Kultur

Relikte einer uralten Synagoge bei Ausgrabungen in Galiläa entdeckt

Im nordisraelischen Galiläa sind bei Ausgrabungen Relikte einer riesigen Synagoge aus dem 4. und 5. Jahrhundert entdeckt worden. Wie das israelische Antiken-Ministerium am Montag mitteilte, entdeckten Forscher in dem Dorf Hukok ein reich verziertes Mosaik mit Abbildungen der Geschichte der biblischen Figur Samson, der 300 Füchse mit brennendem Schweif losschickte, um die Felder der Philister zu zerstören. An den Ausgrabungen waren die US-Forscherin Jodi Magness und zwei israelische Wissenschaftler beteiligt…

Kampf gegen das Erinnern

„Die Wohnung“ ist eine wahre Geschichte über das Verdrängen. Als der Dokumentarfilmer und Jude Arnon Goldfinger die Wohnung seiner verstorbenen Grossmutter ausmistet, entdeckt er Briefe und Fotos, die zeigen: Die Verwandte war mit einem Nazi-Ehepaar befreundet – und das, obwohl Goldfingers Urgrossmutter im KZ starb.
Was tun, wenn Oma Nazis mochte? Mit dieser Frage muss sich Goldfinger in seiner Dokumentation „Die Wohnung“ auseinandersetzen. Nach dem Tod seiner Grossmutter Gerda begibt er sich gemeinsam mit seiner Mutter in das Heim der Verstorbenen in Tel Aviv. Er erinnert sich an seine Jugend. Nur vier Stockwerke habe er hinauf gemusst und schon sei er mitten in Berlin gewesen. Nietzsche, Goethe und Schiller zieren die hölzernen Bücherregale, überall stehen Fotos aus der alten Heimat. Immer habe er sich auf Englisch mit der Grossmutter unterhalten, weil sie das Hebräische ablehnte und er des Deutschen nicht mächtig war. Denn Gerda und Kurt Tuchler sind erst nach Israel eingewandert, als sie nicht mehr anders konnten. 1936 verliessen sie das nationalsozialistische Deutschland. Ihre Heimat ist das Land dennoch geblieben, davon gibt die Wohnung Zeugnis.
Stutzig wird der Filmer, als er in den Regalen der Tuchlers Nazipropaganda findet. Anscheinend hat Kurt Tuchler seinerzeit den Journalisten Leopold von Mildenstein nach Palästina begleitet…

Waffenlager im Toten Meer entdeckt

Schatten der Vergangenheit: Der sinkende Wasserspiegel des Toten Meeres hat zahlreiche alte Waffen und Militärausrüstung ans Tageslicht befördert. Dank des Salzgehaltes sind sie gut erhalten. Nach einer Untersuchung der israelischen Armee handelt es sich um deutsche Waffen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.
Die Zahl der am nördlichen Ufer des Toten Meeres gefundenen Waffen gehe in die Tausende, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“: Granaten, Kugeln, Gewehre, Pistolen, Sprengsätze und alte Funkgeräte. Bereits vor einigen Jahren hätten Touristen verdächtige Munition gefunden, die aus dem Wasser auftauchte. Daraufhin begann das Ingenieur-Corps der israelischen Streitkräfte mit der Untersuchung der Funde, die nun abgeschlossen sei.
Offenbar handelt es sich um Waffen aus dem Ersten Weltkrieg, vermutet Oberst Jaron Beit-On. Auf einigen Waffen befänden sich Prägungen mit dem Herstellungsjahr 1895. „Unsere Untersuchungen zeigten, dass ein deutsches Regiment während dieser Zeit am nördlichen Toten Meer stationiert war.“ An der Seite der Türken hätten die Deutschen in dem Gebiet gegen die Briten gekämpft.
„Wir glauben, dass sie ihre Waffen im Toten Meer zurückgelassen haben, nachdem sie verloren hatten und gezwungen waren, nach Europa zurückzukehren. Vermutlich sind sie mit Booten auf das Tote Meer gefahren und haben die Granaten, Gewehre und den Rest der Waffen in gleichen Abständen versenkt.“…

Erstes israelisches Filmfestival in Grossbritannien

Am Donnerstag hat in London das erste israelische Filmfestival in Grossbritannien begonnen (http://www.seret.org.uk). Die Motivation für die Kulturveranstaltung sind laut Mitveranstalterin Odelia Haroush anti-israelische Proteste gewesen. Bis Montag werden insgesamt 14 israelische Filme gezeigt.
„Seret“, das hebräische Wort für Film: Diesen Namen trägt das erste „London Israeli Film & Television Festival“. Die Idee dazu hatten drei Frauen: Haroush, ehemalige Managerin des Londoner Kosmetiklandes Ahava, Anat Koren, Chefredakteurin des hebräischen Magazins London, und Patty Hochmann, Mitglied der Israelischen Filmakademie. Haroush sagte gegenüber der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“: „Wir realisierten, dass es kein israelisches Filmfestival in London gab, wie es sie in vielen Städten auf der ganzen Welt gibt, wie zum Beispiel in New York, Chicago, Amsterdam und Paris.“ Die israelische Film- und Fernsehindustrie floriere, TV-Programme würden von US-amerikanischen und britischen Vertreibern gekauft. „Wir wollten dem Publikum in Grossbritannien die Kultur und die soziale Vielfalt des täglichen Lebens in Israel durch die Medien Film und Fernsehen näher bringen.“
Haroush arbeitete als Managerin in einem Geschäft der Kosmetikmarke „Ahava“ in London. Dort werden israelische Pflegeprodukte verkauft. Wöchentlich machte sie laut eigenen Angaben Erfahrungen mit anti-israelischen Protesten. Dies sei eine Motivation für die Filmtage gewesen.
Zum Festival werden unter anderem die für den Oscar nominierten Filme „Footnote“, „Ajami“ und „Waltz with Bashir“ sowie die Oscar prämierte Kurzdokumentation „Strangers No More“ gezeigt. Des Weiteren soll es eine Konferenz für Filmemacher geben. Das Publikum erhalte die Möglichkeit, mit einigen Regisseuren zu sprechen…

Israelin entwickelt Performance zur Musik Wagners

Kurz vor dem Wagner-Jahr führt die Bayerische Staatsoper nicht nur einen neuen „Ring“ auf, sie unternimmt auch ein ganz besonderes Projekt: Die israelische Choreografin Saar Magal führt in München eine Performance zur Musik Wagners auf.
„Hacking Wagner“ – so nennt Saar Magal ihre Perfomance mit Tänzern aus Israel, Schweden und Deutschland. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper während der Opernfestspiele umgesetzt.
Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete im Vorfeld, dass Magal, Enkeltochter von Holocaust-Überlebenden, den Streit um Wagner künstlerisch auf die Bühne bringen wolle. In Israel weckt der für seine antisemitischen Ansichten bekannte Komponist immer noch Erinnerungen an den Holocaust.
Die 35-Jährige Saar Magal sagte im Gespräch mit der Zeitung ‚Haaretz‘ Weil ich aus einer Kultur stamme, die Wagner nicht hört und es verbietet, Wagner zu hören, will ich fragen, wer ist Wagner? Was sagt uns seine Musik?“
Aufführungsort für das von der Staatsoper produzierte Werk wird das Münchner Haus der Kunst sein. Das heutige Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst wurde im Jahr 1937 von Adolf Hitler als „Haus der deutschen Kunst“ veröffentlicht. Dort fand während der Nazi-Zeit jährlich die Propagandaveranstaltung „Grosse Deutsche Kunstausstellung“ statt.
Ein Jahr vor Richard Wagners 200. Geburtstag bringt das Münchner Nationaltheater Wagners „Ring des Nibelungen“ in einer Neuinszenierung von Andreas Kriegenburg auf die Bühne. Am 4. Februar hatte das „Rheingold“ Premiere; mit dem vierten Teil der Tetralogie, der „Götterdämmerung“, werden am 30. Juni die Münchner Opernfestspiele eröffnet.

Woche des Hebräischen Buches hat begonnen

Gestern Abend begann in Israel die jährliche „Woche des Hebräischen Buches“. In den grösseren Städten sind auf öffentlichen Plätzen oder in Einkaufszentren Stände aufgestellt. Dort bieten die israelischen Verleger die neuesten Erscheinungen an und Schriftsteller signieren ihre Bücher und plaudern mit den Käufern. In Jerusalem findet diese Messe im Liberty Bell Garden gegenüber dem Löwenspringbrunnen bei Jemin Mosche statt, in Tel Aviv auf dem Platz vor dem Bürgermeisteramt. Dieses Jahr drohten viele Schriftsteller damit, ihre Bücher nur noch über kleine Buchläden oder die Verleger vertreiben zu lassen, denn die grosssen Buchladenketten wie Steimatzky oder Zomet Sefarim haben oft Sonderangebote, in denen man vier Bücher für nur 20 Euro kaufen kann. Von diesen Angeboten bleibt für die Schriftsteller kaum mehr etwas übrig. Kulturministerin Limor Livnat, die gestern Abend in Tel Aviv bei der Eröffnung der Bücherwoche dabei war, meinte, wenn Bücher im Viererset für nur 100 Schekel angeboten werden habe die „Woche des Buches“ ihren Sinn verloren. Ein Buch sei ein Kulturartikel, der nicht „pro Meter“ verkauft werden kann und soll. Sie versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Bücherketten ihre Ware nicht zu Billigpreisen verschleudern, so dass die Schriftsteller auch den Lohn für ihre Mühe erhalten.
Für Kinder sind hauptsächlich Fantasie- und Abenteuergeschichten interessant. Der ehemalige Polizeiinspektor Mosche Karadi war in Tel Aviv, um sein Buch „Der Inspektor – Hamafkal“ zu signieren. Die bekannte Sängerin Keren Peles signierte hochschwanger ihr Buch „Akurim – Herausgerissene“. Auch viele andere Schriftsteller gaben sich ein Stelldichein.

Nach Protesten Richard-Wagner-Konzert in Israel abgesagt

Es hätte der erste Konzertabend in Israel nur mit Musik des antisemitischen Komponisten Richard Wagners sein sollen. Holocaust-Überlebende protestierten heftig. Nun sagte die Universität Tel Aviv das geplante Konzert ab – und fühlt sich vom Veranstalter getäuscht. Die Universität Tel Aviv hat einen geplanten Konzertabend mit Werken Richard Wagners in ihren Räumlichkeiten abgesagt. Die Veranstaltung „überschreite eine rote Linie“, schrieb die Universität zur Begründung der Absage: „Sie würde die Gefühle der israelischen Öffentlichkeit im Allgemeinen und der Holocaust-Überlebenden im Besonderen verletzen.“ Man habe den Veranstalter schriftlich über diese Entscheidung informiert, teilte eine Sprecherin der Universität am Dienstag mit.
Die Musikveranstaltung, die für den 18. Juni im Smolarz-Auditorium der Universität Tel Aviv geplant war, wäre das erste grosse Wagner-Konzert in Israel seit der Gründung des Staates im Jahre 1948 gewesen. Wagner, der von 1813 bis 1883 lebte, war entschiedener Antisemit, seine Werke waren während der Zeit des Nationalsozialismus enorm beliebt. Adolf Hitler verehrte den Komponisten bereits seit seiner Jugend. Nach den Pogromen gegen Juden in Deutschland im November 1938, spielte das Eretz Israel Symphonic Orchestra – das damals in Palästina aktive Vorläufer-Ensemble des Israel Philharmonic Orchestra – demonstrativ nicht mehr die Musik Wagners. Seitdem gilt in Israel ein inoffizieller Boykott Wagners, der zwar bereits mehrfach durchbrochen wurde, etwa durch den argentinisch-israelischen Dirigenten Daniel Barenboim – in regulären Konzerten jedoch wurde die Musik so gut wie nie gespielt.
Der Vorsitzende der israelischen Wagner-Gesellschaft, Jonathan Livny, der das Konzert veranstalten wollte, sagte der Nachrichtenagentur dpa, man wolle nun vor Gericht gegen die Universität vorgehen, um sie zu zwingen, das Konzert vereinbarungsgemäss abzuhalten. „Wir suchen nach einer Lösung.“ Man prüfe auch, ob das Konzert an einem anderen Ort stattfinden könne.
Die Universitätsleitung schrieb, sie habe „heftige und wütende Beschwerden und Forderungen nach einer Absage des umstrittenen Konzerts erhalten“. So hatte etwa Uri Chanoch, Sprecher einer Dachorganisation von Holocaust-Überlebenden an den Präsidenten der Universität geschrieben, und die Vorstellung, das Wagners Musik in Israel gespielt werden könne, eine „emotionale Folter“ genannt.
Bei der Veranstaltung an der Universität in Tel Aviv sollte unter der Leitung des Dirigenten Asher Fisch ein eigens für diesen Zweck zusammengestelltes Orchester von etwa hundert israelischen Musikern spielen. Fisch sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag, man bemühe sich gegenwärtig intensiv darum, dass das Konzert doch noch stattfinden könne.
Unter anderem wollte man die Ouvertüren von „Tannhäuser“ und den „Meistersingern“, den Liebestod aus „Tristan und Isolde“, den Walkürenritt aus dem „Ring des Nibelungen“ sowie Siegfrieds Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ aufführen. Eingerahmt hätte das Konzert laut der israelischen Zeitung „Haaretz“ durch wissenschaftliche Vorlesungen werden sollen, etwa über den Einfluss Wagners auf den Zionisten Theodor Herzl…

Claire Danes für Dreh in Israel

Die Schauspielerinnen Claire Danes und Mandy Patinkin sind am Mittwoch zu Dreharbeiten in Israel gelandet. Die beiden Stars von „Homeland“ drehen Teile der zweiten Staffel der erfolgreichen US-Serie Serie im Land.
Die Serie kehrt damit in gewisser Weise heim, da sie ursprünglich auf einem israelischen Format beruht. „Chatufim“ (Entführt) erzählte 2010 die fiktive Geschichte dreier Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, die nach 17 Jahren Geiselhaft im Zuge eines Gefangenenaustauschs in die Heimat zurückkehren.
Das Format wurde an den US-amerikanischen Kabelnetzbetreiber „Showtime“ verkauft und ist in den USA äussert erfolgreich.

Bar Refaeli verführt erstmals auf Leinwand

Supermodel Bar Rafaeli wird es bald nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch auf der Leinwand zu sehen geben. Gerade dreht sie für den Film Kidon. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, und erzählt die Geschichte eines Mitglieds der radikal-islamistischen Hamas, das ermordet wurde. Man vermutet, dass die Sondereinheit Kidon vom israelischen Geheimdienst Mossad dahintersteckt. Die schöne Israelin wird in dem Film die Rolle einer gerissenen Verführerin übernehmen. O-ton: Bar Rafaeli, Model und Schauspielerin „Das ist mein geheimer Lebenstraum. Ich wollte immer in der Mossad sein. Naja, vielleicht bin ich das ja auch, wer weiss? Ein Model zu sein ist schliesslich die schlechteste, wie heisst das? Tarnung!“ Als Israelin informiere sie sich ständig über die neuesten Ereignisse der Politik ihres Landes. Aber die Geschichte dieses Mordes habe für sie schon immer wie ein Filmplot geklungen. Kidon wird nächstes Jahr zunächst in Israel und Frankreich in die Kinos kommen.