Gesellschaft

Deutschland: Vier Rabbiner, vier Meinungen

Zwei orthodoxe, ein liberaler und ein konservativer Toragelehrter beantworten grundsätzliche Fragen im Jüdischen Museum Berlin. Noch nie seien so viele Rabbiner auf einmal im Jüdischen Museum gewesen, sagt Cilly Kugelmann. Mit ihrer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Die ganze Wahrheit über Juden« wollte die stellvertretende Museumsleiterin am vergangenen Donnerstag (30.05.13) unterschiedliche Denominationen des Judentums präsentieren – Orthodoxie, Reform und Masorti. Und Kugelmann wollte demonstrieren, dass es keinen »jüdischen Papst« gibt – und dass keine der verschiedenen Richtungen die Wahrheit über das Judentum gepachtet hat. Wie kommt ein Jude in den Himmel? Vier Rabbiner suchen auf dem Podium des Jüdischen Museums gemeinsam nach Antworten auf diese und andere Fragen, die Juden bewegen. Ganz links sitzt Jona Simon, Rabbiner in Niedersachsen, ausgebildet am liberalen Abraham Geiger Kolleg in Berlin. Neben ihm Daniel Katz, konservativer Rabbiner in Weiden. Auf der anderen Seite die Orthodoxen: Yehuda Teichtal von Chabad Lubawitsch Berlin und Avichai Apel, Rabbiner in Dortmund….

Israels Existenz widerlegt christliche „Ersatz-Theologie“

In einem Artikel für eine israelische Lokalzeitung hat sich der Rabbiner Moshe Chaim Har-Noy besorgt gezeigt, weil sich noch immer viele bibelgläubige Juden weigern, die Wiedergeburt des jüdischen Staates zu feiern. Har-Noy machte darauf aufmerksam, dass die christlichen Kirchen Jahrhunderte lang argumentiert hätten, Gott habe anstelle der Juden die Christen zu seinem „auserwählten Volk“ gemacht („Ersatz-Theologie“). Die Juden hätten deshalb ihren Status als Nation verloren. „Dann kam der Holocaust und die grausame Vernichtung eines Drittels unseres Volkes. Für die Christen war das der unwiderlegbare Beweis, dass das ‚auserwählte Volk‘ nie mehr aufstehen würde.“ Aber, so der Rabbi weiter, „dann wurde der Staat Israel gegründet.“

Ein Fitnesszentrum für den Mossad-Geheimdienst

Die Jahreshaushalte von Mossad und Shabak übersteigen sechs Milliarden Schekel. Zwar verwaltet der israelische Geheimdienst Mossad ein Jahresbudget in der Höhe von einigen Milliarden Schekel, doch Spenden aus der jüdischen Diaspora werden dennoch mit Dank entgegengenommen. So enthüllte «Haaretz» am Mittwoch, dass der Staat dem Mossad genehmigt hat, von den amerikanischen Freunden der israelischen Verteidigungsstreitkräften eine Spende von umgerechnet 2,2 Millionen Dollar (acht Millionen Schekel) zu akzeptieren. Die Verwendung der Gelder soll offensichtlich dazu dienen, die physische Kraft der Geheimdienstler, aber auch deren moralisches Durchhaltevermögen zu erhöhen: Die 2,2 Millionen Dollar sollen in den Bau eines Fitnesszentrums für die Mossad-Leute gesteckt werden, sowie in den Kauf der für das Zentrum nötige Ausrüstung.,,,

Nachrichtensperre aufgehoben

Nach dem Zweifachmord in der Bar-No’ar, einem Beratungszentrum für junge Homosexuelle in Tel Aviv, vor vier Jahren und der Festnahme vierer Verdächtiger vor einer knappen Woche hat das Gericht die bisher über den Fall verhängte Nachrichtensperre aufgehoben…

Regierung für Verkaufsverbot von Stopfleber

Die Regierung hat am Sonntag einen Gesetzesvorschlag gebilligt, demzufolge der Verkauf von Gänse- und Entenleber verboten werden soll, zu deren Herstellung die Tiere der sogenannten Stopfmast unterzogen wurden. Die Stopfmast selbst ist in Israel bereits seit etwa zehn Jahren verboten, allerdings gelangen jährlich etwa 15 Tonnen vornehmlich aus Ungarn importierte Stopfleber in den Handel…

Frau erfüllt Kinderwunsch eines Toten

Sechs Jahre nach seinem Krebs-Tod ist der Kinderwunsch eines 30-Jährigen doch noch in Erfüllung gegangen: Eine alleinstehende Frau brachte nun seine leibliche Tochter zur Welt. In Israel hat eine alleinstehende Frau sechs Jahre nach dem Tod des ihr unbekannten Vaters ein Baby zur Welt gebracht. Der unverheiratete Mann, der davon geträumt habe, einmal Kinder zu haben, sei vor Jahren an Krebs erkrankt. Vor der Chemotherapie habe er Samenzellen einfrieren lassen, sagte Irit Rosenblum, Familien-Rechtsanwältin und Gründerin von „New Family“ der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Sie setzt sich für das Recht auf Nachkommen auch bei schwerer Krankheit oder nach dem Tod ein…

Religiöse zu Unrecht bei Homo-Doppelmord beschuldigt

Rund 100.000 Menschen haben an der Schwulen- und Lesbenparade in Tel Aviv (Foto) teilgenommen. Ein Grossteil der Teilnehmer war dafür eigens aus dem Ausland angereist. Darunter war auch das erste schwule Paar, das erst vor kurzem in Frankreich geheiratet hatte. Bei der Parade wurde der Opfer einer Schiesserei in einem Schwulenzentrum in Tel Aviv gedacht, die vor vier Jahren zwei Tote und elf Verletzte gefordert hatte. Schwulenverbände und Linksaktivisten hatten über Jahre hinweg gegen religiöse Juden gewettert, die dort aus Hass gegen Homosexuelle gemordet hätten. Vor wenigen Tagen nahm die Polizei nun vier Männer aus dem kriminellen Milieu unter dringendem Tatverdacht fest. Die Politiker der israelischen Linken weigern sich jedoch, sich bei den Religiösen für ihre falschen Vorwürfe zu entschuldigen…

Wer ist ein Zionist?

Als Zionisten wurden einst Menschen bezeichnet, die sich für die Errichtung eines jüdischen Staates einsetzten. Der israelische Schriftsteller A.B. Yehoshua geht der Frage nach, was der Begriff 65 Jahre nach der Staatsgründung Israels bedeuten kann. Zionismus ist ein Konzept, das an sich simpel, klar und leicht zu definieren und zu verstehen ist. Seine Definition zu verteidigen, sollte keine Schwierigkeiten bereiten. Im Laufe der letzten 20 bis 30 Jahre aber ist dieses simple Konzept einer der verwirrendsten und kompliziertesten Begriffe geworden. Sein übermässiger Gebrauch hat es verunmöglicht, sich bezüglich seiner Bedeutung einig zu werden. Die Rechte benutzt den Begriff gerne als eine Art Schlagrahm, der den Geschmack zweifelhafter Mahlzeiten verbessern soll, während die Linke ihn mit Furcht behandelt, so als ob es sich um eine Mine handle, die kurz davor ist, in den Händen eines Beobachters zu explodieren. Deshalb hat die Linke stets das Gefühl, sie müsse den Begriff mit irgendwelchen komischen Adjektiven neutralisieren wie etwa dem «geistig gesunden Zionismus» oder dem «humanen Zionismus». Im Disput zwischen dem «nationalen Lager» und dem «Friedenslager» wird der Zionismus als Offensivwaffe eingesetzt, die von einer Seite auf die andere geschlagen wird…

Armee verschärft Regeln für Umgang mit sozialen Netzwerken

Zu Beginn der Woche haben junge israelische Soldatinnen einen Skandal verursacht (JNS berichtete): Die Rekrutinnen fotografierten sich gegenseitig beim Strippen und veröffentlichten die Bilder auf Facebook. Aus dem sozialen Netzwerk fanden die Bilder der halbnackten Frauen schnell den Weg in die Weltpresse. Unmengen von weiteren unangebrachten Fotos israelischer Soldaten beiderlei Geschlechts machten in der Folge die Runde in sozialen Netzwerken. Nun hat die Armeeführung reagiert und strenge Regeln für den Umgang mit sozialen Netzwerken in Kraft gesetzt. Ein weiterer Facebook-Skandal hatte die Armee bereits vor einigen Monaten beschäftigt: Ein Soldat hatte auf seiner privaten Seite einen geheimen Einsatz des israelischen Militärs angekündigt .Die geplante Razzia in einem arabischen Dorf musste daraufhin abgesagt werden…