Rund 5.000 Seiten aus dem schriftlichen Nachlass des Kafka-Freundes Max Brod (1884–1968) sind am Dienstag in Berlin der israelischen Nationalbibliothek übergeben worden. Die Dokumente wurden zufällig bei einer Durchsuchung des Bundeskriminalamts im Jahr 2013 im Zuge von umfangreichen Ermittlungen unter… Weiterlesen ›
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Kafka-Briefe gehen an Israels Nationalbibliothek
Der Rechtsstreit war fast so kafkaesk wie das Werk des Schriftstellers selbst: Ein jahrelanger Prozess um einen Nachlass mit Briefen Kafkas ist zu Ende. Der heiss begehrte Kulturschatz geht jetzt an die israelische Nationalbibliothek in Jerusalem.
Ein kostbarer Nachlass mit Briefen des Schriftstellers Franz Kafka soll an die israelische Nationalbibliothek in Jerusalem gehen. Nach jahrelangem Rechtsstreit entschied ein Gericht in Tel Aviv über den Besitz des Nachlasses von Max Brod. Es wies laut einer Mitteilung vom Sonntag die Forderung zweier Schwester zurück, sie seien rechtmässige Erbinnen des Kulturschatzes. Damit entschied die Richterin auch gegen Ansprüche des Deutschen Literaturarchivs Marbach, das Interesse an dem Nachlass signalisiert hatte.
Vor seinem Tod 1924 hatte Franz Kafka seinen Freund Brod – ebenfalls Schriftsteller – gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung und Kafka errang Weltruhm. Brod floh 1939 vor den Nationalsozialisten aus Prag nach Palästina. In einem Koffer hatte er die Werke von Kafka dabei.
Nach Brods Tod 1968 ging der Nachlass mit vielen Kafka-Texten an seine ehemalige Sekretärin Esther Hoffe. Sie verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 das Romanmanuskript «Der Prozess», für etwa zwei Millionen Dollar, einen anderen Teil bewahrte sie in Safes in Israel und der Schweiz auf. Nach ihrem Tod vor zwei Jahren im Alter von 101 Jahren vererbte sie den Brod-Nachlass an ihre Töchter Ruth und Hava…