Kurz nach 14:00 Uhr sind über 18 Raketen innerhalb von einer Minute auf Aschdod, Beerschewa, Ofakim und andere Ortschaften in der Region abgeschossen worden. 17 von ihnen konnten vom Iron Dome abgewehrt werden. Ein Wohnhaus mit zehn Wohnungen wurde zerstört. Vier Personen erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen, zahlreiche Menschen werden derzeit wegen Panikattacken von Rettungskräften behandelt. Insgesamt wurden seit dem heutigen Sonntagmorgen 70 Raketen auf Israel abgeschossen, von denen 52 vom Abwehrsystem neutralisiert werden konnten.
Israels Generalstabschef Benny Gantz befehligte die Luftwaffe, mit massiveren Angriffen auf die Raketenrampen in Gaza vorzugehen. Teilweise sind die Abschussanlagen im Boden versteckt und schwer ausfindig zu machen…
Sicherheit
„Iron Dome“, der eigentliche Star
Seit Beginn der israelischen Militäraktion «Operation Wolkensäule» gegen die Terroristen im Gazastreifen hat das zusammen mit den USA entwickelte Raketenabwehrsystem bis Samstagabend 267 feindliche Projektile in der Luft zerstört. Die Erfolgsrate des israelischen Systems liegt bei 88 Prozent. Von den total fast 750 gegnerischen Raketen landeten nur 33 in bebauten, dicht bevölkerten Zonen. Um eine einigermassen komplette Abdeckung des israelischen Territoriums zu erreichen, müssten bis zu 13 «Iron Dome»-Batterien eingesetzt werden können. Bis jetzt sind es erst deren fünf, was in erster Linie eine Kostenfrage ist. Bis jetzt hat Israel in die Entwicklung des Systems 2,2 Milliarden Schekel investiert…
Anonymous sinkt auf Terroristenlevel – „zweite Front“ gegen Israel
Die israelische Regierung hat am Sonntag Massenangriffe von Hackern auf staatliche Internetseiten eingeräumt. Die Regierung führe angesichts der Cyber-Attacken einen Krieg an „zweiter Front“, sagte Finanzminister Yuval Steinitz vor einer Kabinettssitzung.
In den vergangenen vier Tagen habe es 44 Millionen Cyber-Angriffe auf Webseiten der Regierung und von Privatpersonen sowie gemeinnützigen Organisationen gegeben. Bis auf einen Angriff seien alle erfolgreich abgewehrt worden. Zuvor hatte die Hackergruppe Anonymous behauptet, wegen der israelischen Luftoffensive im Gazastreifen dutzende israelische Webseiten lahmgelegt zu haben.
In einer Erklärung der Hacker hiess es, „viel zu lang“ habe sich Anonymous darauf beschränkt, „verzweifelt die barbarische, brutale und verabscheuungswürdige Behandlung des palästinensischen Volkes“ durch Israel zu betrachten.
Der Protest richte sich auch gegen eine angeblich seitens Israel drohende Unterbrechung der Internet-Verbindungen im Gazastreifen. Sollte die israelische Regierung das Internet und andere Telekommunikationsverbindungen im Gazastreifen unterbrechen, werde „grenzenloser Zorn“ von Anonymous die Folge sein.
Mit diesen Aktionen lässt sich die Anonymous-Gruppe auf ein terroristisches Level hernieder und verspielt sich viele Sympathien, welche sie sich in der Vergangenheit erarbeitet hat. Diese Aktionen als Gehilfen von Terrorgruppen wurden auch von anderen Sicherheitsorganisationen zu Kenntnis genommen. Die Folgen hieraus sind absehbar und wurden bereits wie in den letzten Monaten mit Spezialeinheiten im Nahen Osten sowie arabischem Raum erfolgreich umgesetzt…
Armee will Raketenbestände vernichten
Israel hat am Abend Berichte zurückgewiesen, wonach noch in der Nacht ein Waffenstillstand mit der Hamas ausgehandelt werden soll. Medien hatten einen palästinensischen Offiziellen zitiert, der behauptet hatte, ein israelischer Abgesandter sei deshalb nach Kairo gereist. Das israelische Fernsehen berichtete, Ägypten, die Türkei, Katar und die Vereinigten Staaten bemühten sich gemeinsam, eine Waffenruhe zu erreichen. Von seiten der israelischen Streitkräfte hieß es, man wolle den Einsatz fortsetzen, um die Raketenarsenale der Terroristen zu vernichten. Die Raketenattacken aus Gaza und die Luftschläge der israelischen Luftwaffe gingen auch in der Nacht zum Sonntag unvermindert weiter (im Bild ein von einem Raketentreffer verwüstetes Wohnhaus in Ashdod). Aus Gaza wurde am Abend der Tod zweier Palästinenser gemeldet, damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 47. Ein Militärsprecher wies darauf hin, dass Israel versuche, zivile Opfer zu vermeiden, während die Hamas die israelische Bevölkerung zu treffen versuche. Der israelische Militäreinsatz sei schwierig, weil die islamischen Kämpfer ihre Raketen häufig aus Wohngebieten heraus abfeuerten…
Hamas feuert erstmals auf Jerusalem
Der Krieg zwischen Israel und der Hamas eskaliert immer mehr.In Jerusalem ist am Abend Luftalarm ausgelöst worden. Medien berichten von Anwohnern, die eine laute Explosion gehört haben. Nach ersten Meldungen schlugen zwei Raketen auf freiem Feld nördlich von Jerusalem ein. Es gab keine Verletzten und keine Schäden. Einem Bericht des israelischen Fernsehens zufolge hat die Hamas erklärt, sie habe eine „verbesserte Kassamrakete“ mit der Bezeichnung M-75 auf die Hauptstadt abgefeuert. Es war der erste Raketenangriff der islamistischen Terroristen auf Jerusalem. Die Bevölkerung wurde völlig überrascht.
Der Luftalarm wurde kurz vor Shabbatbeginn ausgelöst. Bisher galt Jerusalem als sicher, um so geschockter zeigten sich viele Einwohner. Bürgermeister Nir Barkat rief die Jerusalemer auf, Ruhe zu bewahren, ihrem normalen Alltag nachzugehen und auf die Anweisungen der Heimatschutzbehörde zu hören. Die Stadt sei auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet, die öffentlichen Luftschutzräume seien betriebsbereit und würden bei Bedarf geöffnet.
Terroristen aus dem Gazastreifen haben am Samstag mehrere Raketensalven auf die Hafenstadt Ashdod abgefeuert. Eine von vier Raketen traf ein Wohnhaus, eine weitere schlug neben einem Auto ein. Vier Israelis wurden leicht verletzt, mehrere Anwohner mussten mit Schocks in Kliniken behandelt werden. Das Raketenabwehrsystem „Eiserne Kuppel“ zerstörte weitere Raketen, die Kurs auf Ashdod genommen hatten. Ausserdem konnten mehrere Raketen abgefangen werden, die ansonsten Beersheva getroffen hätten. Militärchef Benny Gantz hat am Nachmittag angeordnet, die Angriffe…
Raketen aus Ägypten
Israel wird nicht nur aus dem Gazastreifen mit Raketen beschossen, sondern auch von der ägyptischen Halbinsel Sinai her. Am Mittwoch waren in der Eshkol Region Raketen eingeschlagen, die aus dem Sinai stammen. Die ägyptische Zeitung Al-Shorouk berichtet, dass eine dortige… Weiterlesen ›
Hamas hält offenbar Ausländer im Gazastreifen fest – Netanjahu telefoniert mit Merkel
Die islamistische Hamas-Regierung hindert offenbar 22 ausländische Journalisten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen an der Ausreise aus dem Gazastreifen. Das sagte einer der dort festsitzenden Journalisten der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Das Hamas-Innenministerium habe zur Begründung angegeben, Israel schliesse den Erez-Kontrollpunkt im Norden des Gazastreifens am Schabbat. Israel betonte jedoch, der Übergang sei wegen des Konflikts für Personen auch am Samstag geöffnet. Die Ausländer berichteten, sie hätten dies der islamistischen Regierung mitgeteilt. Dennoch habe man ihnen die Ausreise nicht erlaubt. Israels Ministerpräsident Netanjahu hat heute mit den Regierungschefs von Deutschland, Italien, Griechenland und der Tschechischen Republik gesprochen.
Im Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel unterstrich Netanjahu, kein Staat der Welt könne es hinnehmen, dass seine Bevölkerung ständig durch Raketen bedroht werde. Bei dem Gespräch ging es auch um einen möglichen Waffenstillstand. Bei einer Pressekonferenz erklärte am Abend der für den Süden Israels zuständige Militärkommandeur Tal Russo, man müsse Geduld haben: „Das ist kein Einsatz, der nach einem Tag beendet ist.“…
Israels Raketenabwehr holt Rakete vor Tel Aviv vom Himmel
Die israelische Raketenabwehr hat eine Rakete aus dem Gazastreifen kurz vor der Stadtgrenze von Tel Aviv vom Himmel geholt. Das teilte das Militär mit. Zu dem Angriff am Samstag bekannte sich der militärische Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden.
Diese teilten mit, sie hätten eine Rakete des iranischen Typs „Fadschr 5“ abgefeuert. Es war der dritte Tag in Folge, dass der Grossraum Tel Aviv mit Raketen angegriffen wurde. Über Opfer wurde nichts bekannt. Die Überreste der Rakete seien dann vor dem südlichen Vorort Bat Jam ins Meer gestürzt. Die Streitkräfte hatten gerade erst das Abwehrsystem vom Typ „Iron Dome“ (Eisenkuppel) installierte Luftabwehrbatterie und erfolgreich die heranfliegende Rakete abgefangen.
Im Gazastreifen bekannten sich die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, zu dem Angriff mit einer Rakete vom Typ Fadschr 5 aus iranischer Produktion. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament, Allaeddin Borudscherdi, sagte dem Sender Al-Alam, sein Land habe keine Faschr-5-Raketen an die Hamas geliefert…
Die Hamas endgültig besiegen
Die Operation Wolkensäule wurde mit einer veritablen Täuschung begonnen. Die israelische Regierung erklärte durch Minister Benny Begin das „Ende der aktuellen Runde der Gewalt“. Und die Selbstzufriedenheit der Hamas, die sich hat täuschen lassen, hat die Organisation ohne ihren bewunderten Kommandanten und mit geringeren Kapazitäten für den Abschuss von Langstreckenraketen zurückgelassen, an deren Bau sie so viele Jahre gearbeitet hatte.
Und jetzt? Drei Möglichkeiten hat die israelische Regierung für die Fortsetzung der Operation: Warnung, Abschreckung oder endgültige Entscheidung.
Bis heute hat Israel vorgehabt, im Gazastreifen Abschreckung zu erzeugen, musste sich aber faktisch mit Warnung begnügen. Die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft, die Vermittlung durch das Ägypten Mubaraks und die einseitige Behandlung des Themas durch die Europäische Union haben jede reale Möglichkeit der Abschreckung verhindert, was letztendlich sogar zu einer gegenseitigen Abschreckung geführt hat: Die Hamas hat verstanden, dass sie Israel nicht weniger abschrecken kann als Israel sie. Für sie sind unsere Aktionen, einschliesslich der gezielten Tötungen, nicht mehr als eine Warnung.
Doch Warnung und Abschreckung kann man gegenüber Abu Mazen (Abbas) im Westjordanland anwenden. Die PLO, die ihre Charta geändert hat, dem Westen gegenüber Verpflichtungen eingegangen ist und nun damit droht, die politische Situation über die UNO zu verändern, die wirtschaftlich und sicherheitspolitisch von Israel abhängig ist – sie kann man abschrecken. Die Hamas kann man nicht abschrecken. Diese radikale religiöse Organisation, die sich auf radikal-fundamentalistische Grundlagen beruft, die die Vernichtung Israels zum obersten Ziel hat – sie kann man nur bezwingen…
Syrisches Feuer: Israelischer Soldat leicht verletzt
Ein israelischer Soldat ist am Donnerstag von einer Irrläufer-Kugel aus Syrien leicht verletzt worden. Er hatte eine schusssichere Weste an, die ihm wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Es handelt sich hier um den dritten Fall innerhalb nur weniger Tage, bei dem syrisches Feuer zwischen syrischen Rebellen und der Armee des Landes nahe der Grenze auf israelisches Gebiet gefeuert wird…