Kultur

Digitalisierungsprojekt zum deutsch-jüdischen Kulturerbe

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der israelischen und der deutschen Regierung sowie der Jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem zur Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes sollen demnächst Dutzende von Nachlässen und Hunderte von Handschriften aus dem Bestand des Archivs digitalisiert und damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Israels Ministerpräsident stellte das „Kulturerbe-Projekt“ vor zwei Wochen in der gemeinsamen Kabinettsitzung beider Regierungen in Jerusalem vor: „Unser gemeinsames Erbe ist nicht nur ein tragisches Erbe, sondern auch eine anderes, ehrenvolleres Erbe. Als Kind habe ich viel Zeit mit dem Professor Josef Klausner verbracht, und von ihm lernte ich auch über Gershom Scholem und Marin Buber. Es war dies ein aufregendes Zusammentreffen des jüdischen Erbes mit dem deutschen Erbe, und ich würde mir wünschen, dass die junge Generation, die Generation der Zukunft, mehr darüber erfährt. Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft; sie ist nicht der einzige Schlüssel, aber wenn die Leute wissen, woher sie kommen, haben sie auch bessere Aussicht, zu wissen, wohin sie gehen. Wir wissen, woher wir gekommen sind, und wir wissen, wohin wir gehen – sowohl als getrennte Staaten als auch als Freunde und Verbündete.“…

Friedenspreis-Ausstellung auf Jerusalemer Buchmesse

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Israel: Eine Wanderausstellung zur Geschichte der renommierten Kulturauszeichnung wird vom 20. bis 25. Februar auf der Buchmesse in Jerusalem gezeigt.
Im Mittelpunkt steht dabei die besondere Beziehung der Verleger, Buchhändler und Schriftsteller in Deutschland zum jüdischen Volk und dem Staat Israel, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilte.
Zu den Trägern des Friedenspreises, der seit 1950 jedes Jahr zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, gehören aus Israel Teddy Kollek, Amos Oz, Saul Friedländer und David Grossman. Der Schriftsteller Grossman, der im vergangenen Jahr den Preis erhielt, wird die Ausstellung am 20. Februar eröffnen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Aufruf zum Boykott des Musikfestivals in Eilat

Israelische linke Aktivisten haben internationale Künstler dazu aufgerufen, das jährliche „International Red Sea Chamber Music Festival“ in Eilat zu boykottieren. Sie sind der Meinung, dass ein solches Festival den Eindruck der Normalität in Israel verleihe, die jedoch nicht bestehe. In einer Email an die Mitglieder des internationalen Orchesters iPalpiti listeten die Israelgegner prominente Künstler auf, die Israel in der Vergangenheit ebenfalls boykottierten. Darunter sind der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, Regisseur Ken Loach und Gitarrist John Williams. Zu den Mitgliedern, die diese Email unterschrieben haben, gehört auch der israelische Anarchist, Graphikdesigner und extrem links gerichtete Aktivist Yonatan Pollack. Die Organisatoren des Festivals haben erklärt, dass sie das Festival nicht absagen werden. Ein besonderes Musikstück, welches das Orchester aufführen wird, stammt von dem berühmten syrischen Komponisten Kareem Roustom und ist an die jüdische Klezmer-Volksmusik angelehnt.

Rekordpreis für israelisches Kunstwerk

Der israelische Künstler Yaakov Agam kann einen grossen Erfolg für sich verbuchen. Bei einer Auktion israelischer und internationaler Kunst von Sotheby’s New York erzielte eines seiner Gemälde den höchsten Verkaufspreis, den jemals ein israelisches Kunstwerk eingebracht hat. Das Werk „Zmicha“ (Wachstum) in Öl auf Holz wurde für 698 000 Dollar verkauft. Es ist ein Beispiel der monumentalen kinetischen Gemälde des 72jährigen Israelis und wurde bereits 1980 im Rahmen der Retrospektive des Künstlers im New Yorker Guggenheim-Museum gezeigt. Bei dem Käufer handelt es sich um einen Europäer, der anonym bleiben will. Agam selbst, der bei der Auktion anwesend war und mit grossem Applaus bedacht wurde, zeigte sich kaum überrascht über den hohen Kaufpreis: „Dies verwundert mich nicht… Meine Preise werden entsprechend der Geschichte, die ich in der Kunstwelt geschrieben habe, steigen.“

Bon Jovi kommt 2011 nach Israel

Im Jahr 2011 führt die Konzerttour von Jon Bon Jovi auch nach Israel. Das bestätigte er diese Woche. Der amerikanische Rockmusiker will auf der Welttournee sein neues Album „The Cycle“ vorstellen.
Wahrscheinlich wird der Musiker mit seiner Band im Sommer die Konzerttour unternehmen. Außer in Israel will er laut der Zeitung „Ha´aretz“ noch in Südamerika und Südafrika auftreten. Es ist das erste Mal, dass die Band nach Israel kommt.

Römische Statue freigespült

Der heftige Sturm vom vergangenen Wochenende hat große Schäden an den archäologischen Stätten entlang von Israels Mittelmeerküste angerichtet. Er hat jedoch auch eine eindrucksvolle römische Statue zum Vorschein gebracht.
Es handelt sich um eine 1.20 Meter hohe Frauenfigur aus dem 3. bis 4. Jh. n. Chr., die nach dem Zusammensturz eines Felsens an der Küste unweit von Ashkelon auftauchte. Allem Anschein nach stand sie einst in einem Badehaus, von dem nun ebenfalls Trümmer entdeckt wurden.
Dr. Yigal Israel, der für das Gebiet um Ashkelon zuständige Archäologe der Israelischen Altertumsbehörde (IAA), beschreibt den erfreulichen Fund: „Es ist dies eine Statue aus weißem und sehr schönem Marmor, der der Kopf und auch ein Teil des Armes fehlt. Wahrscheinlich wurde sie aus Italien, Griechenland oder Leinasien importiert, und womöglich stellt sie Aphrodite dar. Die Frau hat eine Toga an und lehnt an einer quadratischen Steinsäule. Ihre Kleidung ist aufs Sorgfältigste gestaltet, ihre Zehen sind fein, wir sehen ihre Sandalen und ihre kleine hervorstechende Brust. Einfach eine herrliche und wundervolle Statue.“…

Israelische Komödie gewinnt „Emmy“

Die israelische Sitcom „Ramzor“ hat den „Emmy“ für die beste Komödie gewonnen. Am Montagabend wurden für zehn Kategorien die jeweiligen Gewinner des „Emmy“ bekannt gegeben.
Während die deutschen Filmemacher bei der Preisverleihung leer ausgingen, dürfen israelische Filmproduzenten den zweiten „Emmy“ in der Geschichte feiern. Neben der Sitcom „Ramzor“ war die mit israelischer Beteiligung produzierte argentinische Seifenoper „Ciega a Citas“ nominiert worden (Israelnetz berichtete). Den ersten „Emmy“ in Israels Geschichte gewann 2000 der Dokumentarfilm „Kapo“ von Daniel Paran und Dan Setton.
„Ramzor“ heisst auf Deutsch „Ampel“. Die Farben der Ampel Rot, Gelb und Grün symbolisieren verschiedene Beziehungs-Situationen junger Männer im Alter von Mitte 30. In der Sitcom werden diese Situationen humorvoll verarbeitet…

Israelischer Film auf „Oscar-Shortlist“

Der israelische Beitrag „Precious Life“ hat es auf die „Shortlist“ für den Oscar der Kategorie „bester Dokumentarfilm“ geschafft. Der Filmemacher Shlomi Eldar erzählt darin die Geschichte eines Babys aus dem Gazastreifen, das dringend eine Knochenmarkspende braucht. Insgesamt sind 15 Dokumentarfilme vorläufig für den Preis nominiert.

Ein Fernsehbericht von Eldar trug dazu bei, dass der kleine Junge, Mohammed Abu Mustafa, und seine Mutter zur Behandlung nach Tel HaSchomer gebracht werden konnten. Später gab ein jüdischer Spender 55.000 Dollar, um die Kosten zu decken, berichtet die „Jerusalem Post“.
Die Regie für „Precious Life“ (Kostbares Leben) führte Nir Bergman. Die Handlung basiert auf einem Roman des israelischen Schriftstellers David Grossman, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.
In den vergangenen drei Jahren war jeweils ein israelischer Beitrag für den Oscar der Kategorie „ausländischer Film“ nominiert. Die Preise gingen jedoch jeweils in andere Länder…

Mehr Filmproduktionen im Heiligen Land

Zehn Jahre dauerten die zähen Verhandlungen zwischen Israel und Grossbritannien. Nicht um Politik ging es dabei, sondern um Film-Produktionen. Die jetzt getroffene Vereinbarung könnte Israel zu einem attraktiven Drehort für britische Filmprojekte machen. Israel gewährt den britischen Produktionsfirmen steuerliche Entlastung, um ihnen den Dreh in Israel schmackhaft zu machen. Das Abkommen trafen die Aussenminister Avigdor Lieberman und William Hague. Der Deal wurde in einer Zeit geschlossen, in der viele britische kulturelle und akademische Einrichtungen zum Boykott Israels aufrufen. Das Potenzial der Vereinbarung ist enorm.

UNESCO: Rachels Grab ist eine Moschee

Die UNESCO ist eine Organisation, die sich für das Weltkulturerbe im Auftrag der UNO einsetzt. Sie hat jetzt beschlossen, dass Rachels Grab zwischen Jerusalem und Bethlehem eine heilige Stätte der Moslems sei, eine Moschee mit Namen „Bilal Bin Rabah“. Aus diesem Grund forderte die UNESCO, dass Israel diese jüdische Grabstätte, wo Jakobs Lieblingsfrau Rachel begraben liegt, aus seiner national-jüdischen Erbliste entfernen. „Dies ist ein weiterer Schritt, Israels jüdische Rechte auf dieses Land zu vernichten“, erklärte Israels Vize-Aussenminister Danny Ayalon, der deswegen jegliche Beziehungen zwischen Israel und UNSECO abbrechen möchte. „Dies ist ein weiterer Erfolg palästinensischer Bemühungen, Israels Erbrecht auf das Gelobte Land ungültig zu machen.“ Auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu reagierte mit einem Schreiben darauf: „Das ist einfach absurd! Wenn nicht einmal die Grabstätten unserer Erzväter und Erzmütter wie Abraham, Isaak, Jakob, Sarah, Rebekka und Rachel als jüdische Erbstätte anerkannt werden, was ist dann eine gültige Erbstätte unseres Volkes in diesem Land?“ Die politische Rechthaberei im israelisch-palästinensischen Konflikt verschiebt sich immer mehr auf die religiöse Schiene, dort wo zwischen dem biblischen und koranischen Erbrecht auf dieses Land gewettet wird.