Der Grossverteiler Migros erntet nach der Ankündigung, Produkte aus den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten zu deklarieren, heftige Kritik. Die israelische Botschaft in der Schweiz lehnt die Linie der Migros aufs Schärfste ab.
Man sei enttäuscht zu sehen, dass sich die Migros an einer antiisraelischen politischen Kampagne beteilige, hielt die israelische Botschaft am Mittwoch fest. Die Kampagne ziele darauf ab, Israel anzuschwärzen und schon im Voraus den zukünftigen Status der umstrittenen Gebiete festzulegen.
Im «Migros-Magazin» dieser Woche kündigt der Grossverteiler an, Artikel aus besetzten Gebieten neu mit «Westbank, israelisches Siedlungsgebiet» oder «Ostjerusalem, israelisches Siedlungsgebiet» zu kennzeichnen.
Bisher stammen Produkte wie etwa Datteln, Kartoffeln, Früchte, Küchenkräuter oder Soda-Club-Geräte gemäss Herkunftsangabe aus «Israel». Migros will die neue Deklaration Mitte 2013 einführen.
News
Palästinensische Sicherheitshäftlinge beenden Hungerstreik
Palästinensische Sicherheitshäftlinge haben am Montag nach 28 Tagen ihren Hungerstreik beendet. Das Ende des Streiks wurde durch eine Übereinkunft ermöglicht, die in den vergangenen Tagen formuliert worden war.
Der wichtigste Punkt dabei ist die Unterschrift des jeweiligen Häftlings unter eine Verpflichtung, im Gefängnis keinen terroristischen Aktivitäten nachzugehen. Im Gegenzug werden Hafterleichterungen gewährt, wie die Beendigung der Isolationshaft für einige Häftlinge oder die Möglichkeit für Verwandte ersten Grades, Häftlinge aus dem Gazastreifen zu besuchen…
Mit dem Bob als Paradefrisur
Vidal Sassoon kämpfte als 17-jähriger gegen Faschisten und als junger Mann für Israel. Dann wurde er als Friseur zum Millionär. Am Mittwoch erlag er der Leukämie.
Sie nannten ihn „Bauhaus-Friseur“. Vidal Sassoon experimentierte Anfang der sechziger Jahre mit geometrischen Schnitten, die Trockenhauben und Lockenwickler überflüssig machten.
Mit seinem „Bob“, wie der Haarschnitt hiess, erregte er so viel Aufsehen, dass die Modedesignerin Mary Quant, Erfinderin des Minirocks, ihn als „Chanel der Haare“ bezeichnete.
Sassoon wurde am 17. Januar 1928 im Londoner Stadtteil Hammersmith geboren. Er war 17, als der Zweite Weltkrieg vorbei war. Seine Mutter brachte ihn zu einem Barbier in Whitechapel und überredete den Besitzer, ihm eine Lehrstelle zu geben. Damals trauten sich die Faschisten unter Führung Oswald Mosleys in England wieder auf die Strasse.
Sie riefen dazu auf, Synagogen niederzubrennen, jüdische Einrichtungen wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. Morris Beckman und drei andere jüdische Exsoldaten der britischen Armee beriefen ein Treffen von Gleichgesinnten ein, um über das Vorgehen gegen die Faschisten zu beraten. 43 Leute kamen – die „43 Group“ war geboren.
Einer dieser 43 war Vidal Sassoon. Die Gruppe setzte auf Gewalt gegen Mosleys Leute, zertrümmerte deren Strassenstände und schlug die Faschisten zusammen, wo sie sie traf. Die Gruppe erhielt ständig Zulauf, am Ende waren 900 Mitglieder eingetragen.
1950 löste man sich wieder auf, die Faschisten waren von der Strasse vertrieben. „Wir hatten zum letzten Mal die Wange hingehalten“, schrieb Sassoon im Vorwort zu Beckmans Buch „The 43 Group“, „und ich als 17-jähriger Neuling war stolz, dabei zu sein.“
1948 kämpfte er als Freiwilliger im israelischen Unabhängigkeitskrieg…
„Google Voice Search“ auf Hebräisch und Arabisch
Der Spracherkennungsdienst „Google Voice Search“ (Google Sprachsuche) ist jetzt auch auf Hebräisch und Arabisch verfügbar. Bei der Applikation handelt es sich um ein Programm, mit dem das Telefon über Spracherkennung gesteuert werden kann. Es ist als „App“ für Android und iPhones erhältlich.
Google erklärte, dass die beiden Sprachen die Entwickler vor besondere Probleme gestellt hätten. Die vokalisierten Wörter und Kollokationen seien eine Herausforderung gewesen. Um diese zu bewältigen hätten die Entwickler eine Datenbank mit über einer Million Wörter und Ausdrücke auf Hebräisch und Arabisch erstellt. Die arabische Version beinhaltet neben der Hochsprache auch Dialekte, die in Ägypten, den Golfstaaten und den Staaten der Levante vorherrschen. Dies meldete Google auf seinem offiziellen Blog.
Der Spracherkennungsdienst sei mit den Neuerungen jetzt in 29 Sprachen und Akzenten sowie in 37 Ländern verfügbar.
Mit dem Programm können Benutzer, ohne die Tastatur des Telefons zu verwenden, unter anderem Kurznachrichten und E-Mails schreiben sowie Suchbefehle in das Handy eingeben.
Queen stoppt mögliche Verhaftungen wegen „Kriegsverbrechen“
Die englische Königin Elizabeth II. hat eine Änderung des umstrittenen Kriegsverbrecher-Gesetzes unterschrieben. Damit setzte sie die Neuregelung formell in Kraft. Bislang drohte Repräsentanten fremder Staaten in Grossbritannien die Verhaftung wegen angeblicher „Kriegsverbrechen“. Deshalb hatte die israelische Oppositionsführerin Zipi Livni eine London-Reise im Dezember 2009 abgesagt. Auch Offiziere und Soldaten der israelischen Armee mussten befürchten, bereits bei ihrer Ankunft verhaftet zu werden. Der israelische Botschafter in Grossbritannien, Matthew Gold, begrüßte die Neuregelung. Sie verhindere den Missbrauch des britischen Rechtssystems zu politischen Zwecken. Gleichzeitig sei aber sichergestellt, dass tatsächliche Kriegsverbrecher weiterhin verfolgt werden könnten. „London wartet auf Sie“, gab Gould an Zipi Livni weiter. Die erklärte, sie sei froh, dass ihre drohende Verhaftung London aufgeweckt habe. Botschafter Gould erwartet, dass nun deutlich mehr israelische Touristen Grossbritannien besuchen werden. Von der Gesetzesänderung profitieren laut Gould nicht nur Israelis, sondern auch die Angehörigen von mindestens fünf weiteren Staaten.
Deutsche Linke verbreitete antisemitische Propaganda im Netz
Auf der Website des Linken-Kreisverbandes Duisburg wurde offenbar über Jahre zum Boykott israelischer Produkte aufgeworfen. Nun wurde das Pamphlet eilig entfernt. In den Davidstern ist ein Hakenkreuz montiert, darunter beginnt ein zweiseitiger antisemitischer Text, der in der Forderung gipfelt: Tretet… Weiterlesen ›
Italienische Journalistin: Vittorio Arrigoni „hat Israel gehasst“
Der Mitte April im Gazastreifen von Palästinensern ermordete Italiener Vittorio Arrigoni war „ein Fan des politischen Islamismus“ und „ein Feind der Juden“. Das schrieb die italienisch-jüdische Journalistin und Vizepräsidentin des Ausschusses für Aussenangelegenheiten der italienischen Abgeordnetenkammer, Fiamma Nirenstein, in einem… Weiterlesen ›
Israels Ärzte streiken
Rund 2.500 Ärzte und Medizinstudenten haben am Mittwoch vor der Knesset in Jerusalem demonstriert. Sie fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Als Teil des Protestes werden in israelischen Krankenhäusern derzeit nur noch dringende Operationen durchgeführt. Oppositionsführerin Zippi Livni wandte sich… Weiterlesen ›
Google wegen Street View in der Schweiz und in Israel unter Druck
Der US-Suchmaschinengigant Google steht wegen seines Straßenkartendienstes derzeit sowohl in der Schweizer auch als auch in Israel unter Druck, wie die Nachrichtenagentur AP meldet.
In der Schweiz soll noch in dieser Woche eine Anhörung erfolgen, ob der Service in der Schweiz legal ist, oder Persönlichkeitsrechte verletzt. Google-Manager Peter Fleischer zeigt sich zuversichtlich, dass Google die strikten Auflagen der Schweizer Behörden mit seinem Service erfüllen kann und rechnet daher mit einem grünen Licht von Seiten der Gerichte.
Der Schweizer Datenschützer Hanspeter Thuer hat hingegen gefordert, dass Google auch die Gesichter auf den geschossenen Fotos unkenntlich machen muss. Ein Gericht in Bern will sich am Donnerstag die Argumente der beiden Seiten anhören und zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob Google Street in der Schweiz zulässig ist.
Auch in Israel zieht Google Street View Sicherheitsbedenken auf sich. In Israel fürchtet man, dass Terroristen die 3D-Kartentechnik dazu nutzen könnten, um Anschläge auf beliebte Plätze oder Politik zu planen, heisst es. Dennoch will Israel den Service grundsätzlich zulassen, da die Vorteile überwiegen würden, heisst es. Israelische Experten sollen gemeinsam mit Google daran arbeiten, um die Sicherheit von Google Street View zu gewährleisten, so dass der Dienste keine Persönlichkeitsrechte verletze, heisst es.
Schauspieler Verne Troyer in Israel
Der amerikanische Schauspieler Verne Troyer, bekannt durch seine Rolle als Mini-Me in Austin Powers, hat Israel fünf Tage lang einen Besuch abgestattet. An der Klagemauer steckte auch er einen Gebetszettel in die Ritzen. Der Hollywoodstar ist der neue Präsentator der israelischen Modekette TNT.