftauchen, sagte der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon. „Die Lieferung ist vorerst nicht erfolgt“, wird der Minister vom Internet-Portal Y-net zitiert. „Hoffen wir, dass es dazu auch nicht kommen wird.“ Die Regierung wisse, „was zu tun ist“, wenn Moskau Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit den Raketen ausrüste, sagte Verteidigungsminister Mosche Jaalon am Dienstag in Jerusalem. Kurz zuvor hatte Russlands Vize-Aussenminister Sergej Riabkow den umstrittenen Rüstungsauftrag als „Stabilisierungsfaktor“ gerechtfertigt, weil die Waffen andere Länder vor einer Einmischung abschrecken würden…

Besonderer Tag für schwerhörige Wehrdienstkandidaten

Die Armee begeht seit Sonntag die Woche des Hörens, der nationale Tag des Hörens ist in Israel am heutigen Dienstag. Dies nahm das Militär zum Anlass, ein neues Konzept für die Einberufung von schwerhörigen Jungen und Mädchen auszuprobieren. Bislang wurde jeder von ihnen an einem anderen Termin nach Tel HaSchomer bei Tel Aviv bestellt. Die Behörden waren nicht vorbereitet. Deshalb mussten die Jugendlichen immer wieder kommen, um ärztliche Dokumente einzureichen. Wollten sie im Falle einer Befreiung vom Wehrdienst freiwillig dienen, gab es neue Untersuchungen und Beratungen vor einem medizinischen Ausschuss…

Minister Bennett: Wir haben kein Land zu verkaufen

„Jedesmal, wenn wir Land abgeben, werden Menschen umgebracht.“ Das unterstrich Israels Wirtschafts- und Handelsminister Naftali Bennett, der Chef der national-religiösen Partei „Bayit Yehudi“ („Jüdisches Heim“). Bennett, der der Regierungskoalition angehört, widersprach öffentlich Staatspräsident Shimon Peres. Der hatte sich beim Weltwirtschaftsgipfel in Jordanien für neue Gespräche mit den Palästinensern ausgesprochen und deren Präsident Abbas als Partner im Friedensprozess gewürdigt. Peres will über eine Zwei-Staaten-Lösung verhandeln. Für Bennett kommt das überhaupt nicht in Frage: „Es ist jetzt die Zeit um klarzustellen: Das ist unser Land und es ist nicht zu verkaufen“, erklärte der Minister.

Peres empfängt gehörlose Olympioniken

Taube Menschen können besonders gut zuhören. Diese Ansicht äusserte Staatspräsident Schimon Peres am Montag bei einem Empfang der israelischen Delegation für die diesjährigen Olympischen Spiele der Gehörlosen, die Deaflympics. „Die Fähigkeit des Zuhörens von Mensch zu Mensch entwickelt die besonderen Eigenschaften, mit denen Sie talentiert sind“, sagte Peres bei seinem Treffen mit den gehörlosen Athleten. „Die Schädigung des Gehörs hat Sie stärker gemacht – mental und sportlich, und Sie sehen wunderbar aus. Ich bin sicher, dass Sie Israel zuverlässig bei den Olympischen Spielen vertreten und Leistungen bringen werden. Ich bin stolz auf Sie!“ Am Ende überraschte der Präsident seine Gäste…

Palästinenserfamilie hat Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer in der Schweiz gelagert

Die Entdeckung der antiken Schriftrollen in einer Höhle beim Toten Meer war 1947 eine der grössten archäologischen Sensationen des Jahrhunderts. Die sogenannten Qumran-Schriftrollen enthielten biblische Texte, die über Jahrhunderte buchstabengenau überliefert worden waren. Jetzt machen die alten Papyrusrollen erneut Schlagzeilen: Die palästinensische Familie, die die Rollen damals entdeckte, hat offenbar Fragmente davon jahrzehntelang in einem Schweizer Depot gelagert und bietet sie jetzt zum Verkauf an. Das ärgert die israelische Altertumsbehörde, die die gesamten Rollen als ein kulturelles Erbe des jüdischen Staates betrachtet…

Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft

Am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin befasst sich Juliane Wetzel mit latenter und offener Judenfeindlichkeit in Deutschland. Die gibt es mitnichten nur bei Neonazis. Seit rund 30 Jahren ergeben Forschungen, dass etwa 20 Prozent der Deutschen gefestigte antisemitische Einstellungen besitzen. Je älter die Menschen, umso höher sind die Werte. Während der Debatte um die Beschneidung zeigte sich bei einer grossen liberalen Wochenzeitung, dass rund 30 Prozent der anonymen Leserkommentare problematische Inhalte vertraten. Geht es um Kritik an israelischer Politik wie bei Günter Grass, liegt der Anteil antijüdischer Kommentare noch höher. Dann nutzt man solch ein Thema als Plattform für antisemitische Kommentare nach dem Motto: Das wird man ja wohl in Deutschland noch sagen dürfen. Antisemitische Vorfälle an letzten Wochenende in Berlin….

El Al: Fast-Zusammenstoss mit Berg

Eine Boeing B737 der israelischen Airline flog in Eilat bei schlechter Sicht beinahe in einen Berg. Es war nicht der einzige ähnliche Zwischenfall in letzter Zeit. «Gefährlicher hätte es nicht werden können», lautet das Urteil von Udi Zohar. Das sei nicht einfach etwas, was man einfach ignorieren könne, so der ehemalige Chef der israelischen Luftfahrtbehörde gegenüber der Zeitung Times of Israel. «Das», das sind die Alarmsignale bei dem Beinahe-Crash einer Boeing B737 von El Al im südisraelischen Badeort Eilat im vergangenen Monat, der nun vom TV-Sender Channel 10 aufgedeckt wurde. Die Maschine mit rund 100 Passagieren an Bord befand sich im Anflug auf den Flughafen, als der Kontrollturm die Piloten anwies, umzukehren. Die Piste sei für die Landung noch nicht bereit. Was im Grunde ein Routine-Manöver war, endete fast in einer Tragödie…

Israel diskutiert über einen „jüdischen Kanzler in Deutschland“

Deutschland ist bereit für einen jüdischen Kanzler. Dieser Meinung ist der britische Journalist und Autor David Crossland. In seinem Politik-Thriller „Der jüdische Kandidat“ greift er dieses Thema auf. In Israel sorgt der Roman für heftige Diskussionen. Es geht um eine Neo-Nazi-Verschwörung, bei der der erste jüdische Kanzler-Kandidat Rudolf Gutman ermordet werden soll. Erzählt wird der temporeiche Thriller aus der Sicht eines Londoner Zeitungs-Reporters, der zufällig auf die Verschwörung stösst. „Der jüdische Kandidat“ spielt im heutigen Deutschland und konzentriert sich auf die Welle rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990 und das Scheitern der Regierung, diese Gewalt einzudämmen. Damit greift Crossland in seinem Roman zwei aktuelle Themen auf: Einerseits geht gerade der Bundestags-Wahlkampf in die heisse Phase. Andererseits haben in München kürzlich die Prozesse der Überlebenden des „Nationalsozialistischer Untergrunds“ (NSU) begonnen…