Nahost

„Kollaborateur suchte nach Material über Arad“

Im Libanon ist ein Palästinenser festgenommen worden, weil er nach Informationen über den 1986 entführten Israeli Ron Arad gesucht haben soll. Nach Ansicht der libanesischen Behörden wurde er von einem Mossad-Agenten beauftragt.
Wie die Tageszeitung „Ma´ariv“ unter Berufung auf die libanesische Zeitung „A-Safir“ berichtet, wurde der mutmaßliche Kollaborateur von der Spionageabwehrabteilung der libanesischen Armee in Gewahrsam genommen. Er stammt aus einem Flüchtlingslager im Libanon. Dem Bericht zufolge soll der Mossad-Agent über eine europäische Telefonnummer mit dem Palästinenser kommuniziert haben. Später hätten sie E-Mail-Kontakt gehabt. Der Verdächtige habe für seine Tätigkeit im Libanon grosse Geldsummen aus Israel erhalten.
Das Kampfflugzeug des Navigators Ron Arad war am 16. Oktober 1986 im Libanon abgeschossen worden. Er und der Pilot konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten. Der Pilot wurde von der israelischen Armee in Sicherheit gebracht. Arad hingegen wurde von libanesischen Kämpfern verschleppt. Seine Tochter war damals 15 Monate alt. Das letzte Lebenszeichen von dem Vermissten gab es 1987.

Arabische Liga empfiehlt einseitige Ausrufung eines Palästinenser-Staates

Die Mitglieder der Arabischen Liga empfahlen den Palästinensern auf ihrer Tagung in Libyen, bei einem Scheitern der Verhandlungen mit Israel einseitig ihren Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 auszurufen. Israels Regierung bezeichnete die Empfehlung wörtlich als „Fata Morgana“, denn sie bezweifelt, dass die UNO und die USA einen einseitig erklärten Palästinenserstaat anerkennen würde. Die Arabische Liga gab den USA einen Monat Frist, durch Verhandlungen den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen, anderweitig würden verschiedene Alternativen erwogen.

Mubarak und König Abdallah II. unterstützen Abbas gegen Verhandlungsteilnahme

Palästinenserchef Abbas erreichte bei seinen Gesprächen mit Führern arabischer Staaten, wie zum Beispiel Mubarak von Ägypten und König Hussein von Jordanien, dass er nicht zu den Verhandlungen mit Israel zurückkehren soll, sollte Israel den Bau jüdischer Siedlungen nicht erneut stoppen. Nun könnte US-Präsident Obama auf Israel Druck ausüben, um noch einmal für 3 Monate die Bautätigkeit in den jüdischen Ortschaften stoppt, um ein Versickern der Gespräche zu verhindern. Gestern telefonierte Jordaniens König mit Ministerpräsident Netanjahu und forderte auf das Baustopp zu verlängern.

Jordanien verschob Ernennung eines neuen Botschafters

Bereits zum dritten Mal verschob die jordanische Regierung die Ernennung eines neuen Botschafters nach Israel, so berichtete die Londoner Zeitung Elaph. König Abdallah II., wartet auf den Ausgang der jetzigen direkten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern ab und deren Einfluß auf die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien, bevor jegliche Entscheidungen getroffen werden. Der vorige Botschafter, Ali Ayed, wurde im Juli für den Posten des Kommunikations- und Informationsminister zurückberufen und seither ist der Posten des Botschafters in Israel unbesetzt.

Juden machen Muslimen den Koran zum Geschenk

Nach einem Moschee-Brand im von Israel besetzten Westjordanland haben jüdische Siedler ein Zeichen der Solidarität gesetzt und den Bewohnern eines palästinensischen Dorfes neue Koran-Ausgaben geschenkt. Dieser Besuch solle ausdrücken, dass der, der gegen Frieden sei, auch gegen Gott sei, sagte Rabbi Menachem Froman, ein bekannter Friedensaktivist.

Israelischer Soldat verhöhnt Gefangene

Ein neues Video zeigt, wie ein Soldat um eine gefesselte und verschleierte Frau herum tanzt. Bei ihr soll es sich um eine Palästinenserin handeln. Im Internet ist ein Video aufgetaucht, in dem ein Angehöriger der israelischen Armee eine palästinensische Gefangene verhöhnt. Ein in der Nacht zu Dienstag im israelischen Fernsehsender Channel 10 veröffentlichtes Video zeigte einen Soldaten, der um eine gefesselte Frau herumtanzt.

Moschee angezündet

Eine Moschee im Westjordanland ist in der Nacht zum Montag in Brand gesteckt worden. Palästinensische Anwohner machten israelische Siedler für die Tat verantwortlich. Das islamische Gebetshaus befindet sich in der Ortschaft Beit Fadschar, nördlich von Hebron. „Sie haben Feuer an der Moschee gelegt, und dadurch wurde die Stromversorgung des Gebäudes unterbrochen“, sagte Ali Sawabta vom Ortsvorstand gegenüber der Zeitung „Jediot Aharonot“.

Israelisches Gericht: Soldaten missbrauchten Kind als Schutzschild

Zwei israelische Soldaten sind am Sonntag durch ein Militärgericht schuldig gesprochen worden, während der Gaza-Offensive ein palästinensisches Kind als lebendes Schutzschild missbraucht zu haben. Die beiden Soldaten hätten im Januar 2009 ein damals neunjähriges Kind gezwungen, die Taschen gefangener Palästinenser auf gefährliche Inhalte zu durchsuchen…