Wissenschaft

Haben Archäologen eine Glocke des Hohepriesters entdeckt?

Bei Ausgrabungen in der Nähe der Jerusalemer Altstadtmauern haben Archäologen eine goldene Glocke entdeckt. Sie vermuten, dass sie einst an das Gewand eines hochrangigen Mannes genäht war, der gegen Ende der Zeit des Zweiten Tempels lebte. Die Glocke wurde in einem ehemaligen Abwasserkanal entdeckt, durch den einst das Regenwasser vom Tempelberg über den Siloah-Teich ins Kidrontal abgeleitet wurde, erläuterte Professor Ronny Reich von der Universität Haifa. Nach der jüdischen Überlieferung trugen die Hohepriester, die im Jerusalemer Tempel dienten, solche Glocken. So heisst es im 2. Buch Mose über die Kleidung Aarons: „Unten an seinem Saum sollst du Granatäpfel machen aus blauem und rotem Purpur und Scharlach ringsherum und zwischen sie goldene Schellen.“ Die Archäologen können derzeit nicht bestätigen, dass es sich bei ihrem Fund um eine solche „Schelle“ handelt, dies sei aber auch nicht auszuschliessen, hiess es…

Jerusalemer Forscher verfolgen Bakterienkommunikation

Wissenschaftler von der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine Leitungsbahn gefunden, mittels derer Bakterien miteinander kommunizieren. Diese Entdeckung hat wichtige Implikationen für die Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung von schädlichen Bakterien im Körper.
Wie Prof. Sigal Ben-Yehuda (Bild) vom Institute for Medical Research Israel Canada (IMRIC), die Leiterin der Forschungsgruppe, erklärt, kommunizieren Bakterien in der Natur über die Ausscheidung und Entgegennahme von extrazellulären Signalmolekülen. Diese Kommunikation ermöglicht den Bakterien, komplexe Aufgaben wie den Umgang mit der Antibiotika-Produktion oder die Ausscheidung von Virulenzfaktoren auszuführen.
Ben Yehudas Gruppe hat eine bislang noch nicht charakterisierte Art von Bakterienkommunikation identifiziert, die durch Nanoröhrchen vermittelt wird, die benachbarte Zellen miteinander verbinden. Diese Röhrchen verbinden Bakterien gleicher und unterschiedlicher Art. Durch sie können die Bakterien kleine Moleküle, Proteine und selbst kleine Genelemente (sog. Plasmide) austauschen.
Ein besseres Verständnis der Bildung neuer Nanoröhrchen in der Natur könnte zur Entwicklung neuer Strategien bei der Bekämpfung von pathogenen Bakterien führen, so Ben-Yehuda.

BGU-Forscher entwickeln neue Calcium-Ergänzung

Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität in Be’er Sheva (BGU) haben eine neuartige Technologie entwickelt, die eine ansonsten instabile Form von Calciumcarbonat stabilisieren kann. Bedient haben sie sich dafür bei Schalentieren.
Laut einer aktuellen Studie, die im Journal of Bone and Mineral Research veröffentlicht wurde, besteht der so gewonnene Mineralstoff ACC (Amorphes Calciumcarbonat) aus instabilen, Nano-grossen Partikeln. Mehrere Arten von Schalentieren, insbesondere Flusskrebse, sind in der Lage, den Stoff so zu stabilisieren, dass sie grosse Mengen an Calcium effizient speichern und schnell wiederverwenden können.
Inspiriert von dem natürlichen Prozess bei den Schalentieren haben die israelischen Forscher den synthetischen ACC-Bestandteil gegenüber anderen gängigen Calciumergänzungen getestet und sind dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Absorbierungs- und Speicherungsraten im Blut um 40% und in den Knochen um 30% höher lagen als bei anderen Calciumquellen. Dies wirkt sich positiv auf die Dosierung, die Nebenwirkungen und die Verträglichkeit des Nahrungsergänzungsmittels aus.
Dr. Amir Berman vom Ilse Katz Institute für Nanoscale Science and Technology an der BGU, der mit an der Forschung beteiligt war, teilt mit: „Da die meisten Erwachsenen ihren täglichen Calciumbedarf heute mit Ergänzungen decken, wird diese neue Form sich als substantiell zuträglicher erweisen.“…

Israelische Studie: Mobilfunkstrahlung nicht krebserregend

Dass die von Mobiltelefonen ausgehende Strahlung eine Ursache für Krebserkrankungen sein könnte, ist eine international weit verbreitete Sorge. Ein vom israelischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie sorgt nun für Entwarnung.

Dr. Micha Barhana, der im Ministerium für die Registrierung von Krebskrankheiten zuständig ist, hat bei seiner Forschung Daten von 6000 Gliomen (Hirn-eigene Tumoren) gesammelt, die sich aus dem das Nervensystem im Gerhin umgebenden Material entwickeln. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass die Rate der Tumoren in den letzten beiden Jahrzehnten, in denen es zu der rasanten Verbreitung von Mobiltelefonen gekommen ist, rückläufig war. Gerade die Gliome sind es aber nun, die bislang mit den Mobilfunkstrahlen in Zusammenhang gebracht wurden.

Barhana betont, er wolle aus den Ergebnissen seiner Studie nicht den Schluss ziehen, dass die Strahlung gut für die Gesundheit sei; den Empfehlungen und Warnung hinsichtlich ihrer krebsfördernden Wirkung fehle jedoch jegliche wissenschaftliche Basis…

Armband warnt vor epileptischen Anfällen

Das israelische Jungunternehmen „EpiLert“ hat ein Armband zur rechtzeitigen Erkennung von epileptischen Anfällen entwickelt. Das Gerät alarmiert automatisch den zuständigen Pflegedienst.
Immer mehr Menschen leiden an Epilepsie. Vor allem Jugendliche und Menschen ab 65 Jahren sind von der Krankheit betroffen. „EpiLert“ hat nun ein medizinisches Armband entwickelt, das bereits beim Einsetzen der Krämpfe ein Signal an einen Krankenpfleger weiterleitet. In dem Band ist ein Sensor integriert, der die Intensität der Bewegungen erkennt und misst. Das berichtet der israelische Nachrichtendienst „Israel 21c“.
„Die grösste Herausforderung war die Entwicklung eines Systems, welches zwischen alltäglichen und den einzigartigen Bewegungen eines epileptischen Anfalls unterscheidet“, sagte der Elektronik-Ingenieur Amos Schaham. „Das Entwickeln einer Technologie, die keinen falschen Alarm gibt, war unser Durchbruch.“

Universität Tübingen ehrt israelischen Akademiker

Der israelische Sozialphilosoph Avischai Margalit erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis der Universität Tübingen. Damit würdigt die Evangelisch-Theologische Fakultät die Suche des jüdischen Akademikers nach „einer grundlegenden Politik- und Gesellschaftsorientierung jenseits aller ideologischen, ethischen und religiösen Fundamentalismen“.
Margalit wurde 1939 in Afula geboren und wuchs in Jerusalem auf. Nach dem Studium der Philosophie und Wirtschaftswissenschaften in Jerusalem leistete er seinen Wehrdienst in der Nahal-Fallschirmjäger-Einheit ab, die im Sechs-Tage-Krieg am 7. Juni 1967 an der Eroberung von Ost-Jerusalem beteiligt war. Er engagiert sich vielfältig in dem Teil der israelischen Friedensbewegung, die sich im israelisch-palästinensischen Konflikt energisch für die Zwei-Staaten-Lösung einsetzt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 hatte Margalit die renommierte Shulman-Professur für Philosophie an der Hebräischen Universität von Jerusalem inne und ist seitdem George F. Kennan-Professor am „Institute for Advanced Study“ in Princeton.
Im Zentrum seiner Überlegungen zur praktischen Philosophie steht die Konzeption einer „anständigen“ Gesellschaft. Charakteristisch ist es nach Margalits Urteil, dass ihre schwächeren Mitglieder durch die sozialen Institutionen nicht systematisch erniedrigt, gedemütigt oder entwürdigt werden…

Israels Weltraumforscher setzen auf Zusammenarbeit mit Europa

Israel erobert den Himmel – und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit der europäischen Weltraumagentur ESA. Am Sonntag soll ein Abkommen unterzeichnet werden, das eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Astronomie, Astrophysik, Erforschung des Sonnensystems, Satellitentechnik, Umweltbeobachtung aus dem All sowie Metorologie umfasst. Die ESA und Israel wollen zudem gemeinsam die Ursachen von Naturkatastrophen untersuchen und Experimente in der Schwerelosigkeit durchführen. „Die Vereinbarung mit der ESA zeigt, dass Israel als eine der führenden Nationen bei der Weltraumforschung betrachtet wird“, sagte Wissenschaftsminister Daniel Hershkowitz in einem Zeitungsinterview. Zur offiziellen Unterzeichnung des Abkommens reist eine Gruppe von prominenten Naturwissenschaftlern nach Israel. Sie nehmen an der „6. Internationalen Ilan-Ramon-Weltraumkonferenz“ in Herzlija teil. Ilan Ramon war der erste israelische Raumfahrer. Er starb gemeinsam mit sechs weiteren Besatzungsmitgliedern, als die amerikanische Raumfähre Columbia“ am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinanderbrach.

Wunder der Technik: Lahme können gehen

Ein israelisches Unternehmen hat eine Technologie namens „ReWalk“ entwickelt, mit deren Hilfe Querschnittsgelähmte laufen können. Sie kann wahrnehmen, ob ein Gelähmter einen Schritt machen will und setzt seinen Willen in die Tat um.
Mit Hilfe der computergestützten Mechanik ist es für Querschnittsgelähmte möglich, Treppen zu steigen oder vom Sitzen aufzustehen. Hinter der Technologie steht das Unternehmen „Argo“ . Roboterartige Prothesen umfassen wie ein Aussenskelett die Beine und den Oberkörper des Gelähmten. Sensoren nehmen wahr, wann er gehen will. Die ausgefeilte Technologie nimmt die entsprechenden Impulse auf und setzt sie in Bewegungen um.
Das Nachrichtenportal „Israel21c“ kündigt an, dass das Unternehmen ab Januar 2011 die ersten Apparate mit der „ReWalk“-Technologie verkaufen werde…

Erfolgreiches Experiment zur Malaria-Bekämpfung

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben in Afrika erfolgreich eine neue Methode zur Malaria-Bekämpfung getestet. Mithilfe eines zuckerhaltigen toxischen Köders konnten sie eine deutliche Verkleinerung einer Population von Moskitos nachweisen, welche die Krankheit übertragen.
Im westafrikanischen Mali erprobten die Wissenschaftler das System in künstlichen Wasserleitungen, in denen die Mücken natürliche Bedingungen für das Eierlegen vorfanden. Lokale Früchte wie Guaven und Honigmelonen, die attraktiv für die untersuchten Moskito-Arten waren, wurden mit einer toxischen Lösung versehen. Diese enthielt auch Lebensmittelfarbe, damit die Forscher später die Auswirkungen nachvollziehen konnten…

Neue Methode zur Malaria-Bekämpfung entwickelt

An der Hebräischen Universität Jerusalem ist eine neue Methode zur unkomplizierten Insektenkontrolle entwickelt worden, die zu einem signifikanten Rückgang an Malaria-übertragenden Moskitos führen kann. Sie wurde bereits im westafrikanischen Mali erfolgreich getestet.
Die Feldstudie in Afrika basierte auf früheren Vorarbeiten am Zentrum für Tropenkrankheiten der Hebräischen Universität. Die Methode besteht darin, pflanzliche Lockstoffe mit einem toxischen Zuckerköder (Attractive Toxic Sugar Bait/ATSB) auszustatten, der die Populationen von Malaria-übertragenden Moskitos stark reduzieren kann…