„Fehlgeleitete“ syrische Rakete fliegt in Richtung Atomreaktor


Eine Flugabwehrrakete aus Syrien verfehlte ein Kampfflugzeug und ist nahe einem Atomreaktor in Israel niedergegangen. Es sei «keine Absicht» gewesen.

Der Atomreaktor in Dimona wurde beinahe von einer Flugabwehrrakete getroffen.

Eine aus Syrien abgeschossene Flugabwehrrakete ist in der Nacht zum Donnerstag gegen 1.40 Uhr Ortszeit in Richtung des israelischen Atomreaktors bei Dimona geschossen worden. Israelischen Medienberichten zufolge wurde die Rakete in der Nacht zum Donnerstag auf ein israelisches Kampfflugzeug abgefeuert, verfehlte allerdings ihr Ziel. Syrische Staatsmedien berichteten, Israel habe nachts in Nähe der Hauptstadt Damaskus angegriffen und die syrische Luftabwehr habe auf diesen Angriff reagiert.

Es habe nicht die Absicht bestanden, den in der Negev-Wüste gelegenen Meiler bei Dimona zu treffen, zitierte die Zeitung «Times of Israel» einen israelischen Militärsprecher. Der «Jerusalem Post» zufolge berichteten Bewohner der Region von «lauten Explosionen», die die Häuser erschüttert hätten. Das Geschoss löste in der nördlichen Negev-Wüste Raketenalarm aus. Es explodierte in der Luft, das Geräusch war fast landesweit zu hören. Trümmer fielen auf den Boden, richteten aber keinen Schaden an. Zum Teil landeten sie in dem Pool eines Wohnhauses in der Ortschaft Aschalim, die 40 Kilometer westlich von Dimona liegt. Die Bewohnerin sagte, so ein Beschuss hätte während des Tages tragischere Folgen haben können. Sie habe drei Kinder, die tagsüber im Garten am Pool spielen. Nach Armee-Angaben wurden die Raketenabwehrsysteme des Landes nicht aktiv.

Das Flugabwehrraketensystem S-400 Triumf wird auf dem syrischen Flugplatz Hmeimim entladen. Foto: Russian Defence Ministry Press Service – dpa-infocom GmbH

Der Bürgermeister von Dimona, Benny Biton (Likud), rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren: „Wie wir von der Armee gehört haben, zielte die Rakete nicht auf Dimona, sondern auf ein anderes Ziel und kam durch Zufall in unser Gebiet.“

Der Leiter des Tel Aviver Instituts für Sicherheitsstudien (NISS), Amos Jadlin, wies darauf hin, dass es sich um eine veraltete Rakete handele, die die Syrer hin und wieder gegen israelische Kampfflieger einsetzen. Die wichtige Nachricht sei, dass mutmasslich die israelische Luftwaffe eine Waffenlieferung aus dem Iran beschädigt habe, sagte er laut der Nachrichtenseite von „Yediot Aharonot“. „Die Luftwaffe versucht, den Syrern klarzumachen: Wir greifen die Iraner an, nicht euch. Wenn ihr eine Rakete abfeuert, werden wir euch verletzen.“

Das israelische Militär schrieb auf Twitter, als Reaktion auf den Beschuss seien die Raketen-Abschussvorrichtung sowie weitere Ziele in Syrien angegriffen worden. Über Schäden oder Verletzte gab es zunächst keine Angaben.

Israel greift regelmässig Ziele in Syrien an. Diese Angriffe richten sich häufig gegen pro-iranische Milizen. Israel will in dem benachbarten Bürgerkriegsland den militärischen Einfluss des Irans zurückdrängen, der mit der Regierung in Damaskus verbündet ist. Teheran sieht in Israel einen Erzfeind.

Das Verhältnis zwischen Israel und dem Iran ist derzeit äusserst angespannt. Teheran macht Israel für einen Angriff auf Irans Atom-Anreicherungsanlage in Natans vor anderthalb Wochen verantwortlich.



Kategorien:Sicherheit

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