Kultur

Fernsehfilm: „Das Jerusalem-Syndrom“

Ein Film über Israel soll es werden, der nichts mit der deutsch-jüdischen Geschichte oder dem Nahostkonflikt zu tun hat. Produzent Oliver Berben dreht einen Thriller im Heiligen Land. Ruhe, bitte!“, ruft der deutsche Aufnahmeleiter. „Quiet, please!“, ergänzt seine israelische Assistentin. Weil es ihr zu lange dauert, bis die zwei Dutzend Mitarbeiter am Set mucksmäuschenstill sind, zischt sie noch ein hebräisches „Sheket!“ hinterher. Dann kann endlich die nächste Szene für den Film „Das Jerusalem-Syndrom“ gedreht werden. Deutsch, Hebräisch und Englisch – sowohl vor als auch hinter der Kamera werden im malerischen Beit Jamal, einem alten Mönchskloster südwestlich von Jerusalem, alle drei Sprachen miteinander verwoben..

Älteste vollständig erhaltene Torahrolle in Bologna gefunden

In der Bibliothek der Universität im italienischen Bologna ist eine Torahrolle gefunden worden, die das älteste vollständige diesartige Exemplar sein soll. Das berichtete die britische BBC am Dienstag. Zuerst dachte man, die in der Bibliothek entdeckte Rolle sei nicht mehr als ein paar hundert Jahre alt, doch kürzlich durchgeführte Kohlenstofftests zur Fixierung des Datums lassen den Schluss zu, dass die Torahrolle vor rund 850 Jahren geschrieben worden ist…

Mit „Friedberg Genizah Project“ wird ein historisches Puzzle wird gelöst

Über zahlreiche Museen und Universitäten zerstreut, harren etwa 350.000 Fragmente aus der Kairoer Genizah ihrer Erforschung. Nun bringt ein revolutionäres Digitalisierungs-Projekt die Geheimnisse dieser einzigartigen Dokumente ans Licht. Als Nachkomme einer alten, sephardischen Familie hat der Cambridge Historiker David Abulafia einen eigenen Zugang zu der jüdischen Geschichte des Mittelmeerraums. Er kennt keine Sammlung historischer Dokumente, die sich in diesem Zusammenhang mit der Kairoer Genizah messen könnte: «Diese Dokumente erhellen nicht nur das Dasein der Juden in Ägypten, sondern auch in weit davon entfernten Regionen. Die Genizah ist in Europa und in der islamischen Welt ein absolut Unikum.» Dieser Schatz an jüdischen Dokumenten umfasst rund 350.000 rabbinische Papiere, Bibelmanuskripte, persönliche und geschäftliche Briefe, Rechnungen, Verträge und Heiratsurkunden aus neun Jahrhunderten. Gefunden wurden sie in der Ben Ezra-Synagoge im ägyptischen Fustat, dem alten Kairo…

Israel-Museum gibt Nazi Raubkunst-Gemälde an Erben zurück

Das Israel-Museum in Jerusalem hat ein von den Nazis geraubtes Gemälde des deutsch-jüdischen Künstlers Max Liebermann an Erben des ursprünglichen Besitzers zurückgegeben. Für eine nicht genannte Summe habe das Museum das Werk dann wieder für seine Sammlung zurückgekauft, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Das 1923 entstandene Bild «Garten in Wannsee» von Liebermann (1847-1935) gilt als klassisches Beispiel seiner impressionistischen Kunst. Die Nationalsozialisten hätten es 1941 zusammen mit anderen Werken dem Kunsthändler Max Cassirer in Berlin weggenommen, teilte das Museum mit. Nach dem Krieg sei das Gemälde an die jüdische Restitutionsnachfolger-Organisation JRSO und von dieser später an das Israel-Museum übergeben worden. Der Erbe von Cassirer habe es im vergangenen Jahr identifiziert und zurückgefordert…

Palästinenserfamilie hat Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer in der Schweiz gelagert

Die Entdeckung der antiken Schriftrollen in einer Höhle beim Toten Meer war 1947 eine der grössten archäologischen Sensationen des Jahrhunderts. Die sogenannten Qumran-Schriftrollen enthielten biblische Texte, die über Jahrhunderte buchstabengenau überliefert worden waren. Jetzt machen die alten Papyrusrollen erneut Schlagzeilen: Die palästinensische Familie, die die Rollen damals entdeckte, hat offenbar Fragmente davon jahrzehntelang in einem Schweizer Depot gelagert und bietet sie jetzt zum Verkauf an. Das ärgert die israelische Altertumsbehörde, die die gesamten Rollen als ein kulturelles Erbe des jüdischen Staates betrachtet…

Israel diskutiert über einen „jüdischen Kanzler in Deutschland“

Deutschland ist bereit für einen jüdischen Kanzler. Dieser Meinung ist der britische Journalist und Autor David Crossland. In seinem Politik-Thriller „Der jüdische Kandidat“ greift er dieses Thema auf. In Israel sorgt der Roman für heftige Diskussionen. Es geht um eine Neo-Nazi-Verschwörung, bei der der erste jüdische Kanzler-Kandidat Rudolf Gutman ermordet werden soll. Erzählt wird der temporeiche Thriller aus der Sicht eines Londoner Zeitungs-Reporters, der zufällig auf die Verschwörung stösst. „Der jüdische Kandidat“ spielt im heutigen Deutschland und konzentriert sich auf die Welle rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990 und das Scheitern der Regierung, diese Gewalt einzudämmen. Damit greift Crossland in seinem Roman zwei aktuelle Themen auf: Einerseits geht gerade der Bundestags-Wahlkampf in die heisse Phase. Andererseits haben in München kürzlich die Prozesse der Überlebenden des „Nationalsozialistischer Untergrunds“ (NSU) begonnen…

Witz des Tages

„Meister, wie steht es mit meinem Auto?“ „Sagen wir es einmal so: Wenn ihr Auto ein Pferd wäre, müssten wir es erschiessen!“

Barbra Streisand erhält Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität

Die Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand wird die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem erhalten. Dies gab die Universität am Montag bekannt. Streisand erhalte den Titel für „ihre beruflichen Erfolge, ihre aussergewöhnliche humanitäre Einstellung, ihre Vorreiterrolle im Bereich der Menschen- und Bürgerrechte, sowie ihren Einsatz für Israel und das jüdische Volk“, so die Universität…

Vandalismus von Ultraorthodoxen

Weil sie Dutzende von Plakaten des Jerusalemer Khan-Theaters mit Farbe besprüht hatten, wurden zwei junge ultraorthodoxe Männer von der Polizei festgenommen. Einer erklärte, die Darstellung der Schauspielerin störe seine Empfindungen. Das Theater wies dagegen darauf hin, dass die Frau auf dem Plakat (Foto) sittsam bekleidet und in keiner Weise anstössig dargestellt sei. Die Plakate hingen auch nicht in ultraorthodoxen Wohnvierteln, sondern an den grossen Hauptstrassen…

Witz des Tages

Stationsarzt zur jungen Krankenschwester: „Haben Sie dem Patient auf Zimmer 12 das Blut abgenommen?“ „Ja, aber mehr als sechs Liter habe ich nicht aus ihm herausbekommen…“