Monat: Juni 2012

Woche des Hebräischen Buches hat begonnen

Gestern Abend begann in Israel die jährliche „Woche des Hebräischen Buches“. In den grösseren Städten sind auf öffentlichen Plätzen oder in Einkaufszentren Stände aufgestellt. Dort bieten die israelischen Verleger die neuesten Erscheinungen an und Schriftsteller signieren ihre Bücher und plaudern mit den Käufern. In Jerusalem findet diese Messe im Liberty Bell Garden gegenüber dem Löwenspringbrunnen bei Jemin Mosche statt, in Tel Aviv auf dem Platz vor dem Bürgermeisteramt. Dieses Jahr drohten viele Schriftsteller damit, ihre Bücher nur noch über kleine Buchläden oder die Verleger vertreiben zu lassen, denn die grosssen Buchladenketten wie Steimatzky oder Zomet Sefarim haben oft Sonderangebote, in denen man vier Bücher für nur 20 Euro kaufen kann. Von diesen Angeboten bleibt für die Schriftsteller kaum mehr etwas übrig. Kulturministerin Limor Livnat, die gestern Abend in Tel Aviv bei der Eröffnung der Bücherwoche dabei war, meinte, wenn Bücher im Viererset für nur 100 Schekel angeboten werden habe die „Woche des Buches“ ihren Sinn verloren. Ein Buch sei ein Kulturartikel, der nicht „pro Meter“ verkauft werden kann und soll. Sie versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Bücherketten ihre Ware nicht zu Billigpreisen verschleudern, so dass die Schriftsteller auch den Lohn für ihre Mühe erhalten.
Für Kinder sind hauptsächlich Fantasie- und Abenteuergeschichten interessant. Der ehemalige Polizeiinspektor Mosche Karadi war in Tel Aviv, um sein Buch „Der Inspektor – Hamafkal“ zu signieren. Die bekannte Sängerin Keren Peles signierte hochschwanger ihr Buch „Akurim – Herausgerissene“. Auch viele andere Schriftsteller gaben sich ein Stelldichein.

Mehrheit der israelischen Araber lebt lieber in Israel als in anderen Ländern

68% der israelischen Araber leben lieber in Israel, als dass sie in einem anderen Land leben würden. Dies zeigt eine Umfrage der Universität Haifa. 60% akzeptieren außerdem, dass der Staat eine jüdische Mehrheit hat. 56,5% akzeptieren das Land als Hebräisch-sprachig, und 58% den Shabbat als Ruhetag.
Prof. Sami Samuha, der die Studie durchgeführt hat, erklärt auf die Frage, ob arabische Israelis sich eher dem Staat oder dem Land verbunden fühlen:
„Einerseits besteht die Verbindung zum Land, doch auf der anderen Seite werden Vorteile, Freiheiten und Stabilität des Staates Israel geschätzt. Israel bietet die Möglichkeit für ein modernes Leben und wirtschaftliche und politische Stabilität. Man kann das Leben von Arabern in Galiläa nicht mit dem von Arabern in den Palästinensischen Autonomiegebieten, dem Libanon oder Ägypten vergleichen. Auch besteht in Israel nicht die Gefahr einer Übernahme durch die Islamisten.“…

Budget für Nationales Cyber-Büro bewilligt

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat das Budget und den Arbeitsplan für das Nationale Cyber-Büro bewilligt, das Anfang des Jahres eingerichtet wurde.
Eines der wichtigsten Projekte in diesem Zusammenhang ist die Einrichtung eines Nationalen Cyber-Lagezentrums das die Arbeit der verschiedenen Organisationen koordinieren und als Abwehrzentrum für Cyber-Angriffe dienen soll.

Wieder Terrorangriff in Jerusalems Strassenbahn

Am Mittwochabend versuchte ein Araber, einen Sicherheitsbeamten in der Jerusalemer Strassenbahn zu erstechen. Im Stadtviertel French Hill holte der Mann eine Schere aus seiner Hosentasche und griff einen Sicherheitsbeamten in der Strassenbahn an. Seine Kollegen konnten den Terroristen jedoch rechtzeitig außer Gefecht setzen und niemand wurde verletzt.
Dies war ein weiterer Angriff auf die Strassenbahn, die ihren jüdischen Passagieren seit ihrer Einführung im September letzten Jahres immer noch keine sichere Reise garantieren kann.
Vor einigen Wochen wurde die Strassenbahn im arabischen Viertel Beit Hanina mit Steinen beworfen, was bei einigen Passagieren Traumata hinterliess. Im März wurde eine 19-jährige Soldatin von einem arabischen Angreifer im Stadtviertel Pisgat Zeev lebensgefährlich verletzt.
Ebenfalls im März schafften es arabische Steinewerfer, die Fenster der Strassenbahn zu zerschmettern, obwohl diese eigentlich besonders gegen solche Attacken gesichert sind.
Ähnliche Steinangriffe fanden auch im Dezember und Oktober letzten Jahres statt, jedesmal fuhr die Strassenbahn dabei durch arabische Stadtviertel.

Ultrarechte scheitern in Israels Parlament

Ultrarechte israelische Abgeordnete sind mit einem Vorstoss zur Legalisierung nicht genehmigter Siedlungen im Westjordanland gescheitert. 69 der 120 Knesset-Mitglieder stimmten am Mittwoch gegen, nur 22 für den Gesetzentwurf. Damit stellte sich eine Mehrheit der Abgeordneten hinter den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Likud), der sich gegen den umstrittenen Gesetzentwurf ausgesprochen hatte. Netanjahu hatte Ministern sogar mit Entlassung gedroht, sollten sie in erster Lesung für den Vorstoss stimmen.
Er fürchtete Medienberichte zufolge die heftige internationale Kritik, sollte das Gesetz gebilligt werden. Mehrere Minister blieben daraufhin der Abstimmung fern, obwohl sie vorher ihre Zustimmung gelobt hatten.
Mit dem Gesetzesentwurf sollten ohne Genehmigung der Regierung gebaute israelische Siedlungen im Westjordanland nachträglich legalisiert werden. Auf diese Weise sollte unter anderem der Abriss von fünf Siedlerhäusern im Ortsteil Ulpana in der Siedlung Beit El verhindert werden.
Israels höchstes Gericht hatte die Zerstörung der Gebäude bis zum 1. Juli angeordnet, weil sie auf privatem palästinensischem Land errichtet wurden. Die Einwohner der fünf Häuser sollen auf Land in Beit El umgesiedelt werden, das mit Genehmigung der Regierung bebaut wird.
Premier Netanjahu, der sich trotz des starken Drucks aus dem rechten Lager für die Räumung ausgesprochen hatte, kündigte gleichzeitig an, für jedes abgerissene Siedlerhaus sollten zehn neue gebaut werden. Andere Teile Beit Els sollen weiter ausgebaut werden, insgesamt sollen bis zu 300 neue Siedlerhäuser entstehen.
Daraufhin unterstützten auch der ultrarechte Aussenminister und seine Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) den Regierungschef bei der Abstimmung.
Netanjahu stimmte ausserdem der Bildung eines neuen Ministerkomitees zu, das unter seinem Vorsitz Bauprojekte im Westjordanland billigen kann. Israel unterscheidet zwischen Siedlungen, die mit Genehmigung der Regierung gebaut wurden, und illegalen Aussenposten.
Nach internationalem Recht sind jedoch alle Siedlungen illegal. Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben rund eine halbe Million Siedler inmitten von gut 2,5 Millionen Palästinensern.

„Jerusalem ist Ursprung Israels“

„Die Palästinenser weigern sich, mit uns zu verhandeln.“ Diese Ansicht äusserte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im zweiten Teil seines Interviews mit der „Bild“-Zeitung. Er erteilte außerdem der möglichen Teilung Jerusalems eine Absage.
„Die Palästinenser haben Verhandlungen verweigert, weil nicht nur Israel Zugeständnisse machen müsste, sondern sie auch. Sie müssten zum Beispiel den jüdischen Staat anerkennen“, sagte Netanjahu im Gespräch mit „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann und Chefreporter Julian Reichelt. Der israelische Regierungschef beteuerte, sofort zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen mit den Palästinensern bereit zu sein: „Sie haben gerade eine einmalige Gelegenheit, mit mir über den Frieden zu verhandeln. Das israelische Volk würde mir darin vertrauen, eine Lösung auf Basis solider Sicherheit zu liefern.“ An einer solchen Verhandlung seien die Palästinenser aber nicht interessiert – auch deswegen, weil sie akzeptieren müssten, dass ein Palästinenser-Staat keine Ausgangsbasis sein könne, um den jüdischen Staat zu vernichten.
Die Frage, ob er bereit sei, eines Tages die Teilung Jerusalems mit deren Osthälfte als Hauptstadt eine palästinensischen Staates zu akzeptieren, antwortete Netanjahu eindeutig: „Nein, nein, und ich glaube auch nicht, dass das notwendig wäre. Jerusalem müsste man eh als Allerletztes besprechen.“ Jerusalem sei der Ursprung der israelischen Nation seit 3.000 Jahren. „Und trotzdem erkennen wir an, dass es hier noch ein Volk gibt, die Palästinenser, die Seite an Seite mit uns leben. Aber sie müssen auch einsehen, dass wir, die wir immer hier gelebt haben, nicht verschwinden werden. Sie müssen diesen Geist loslassen, dass man Israel nicht eliminieren könnte.“ …

Aussergewöhnlicher Schatz gefunden

Archäologen haben nahe der israelischen Stadt Kirijat Gat einen rund 2.000 Jahre alten Schatz gefunden. Er besteht aus Schmuck sowie Gold- und Silbermünzen und ist laut der israelischen Altertumsbehörde von „erlesenster Qualität“.
Die Ausgrabungen wurden im Vorfeld von Bauarbeiten an einem Industriepark in der Gegend durchgeführt. Dabei stiessen die Forscher auf die Überreste eines Gebäudes aus römischer und byzantinischer Zeit. In dessen Hof entdeckten sie eine Grube, die ausgehoben und wieder zugeschüttet worden war. Darin befand sich in Stoffe eingewickelt der Schatz.
Ausgrabungsleiter Emil Alja sagte dazu: „Der prachtvolle Schatz beinhaltet Goldschmuck, darunter einen Ohrring in Form einer Blume, hergestellt von einem Juwelier, einen Ring mit einem Edelstein, auf dem sich das Bild einer geflügelten Göttin befindet, zwei Silberstäbchen, die möglicherweise für das Auftragen von Make-up benutzt wurden sowie etwa 140 Gold- und Silbermünzen.“ Die Münzen stammen aus der Zeit der römischen Kaiser Nero, Nerva und Trajan, die zwischen den Jahren 54 und 117 regierten, und zeigen deren Portraits…

Armeedienst hilft Orthodoxen auf dem Arbeitsmarkt

Die „Kommission für eine gerechtere Verteilung der Belastungen unter den Bürgern“ setzt ihre Arbeit fort.
Bei der Sitzung am Dienstag stellte ein Vertreter der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) Zahlen zur Arbeitssituation ultraorthodoxer ehemaliger Wehrdienstleistender vor.
Demnach nehmen 91% der ehemaligen Soldaten in der Einheit Shahar und 87% des Bataillons Netzah Yehuda nach dem Armeedienst eine Berufstätigkeit auf. Beide Einheiten wurden eigens für Ultraorthodoxe gegründet.
Aufgabe der „Kommission für eine gerechtere Verteilung der Belastungen unter den Bürgern“ ist die Ausarbeitung einer Alternative zum sogenannten „Tal-Gesetz“, das es bisher ultraorthodoxen Juden ermöglicht hat, dem Militärdienst fernzubleiben…

In drei Jahren keine illegale Einwanderung mehr

Ein neuer Arbeitskreis soll sich mit illegaler Einwanderung befassen. Dies gab Israels Innenminister Eli Jischai am Dienstag bekannt. Der Politiker setzte dem Gremium eine Zwei-Monats-Frist, um Umsetzungspläne vorzuweisen. In drei Jahren werde es keine „Eindringlinge“ in Israel mehr geben, so Jischai.
Der Innenminister sagte laut der Zeitung „Ha´aretz“: „Ich habe das Thema ganz oben auf meine Prioritätenliste des kommenden Jahres gesetzt, und ich plane, alles zu tun, was ich kann, um Israels Einwanderungsproblem zu lösen.“ Seine zwei Hauptziele sind der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge: weitere illegale Einwanderung in das Land verhindern und die derzeit illegal in Israel lebenden Migranten auszuweisen.
In den vergangenen Tagen habe sich Jischai mit Vertretern des Militärs, der Polizei und des Rechtssystems getroffen, um unterschiedliche Aspekte der Angelegenheit zu besprechen. Das Team solle Vorschläge entwickeln, um die afrikanische Einwanderung zu stoppen sowie illegal Anwesende auszuweisen. Dafür hätten die Mitglieder aus dem Militär-, Polizei- oder dem medizinischen Sektor zwei Monate Zeit. Den Arbeitskreis leitet Arnon Soffer. Er ist Professor für Geographie und Umweltstudien sowie einer der Gründer der Universität Haifa…

Selbst die Araber bauen illegale Häuser in Israel

Die Jerusalemer Stadträtin Yael Antebi hat einen Brief an zwei Knessetabgeordnete geschrieben, mit der Frage, warum nur jüdische Häuser vom Abriss bedroht werden, wo doch die illegale Bautätigkeit von Arabern, vor allem in Ostjerusalem, weitaus grösser sei.
„Da Sie so besorgt um die Einhaltung des Gesetzes in Beit El sind, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass das Gesetz in den Jerusalemer Stadtteilen Schuafat, Anata, French Hill, Pisgat Zeev und Neve Jaakov in vielen Fällen nicht eingehalten wird. Dort wird ohne offizielle Genehmigung gebaut und tausende Araber aus dem Westjordanland siedeln sich dort unerlaubterweise an. Dadurch wächst die arabische Bevölkerung Jerusalems rasant an. Die Anwohner dieser Stadtteile leiden sehr unter dem Zustrom und glauben schon nicht mehr daran, dass die Anarchie von der Polizei bekämpft wird. Die oben genannten Stadtteile sind eigentlich nicht mehr unter israelischer Herrschaft,“ schreibt Frau Antebi.
Die arabischen Häuser, die ohne offizielle Genehmigung gebaut werden, stehen nicht unter der Aufsicht der zuständigen Behörde und weisen teilweise grobe Mängel auf. Weiterhin werden Umweltstandarts nicht eingehalten, genauso werden Störungen durch Lärm von Muezzin, Feiern und Feuerwerkskörpern nicht geahndet. Nachbarn beschweren sich immer wieder über laute Feste der Araber, die oft bis spät in die Nacht andauern und mit Schüssen und Feuerwerkskörpern begleitet werden.
Im Oktober letzten Jahres sprach Premierminister Benjamin Netanjahu auf ähnliche Weise vor der Knesset, als er sagte, „Es gibt keinen Staat im Staat, wir leben in einem Land – Israel ist ein jüdisches und demokratisches Land. Ich werde dafür sorgen, dass das Gesetz in allen Teilen des Landes auf gleiche Weise vollstreckt wird.“…