Nahost

Israel übergibt Leichen von Attentätern an Palästinenserbehörde

Israel wird am Donnerstag die sterblichen Überreste von 91 Palästinensern an die Palästinenserbehörde übergeben – eine Geste des israelischen Ministerpräsidenten an den palästinensischen Präsidenten.
Die Menschen waren bei Anschlägen gegen Israelis in Jerusalem, Tel Aviv und Beersheva ums Leben gekommen – und zwar seit dem Jahr 1967. Bisher waren sie im Jordantal begraben.
Nun sollen die, die für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich sind, mit einer Hommage geehrt werden. Familienangehörige freuen sich.
“Das verändert unser Leben. Wir wissen, dass die Leiche meines Mannes aus den Händen der Zionisten befreit wird. Nun werden wir wissen, wo er ist und wir können sein Grab besuchen, wann immer wir wollen.”
“Ich habe meinen Vater nie gesehen, ich kenne ihn nicht. Ich war zwei Jahre alt, als er getötet wurde.”
Israelische Opferverbände haben die Übergabe scharf kritisiert.

Schiesserei auf offener Strasse

Bei einer Polizeioperation im arabischen Dorf Taybe kam es zur Auseinandersetzung mit der Abd al-Kader Familie, die für ihre kriminellen Aktivitäten bekannt ist. Dabei wurde ein Mann der Familie verletzt und ein anderer getötet. Kein Polizist wurde verletzt, mehrere Familienmitglieder wurden verhaftet.
Nach Angaben der Polizei traf eine ihrer Einheiten während einer Operation auf bewaffnete Mitglieder des Familienclans. Daraufhin kam es zu einer Schiesserei vor der örtlichen Schule. Zusätzliche Einsatzwagen sowie Krankenwagen kamen zum Einsatz. Die Menschen schlossen sich in ihren Geschäften und Häusern ein, als sich die filmreife Szene vor ihren Augen abspielte.
Einige Familien sprachen mit Journalisten und beschrieben ihre Angst: „Maskierte Polizisten streifen durch die Strassen und machen den Kindern Angst, das muss aufhören!“ sagte ein Anwohner. Andere wollen, dass die Polizei den Al-Kader Clan nicht provoziert, so dass die Stadt nicht im Ausnahmezustand leben müsse.
Im April wurden fünf Mitglieder der Al-Kader Familie verhaftet, da sie Polizeibeamte bedrohten als diese Sicherheitskameras und Strassensperren entfernten, die die Familie in ihrem Stadtviertel platziert hatte. Seit Wochen versucht die israelische Polizei nun, die Sicherheitsvorkehrungen der Familie zu entfernen, aber sie werden immer wieder angebracht, sobald die Polizisten abziehen…

Mehrheit der Ägypter gegen Frieden mit Israel

Rund 61 Prozent der Ägypter haben sich für eine Aufhebung des Friedensvertrages zwischen ihrem Land und dem Staat Israel ausgesprochen. Knapp ein Drittel befürwortet die Beibehaltung des Abkommens. Das ergab eine aktuelle Umfrage des US-amerikanischen „Pew Forschungszentrums“ in Washington.
Bei einer ähnlichen Umfrage im vergangenen Jahr waren 54 Prozent der Ägypter für die Aufkündigung des 1979 geschlossenen Friedensvertrages.
Von den USA haben die meisten Ägypter nach wie vor eine schlechte Meinung. Rund 79 Prozent der Befragten sind dem Verbündeten gegenüber negativ eingestellt, ebenso viele wie im Vorjahr. Etwa 19 Prozent stehen den USA wohlwollend gegenüber.
Laut der Befragung vertraten sechs von zehn Ägyptern die Ansicht, die militärischen und wirtschaftlichen Hilfen aus den USA hätten einen negativen Einfluss auf ihr Land. Gleichwohl befand nur knapp ein Viertel die nationale Wirtschaft für „gut“. Die USA haben Ägypten im Jahr Jahr 2010 mit insgesamt rund 1,7 Milliarden Dollar unterstützt. Damit standen Wirtschafts- und Militärhilfen für das Land an fünfter Stelle nach denen für Afghanistan, Pakistan, Israel und den Irak…

Hungerstreik von palästinensischen Straftätern

Nach Angaben der israelischen Gefängnisbehörde vom Donnerstag befinden sich knapp 1600 inhaftierte palästinensische Straftäter im Hungerstreik. Gemäss der Behörden-Sprecherin ist keiner von ihnen in Lebensgefahr. Alle bekämen Infusionen mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Nur Zwölf seien in intensiverer medizinischer Behandlung.
Die israelische Organisation Ärzte für Menschenrechte (PHRI) verwiess darauf, dass zur Zeit nur die Gesundheit des 27-jährigen Bilal Diab und des 33-jährigen Thaer Halahla nach bisher mehr als 70 Tagen Hungerstreik gefährdet sei. Diese Beiden sind Mitglieder der radikalen Terrororganisation Islamischer Dschihad und verweigern seit Ende Februar eigenverantwortlich die Nahrungsaufnahme.

Abbas entfernt sich vom Frieden

In Kairo einigten sich die rivalisierenden Organisationen heute auf eine Zusammenarbeit. Die Hamas will Israel allerdings weiterhin nicht anerkennen. Israel verurteilt die Einigung. So haben sich die verfeindeten Palästinenserparteien Fatah und Hamas einmal mehr ihre Versöhnung verkündet. Sie schlossen einen „Pakt für Palästina“. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Hamas-Vorsitzender Chaled Maschaal trafen sich dazu in Kairo. Es war ihr erstes persönliches Treffen seit der Machtübernahme der islamistischen Hamas im Gaza-Streifen im Jahr 2007. Die Hamas wird vom Westen als Terror-Organisation betrachtet. Die beiden Palästinenserparteien wollen bis Mai eine gemeinsame Übergangsregierung bilden sowie Parlaments- und Präsidentenwahlen abhalten. „Es gibt keine Differenzen mehr zwischen uns“, versicherte Abbas. Israel hat die Ankündigungen der Palästinenser scharf kritisiert. Regierungssprecher Mark Regev erklärte, je mehr sich Abbas an die Hamas annähere, desto weiter entferne er sich vom Frieden…

Gilad Shalit ist wieder zu Hause

Gilad Schalit traf sich nach seiner Ankunft in Tel Nof mit seinen Eltern und Ministerpräsident Netanjahu. Gilad salutierte dem Ministerpräsidenten. Eine herzliche Umarmung mit seinem Vater folgte, die Netanjahu glücklich betrachtete (siehe Bild). In einer Ansprache nach dem Empfang sagte Netanjahu, dass er vor zweieinhalb Jahren bei seinem Amtsantritt die Akte Schalit auf seinem Tisch hatte und es sich zum Ziel setzte, Gilad lebend nach Hause zu bringen, bevor es zu spät ist und er ins nirgendwo verschwindet. Diese Mission sieht er heute als erfüllt an. Die Hamas sei der Forderung nachgekommen, dass die Terroristen nicht nach Judäa und Samaria entlassen werden, um für die Sicherheit der israelischen Bevölkerung zu garantieren…

Neuer Palästina-Reiseführer

„This Week in Palestine“ („Diese Woche in Palästina“) heisst die wöchentliche Broschüre, die von Palästinensern in allen arabischen Hotels in Israel an der Rezeption ausgelegt wird. Ein 100-Seiten Heft in Englisch für alle Touristen im Heiligen Land. Ein ausführlicher Reiseführer für Palästina – so, als ob es Israel überhaupt nicht gäbe. In der August-Ausgabe beschreibt der Palästinenser Dr. Ali Qleibo Jerusalem aus einem christlichen und islamischen Hintergrund heraus: „Jerusalem wird für immer mit der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus assoziiert sein und mit der nächtlichen Himmelfahrt des Propheten Mohammed und seiner Transfiguration. Klöster und Moscheen dominieren die christliche und islamische Welt der Heiligen Stadt Al Quds (Jerusalem). Seit eh und je war Jerusalem das kulturelle und theologische Zentrum von Palästina.“

Protestaraber wollen zur israelischen Armee und zum Mossad

Trotz des weitverbreiteten Hasses gegen Israel erzeugten die Volksaufstände in der arabisch-moslemischen Welt ein neues Phänomen: Hunderte Araber wollen dem Judenstaat helfen und kundtun, dass sie sich zu Israel hingezogen fühlen. Dank des „Arabischen Frühlings“ erkennen immer mehr Ägypter, Syrier, Jordanier und Irakis, wie gut und gerecht Israel ist. Zu dieser Einschätzung gelangten sie angesichts der totalitären Gesellschaften, in denen sie aufgewachsen sind. Den meisten wurde seit Kindertagen eingeimpft, Israel sei ein blutdürstiges Monster. So gibt es also ein neues Kuriosum im Nahen Osten. Tausende Araber reichen bei israelischen Behörden Anträge auf Immigration ein. Meist begehren sie lediglich Asyl, aber manche bekunden ihren Willen, in der israelischen Armee oder im Mossad zu dienen. Einige von ihnen geben sogar an, jüdische Wurzeln zu haben. Israels Aussenministerium verriet der Tageszeitung Jediot Ahronot, dass es sich bei einigen Antragstellern sogar um Prominente aus den Reihen arabischer Regierungen und politischer Organisationen handele. „Ihr seid der einzige Staat in der Region, der persönliche Freiheit gewährtel politisches Asyl sucht.

Josefsgrab mit Hakenkreuzen verunziert

Unbekannte haben das Josefsgrab im Westjordanland mit Graffiti verunstaltet – darunter waren auch Hakenkreuze. Mittwochnacht beteten etwa 1.500 Juden an der heiligen Stätte und entdeckten die Schmiererei.
Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ meldet, war die Gebetsversammlung mit den israelischen Sicherheitskräften abgestimmt. Anlass war der bevorstehende jüdische Versöhnungstag Jom Kippur, der am Samstag begangen wird. Die ersten Soldaten und Beter, die an die Grabstätte gelangten, sahen die Graffiti und übermalten sie mit weisser Farbe.
Der Rabbiner der Region Samaria, Eljakim Levanon, forderte von der israelischen Regierung ein entschiedenes Vorgehen gegen derartigen Vandalismus: „Vor etwa einem Monat haben sie versucht, die Israelis durch schockierende Darstellungen von einem angeblichen ’schwarzen September‘ einzuschüchtern, aber wir haben deutlich gesehen, dass alle diese Drohungen verschwinden, wenn die israelische Regierung ihre Souveränität demonstriert.“ Er fügte an: „Ich rufe die israelische Regierung auf, Kraft aus dem Bild von Josef dem Gerechten zu ziehen und jüdischen Respekt und Heroismus gegenüber jenem Aufstand gegen das Volk Israel zu zeigen.“
Die israelischen Oberrabbiner Jona Metzger und Schlomo Amar reagierten schockiert und empört. „Es ist undenkbar, dass die heiligsten Stätten als Ziel der Rache zwischen Religionen dienen“, schrieben sie in einer Mitteilung. Sie forderten alle Geistlichen auf, den Vorfall scharf zu verurteilen und „ihren Nachfolgern Gefühle von Respekt für die Werte einzuträufeln, die Anhängern anderer Religionen heilig sind“.

Ägypten stellt Friedensvertrag mit Israel in Frage

Das Verhältnis zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten verschlechtert sich zusehends. In Jordanien fordern Demonstranten den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Israel empört mit seinem Versuch, die Palästinenser durch massiven Druck von ihrem Antrag auf UNO-Vollmitgliedschaft abzubringen, die arabische Welt. Der Premierminister der ägyptischen Übergangsregierung, Essam Sharaf, hat erstmals den 1979 mit Israel geschlossenen Friedensvertrag in Frage gestellt. „Das Camp-David-Abkommen ist nicht sakrosankt“, sagte er am Donnerstagabend in einem vom türkischen Staatsfernsehen übertragenen Interview…