Das Wort »Tinnef« hat eine bunte etymologische Reise hinter sich. Im Aramäischen und Hebräischen stand »tinnûf« für Kot oder Schmutz. Auch dem jiddischen Wort »tin(n)eph« schrieb Friedrich C. Avé-Lallemant 1858 in seiner Untersuchung über das deutsche Gaunertum die Bedeutungen Kot, Dreck, Unflat zu und ergänzte, »tinef sein« hiesse: verloren, überführt, verurteilt sein. Ignaz Bernstein (Jüdische Sprichwörter und Redensarten, 1907) deutete »Tünuf« gleichfalls als Unrat oder Dreck, bei Ernst Rabben (Über die Gaunersprache, 1906) tauchte »Tineffer-Gannew« für einen Dieb schmutzigen Charakters auf…