Kultur

Israelisch-deutsche Co-Produktion auf 3sat

Am Freitagabend wird auf 3sat der Film „Ein Leben für ein Leben“ ausgestrahlt. Er basiert auf dem Buch „Adam Hundesohn“ des israelischen Schriftstellers Yoram Kaniuk. Sein Werk handelt von den Erlebnissen, die die Überlebenden von Konzentrationslagern noch lange nach ihrer Gefangenschaft verarbeiten müssen.
Die israelisch-deutsche Co-Produktion handelt von dem ehemaligen Varietéstar Adam Stein (Jeff Goldblum). Dieser rettete einst in seiner Show einem Jungen das Leben. Zehn Jahre später wird er mit seiner Familie deportiert und trifft den Menschen wieder, den er damals gerettet hat. Er ist nun der sadistische Lagerkommandant Klein (Willem Dafoe). Der Gerettete bedankte sich bei Stein auf seine Weise und hielt ihn sich als „Hund“. Dadurch überlebt der Jude das Lager.
Nach dem Krieg ist Stein in einer psychiatrischen Anstalt für Schoah -Überlebende im Negev untergebracht. Als er dort versucht, sein Trauma aus der Lagerzeit zu verarbeiten, wird ein Junge eingeliefert (Tudor Rapiteanu), der sich für einen Hund hält. Von den Ärzten wurde er aufgegeben. Adam gelingt es als einzigem, eine Beziehung zu dem Jungen aufzubauen. Gemeinsam machen sie sich auf zur Heilung. Freitag, 9. November, 22:45 Uhr, 3sat

20.000 rennen durch Tel Aviv

Beim sechsten Tel Aviver Nachtlauf haben in der Nacht zum Mittwoch 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Strassen erobert.
Allyson Felix, Goldmedaillengewinnerin der jüngsten Olympischen Spiele in London, war eigens aus den USA angereist, um den Lauf zu eröffnen. Auch prominente israelische Läufer gingen an den Start, so etwa der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert.
Doch im Zentrum standen die vielen, vielen Teilnehmer, die monatelang trainiert hatten und schliesslich erschöpft aber glücklich die Ziellinie überquerten…

Keine Grenzen, keine Heimat

Olga Grjasnowas Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ reist von Baku über Deutschland nach Israel / Lesung in Freiburg. „1996 waren wir in Deutschland. 1997 dachte ich zum ersten Mal über Selbstmord nach.“ Das Drama verlorener Heimat, zerschellter… Weiterlesen ›

Israelische Küche: „Sogar der Hüttenkäse ist politisch“

Koscheres Essen, Wein vom Golan und Streit um Falafel. Was im Heiligen Land auf den Tisch kommt, erzählt viel über seine Konflikte.
Vieles von dem, was das heutige Israel ausmacht, kann man über die Küche erklären. Die Spaltung in Religiöse und Nicht-Religiöse, den Konflikt zwischen Juden und Muslimen, die Einflüsse von Einwanderern. Die einen essen nie koscher, die anderen nur. Russische Juden stehen auf Schweinefleisch – aber Schweine im Heiligen Land? Schwierig. Und dann ist da noch der Streit, ob Falafel und Hummus arabisch oder israelisch sind. Martin Krauß hat ein Buch über die israelische Küche geschrieben. Er hat unsere Fragen beantwortet….

Erste hebräische Schreibmaschine aufgetaucht

Noch mehr Nostalgie: In Jerusalem ist die wahrscheinlich erste hebräische Schreibmaschine aufgetaucht. Die noch ein wenig kompliziert zu bedienende Maschine mit dem Namen Iwria, die Hebräische, stammt aus dem Nachlass der vor fünf Jahren verstorbenen Malka Hasson. Hasson, früheres Mitglied der Untergrundorganisation „ETZEL“ in den 1930er und 1940er Jahren, hatte ihrem Sohn erzählt, der „ETZEL“ habe die Maschine früher benutzt.
„Meine Mutter hat nicht viel geredet, aber sie hat uns vom ‚ETZEL‘ erzählt und diese Schreibmaschine erwähnt und mich gebeten, sie als Teil ihrer Geschichte aufzubewahren“, so Zeev Avnion, der Sohn Hassons.
Das Tippen war allerdings mit dieser Maschine ein mühseliges Geschäft: Zunächst musste ein Schieber zum jeweiligen Buchstaben hinbewegt werden, und erst danach mit dem roten Knopf tatsächlich gedruckt.

David Shadi beim 22. Internationalen Köln Comedy Festival

David Shadi ist mit seinem Kurzfilm „Gentle Dog“ beim 22. Internationalen Köln Comedy Festival zu Gast, das vom 18. Oktober bis 3. November 2012 stattfindet. Zum 6. Mal wird das Köln Comedy Festival mit einem internationalen Filmprogramm ergänzt. Im Mittelpunkt steht das Köln Comedy Kurzfilmfestival. An zwei Abenden sind deutsche und internationale Kurzfilme zu sehen, die unterhaltend, lustig, amüsant, skurril oder absurd sind. Shadi wurde mit diesem Film sogar zu einem Filmfestival im Iran eigeladen.
Der Kurzfilm erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der hofft die Nacht gemeinsam mit seiner neuen Freundin zu verbringen. Aber zunächst muss er sich mit ihrem grossen sprechenden Hund intellektuell auseinandersetzen…
Samstag, 27. Oktober 2012
„Gentle Dog“, Regie: David Shadi, Israel 2012, 10 min.
David Shadi wird am Festivaltag anwesend sein und in der anschliessenden Talkrunde Frage und Antwort stehen….

Betar Jerusalem in – Beirut?

Libanesischer Tourismusminister erwägt Klage gegen die Produzenten von «Homeland».
Die ersten beiden, in Beirut spielenden Episoden der amerikanischen Erfolgs-TV-Serie «Homeland» könnten einen diplomatische Zwist auslösen. In den Episoden der mit Emmy-Preisen ausgezeichneten Serie wird nämlich die libanesische Hauptstadt als so etwas wie eine Terroristen-Hochburg dargestellt. «Diese Art von Filmen schadet dem Image Libanons», meinte der libanesische Tourismusminister Daby Abboud. «Das ist nicht fair uns gegenüber, und es ist nicht wahr. Es stellt die Wirklichkeit nicht dar. Wir planen eine Klage gegen die Filmemacher und Produzenten und verlangen eine Entschuldigung.» Besonders erzürnt sind die Libanesen offenbar, weil im Aushang eines Kioskes in Beirut nicht nur ein Coca-Cola-Plakat auf Hebräisch zu sehen ist, sondern auch ein T-Shirt des israelischen Fussballclubs Betar Jerusalem! Ganz offensichtlich ist die Szene nicht in der Beiruter Hamra-Strasse gedreht worden sondern irgendwo in Israel, was beim Redigieren des Streifens offenbar übersehen worden ist. Um das Ungeschick noch zu akzentuieren, explodierte in Beirut nur zwei Tage nach der Äusserung des Tourismusministers eine Autobombe, was acht Libanesen das Leben kostete. Das dürfte auch die Behauptung Abbouds erschüttern, wonach Beirut zu den sichersten Städten der Welt gehöre und sicherer sei als etwa New York oder London.

Bestände der Jüdischen Gemeinde bleiben in Israel

Das israelische Staatsarchiv hat am Montag eine Klage der Israelitischen Kultusgemeinde zur Herausgabe der historischen Bestände der Wiener Jüdischen Gemeinde zurückgewiesen. Die Dokumenten, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs von Wien nach Israel ausgelagert worden waren, seien eine „permanente Leihgabe“ und eine Rückgabe daher nie beabsichtigt worden, so die Begründung.
Der frühere IKG-Präsident Ariel Muzicant hatte im Mai 2011 das Zentralarchiv für die Geschichte des jüdischen Volkes in Jerusalem geklagt, um die Archivalien nach Wien zurückzuführen. Das zuständige Bezirksgericht übertrug daraufhin die Entscheidungsgewalt in diesem Fall dem israelischen Staatsarchiv.
„Eine ‚permanente Leihgabe‘ ist kein Oxymoron, sondern stellt eine gängige Praxis von Museen und Archiven dar, falls der Eigentümer eines wichtigen kulturellen Artefakts dieses für immer an eine kulturelle Institution weitergeben, jedoch noch eine gewisse Verbindung dazu halten möchte“, hiess es in der Begründung der Entscheidung des Staatsarchivs in Jerusalem, wie die „Jerusalem Post“ berichtete.
Die ursprüngliche Motivation hinter der Verlegung der Sammlung nach Jerusalem sei es gewesen, „das kulturelle Gewicht des jungen Staates Israels als Zentrum des jüdischen Volkes zu stärken“, so das Staatsarchiv. Es bestand „keinerlei Absicht, dass die Sammlung je wieder zurückkehren sollte.“ Zudem biete Israel der Sammlung „ausreichend Zugang für Forscher, den die aktuelle jüdische Gemeinde in Wien nicht sofort bieten kann.“…

Kafka-Briefe gehen an Israels Nationalbibliothek

Der Rechtsstreit war fast so kafkaesk wie das Werk des Schriftstellers selbst: Ein jahrelanger Prozess um einen Nachlass mit Briefen Kafkas ist zu Ende. Der heiss begehrte Kulturschatz geht jetzt an die israelische Nationalbibliothek in Jerusalem.
Ein kostbarer Nachlass mit Briefen des Schriftstellers Franz Kafka soll an die israelische Nationalbibliothek in Jerusalem gehen. Nach jahrelangem Rechtsstreit entschied ein Gericht in Tel Aviv über den Besitz des Nachlasses von Max Brod. Es wies laut einer Mitteilung vom Sonntag die Forderung zweier Schwester zurück, sie seien rechtmässige Erbinnen des Kulturschatzes. Damit entschied die Richterin auch gegen Ansprüche des Deutschen Literaturarchivs Marbach, das Interesse an dem Nachlass signalisiert hatte.
Vor seinem Tod 1924 hatte Franz Kafka seinen Freund Brod – ebenfalls Schriftsteller – gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung und Kafka errang Weltruhm. Brod floh 1939 vor den Nationalsozialisten aus Prag nach Palästina. In einem Koffer hatte er die Werke von Kafka dabei.
Nach Brods Tod 1968 ging der Nachlass mit vielen Kafka-Texten an seine ehemalige Sekretärin Esther Hoffe. Sie verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 das Romanmanuskript «Der Prozess», für etwa zwei Millionen Dollar, einen anderen Teil bewahrte sie in Safes in Israel und der Schweiz auf. Nach ihrem Tod vor zwei Jahren im Alter von 101 Jahren vererbte sie den Brod-Nachlass an ihre Töchter Ruth und Hava…

Daliah Lavi: Der Schlagerstar der 70-er Jahre wird 70

Eines hat Daliah Lavi immer gewusst: Wann es Zeit ist, mit etwas aufzuhören, um mit dem, was man gemacht hat, in bester Erinnerung zu bleiben. Das gilt für ihre Filmkarriere, ihre Model-Laufbahn und ihre Zeit als Sängerin.
Am 12. Oktober feiert die 1942 als Daliah Levenbuch nahe Haifa geborene Künstlerin ihren 70. Geburtstag – zurückgezogen von der Show-Welt mit ihrem Ehemann und ihren vier Kindern in Asheville, North Carolina.
Entdeckt wurde sie als Teenager von Kirk Douglas, der in ihrem Heimatdorf einen Film drehte. Zur Schauspielerin und Tänzerin liess sie sich dank eines von Douglas vermitteltem Stipendium in Stockholm ausbilden, kehrte aber Ende der 50er-Jahre nach Israel zurück, um ihren Wehrdienst abzuleisten.
Nach der Armee-Zeit arbeitete sie erfolgreich als Mannequin, was gleich mehreren Filmproduzenten nicht verborgen blieb…