Kultur

Schon vor dem Kinostart ausgezeichnet: „Ein Sommer in Haifa“

In Filmen gibt es häufig „den einen Sommer“, der junge Menschen für immer verändert. In „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ geht River Phoenix mit seinen Freunden auf die Suche nach einer Leiche und lernt fürs Leben, in „Now And Then – Damals und Heute“ entdecken Christina Ricci und ihre Freundinnen in einem magischen Sommer Jungs für sich und decken Geheimnisse auf und in „December Boys“ erlebt „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe als Waisenkind die erste Liebe während eines prägenden Sommerurlaubs. „Ein Sommer in Haifa“ von Avi Nesher ist im Israel des Jahres 1968 angesiedelt und zeigt die Erlebnisse des Teenagers Arik, der in Haifa zwischen Nachkriegstrauma und sexueller Revolution für einen Sommer in einer Ehevermittlungsagentur arbeitet. Yankele Braid, Holocaustüberlebender und Chef von Arik, betreibt seine Agentur im Hinterzimmer eines Filmtheaters, welches ausschliesslich Liebesfilme zeigt und von einer kleinwüchsigen rumänischen Familie betrieben wird.
Der israelische Film über den Sommer des Lebens von Arik lief bereits auf dem Toronto International Filmfestival 2010 und gewann bei sieben Nominierungen für den israelischen Filmpreis die Preise „Bester Schauspieler“ und „Beste Schauspielerin“. „Ein Sommer in Haifa“ läuft am 9. Dezember an.

Netanyahu twittert auf Arabisch

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu plant im Rahmen seiner Bemühungen, einen Dialog mit der arabischen Welt herzustellen, auch Gespräche auf Arabisch bei Facebook und Twitter. So sollen ihm Internetnutzer aus arabischen Ländern Fragen stellen können, auf die er (ebenfalls auf Arabisch) sofort Antwort gibt.
Sein Pressesprecher für die arabischen Medien, Ofir Gendelman, hat kürzlich einen ähnlichen Chat veranstaltet, bei dem er Fragen zum arabischen Frühling, den Beziehungen zu Ägypten und natürlich zu der Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Iran beantwortete. Leider waren nicht alle Teilnehmer friedlich – einige nutzten, wie zu erwarten war, die Gelegenheit, um Israel anzugreifen. „Ich habe so einige neue Worte aus dem gesprochenen Arabisch gelernt“, scherzte Gendelman zu dem Thema.
Doch generell wird das Gespräch als Erfolg angesehen. Und auch die arabischen Medien wurden darauf aufmerksam, selbst Asharq Al-Awsat, eine der führenden Zeitungen der arabischen Welt, widmete der Aktion einen umfangreichen Bericht.
Online-Chats mit arabischen Internetnutzern sind kein neues Phänomen in Israel: Adel Hino und Lior Ben Dor, Leiter der Pressesprecher-Abteilung für arabische Medien des Aussenministeriums, chatten regelmässig auf Arabisch. „Eigentlich betreiben wir virtuelle Botschaften in 22 arabischen Ländern“, erklärte Ben Dor und fügte hinzu, dass auf diesem Weg „Zensur umschifft und Grenzen überschritten“ werden.

Heute beginnt Jom Kippur

Jom Kippur, acht Tage nach Rosh Hashana, ist der Versöhnungstag, der Tag des göttlichen Gerichts, der Busse und Umkehr (Lev. 23, 27-32), an dem die Verfehlungen des einzelnen Menschen gesühnt werden. Es ist der einzige in der Bibel genannte Fastentag.
Jom Kippur ist ein Tag, um über die eigenen Verfehlungen und Vergehen nachzudenken. Juden beten an diesem Tag um Vergebung der Sünden zwischen Menschen und Gott und bereuen fehlerhaftes Handeln und Vergehen im zwischenmenschlichen Bereich.
Die wichtigsten religiösen Vorschriften des Jom Kippur – lange Bittgottesdienste und ein 25-stündiges Fasten – werden selbst von vielen eigentlich säkularen Juden befolgt. Würde und feierlicher Ernst des Jom Kippur in der Öffentlichkeit sind stärker ausgeprägt als bei anderen Festen, Rosh Hashana ausgeschlossen. Israel kommt für 25 Stunden zu einem absoluten Stillstand. Alle Unterhaltungs- und Vergnügungsstätten sind geschlossen; Fernseh- und Radiosendungen werden eingestellt – sogar Nachrichten werden nicht gesendet; der öffentliche Verkehr ruht, die Flughäfen werden geschlossen und viele Strassenzüge abgesperrt…

„Sodom und Gomorrha“ für Nacktfotos am Toten Meer

Der US-Fotograf Spencer Tunick ist bekannt für Projekte mit viel nackter Haut. Für seine neueste Aktion hat er tausende nackte Menschen ans israelischen Ufer des Toten Meers gerufen – und dafür viel Kritik kassiert.
Der für seine Projekte mit nackten Menschenmassen bekannte US-Fotograf Spencer Tunick hat für seine neueste Aktion am israelischen Ufer des Toten Meers tausend Menschen für Nacktaufnahmen versammelt. Das Fotoprojekt, zu dem die Freiwilligen nackt auf einem privaten Strand zusammen kamen, hatte im Vorfeld in Israel für heftige Kritik gesorgt. Orthodoxe Rabbiner und Politiker warnten vor «Sodom und Gomorrha» und drohten mit juristischen Schritten, um die Aktion zu verhindern…

„Heisse Ware“: Das israelische Fernsehen erobert die Welt

Am zweiten Oktober startet auf dem US-Fernsehsender „Showtime“, ewiger Konkurrent von HBO, die Serie „Homeland“ um einen amerikanischen Soldaten, der aus mehrjähriger Kriegsgefangenschaft heimkehrt. Das besondere: „Homeland“ ist die amerikanische Version der israelischen Serie „Chatufim“ (Entführte), deren zweite Staffel gerade in Vorbereitung ist.
Und „Chatufim“ ist kein Einzelfall: Auch zahlreiche andere israelische Formate wurden bereits erfolgreich für den ausländischen Markt neu produziert.
Der Beginn dieser Entwicklung liegt ausgerechnet im Streik der Drehbuchautoren in den USA 2007. Damals sahen sich amerikanische Produzenten erstmals gezwungen, im Ausland auf Ideensuche zu gehen.
Andererseits aber, so Avi Armoza, Geschäftsführer von „Armoza Formats“ habe in den letzten Jahren eine Professionalisierung des israelischen Fernsehens eingesetzt, nicht zuletzt mit der grösseren Konkurrenz auf dem Markt durch neue Sender.
Den Vorteil israelischer Formate gegenüber denen aus anderen Ländern sieht Armoza vor allem in der „Erbarmungslosigkeit“ der israelischen Zuschauer. „Wenn eine Serie die Israelis zum Lachen gebracht hat, schafft sie das auch in Amerika und anderswo“, so Armoza. „Uns zum Lachen zu bringen, ist nicht so einfach.“
Der Erfolg in Israel ist aber nicht immer Bedingung für den Verkauf ins Ausland, wie Armoza erklärt: „Howard Gordon, der Produzent von „Homeland“, hat sich bereits für „Chatufim“ interessiert, als es noch nicht mehr als ein Drehbuch davon gab. Da wir so ein kleiner Markt sind, gibt es auch viele Formate, die zwar hier entwickelt und erfolgreich ins Ausland verkauft wurden, hier aber gar nicht produziert werden konnten.“ So beruht z.B. die erfolgreiche BBC-Sendung „The Bubble“ auf einem israelischen Konzept…

Dana International vertritt Israel bei der Eurovision

Dana International, die Grand-Prix-Gewinnerin von 1998, wird Israel auch in diesem Jahr bei dem europäischen Schlagerwettbewerb repräsentieren. Dana setzte sich mit ihrem Song „Ding Dong“ am Dienstagabend gegen neun Kontrahenten durch.
Die Sängerin zeigte sich nach ihrem Sieg höchst erfreut darüber, im Mai zum Grand Prix reisen zu dürfen, der dieses Jahr in Düsseldorf stattfindet: „Ich freue mich wie ein kleines Kind. Israel bei der Eurovision zu vertreten, ist eines der grössten Vergnügen dieser Profession. Es war wichtig für mich, Israel vor allen anderen Orten in Deutschland zu repräsentieren, und ich hoffe, dass ich niemanden enttäuschen werde. Ich danke den Zuschauern dafür, dass sie mich ausgewählt haben.
Israel wird am 12. Mai am zweiten Eurovision-Halbfinale teilnehmen; das Finale findet am 14. Mai statt…

Israel freut sich über mehrere „Oscars“

Der israelische Film „Strangers No More“ hat am Sonntag einen Oscar gewonnen. Die Filmemacher Karen Goodman und Kirk Simon dokumentieren darin das Leben von Flüchtlingskindern, die eine Grundschule in Tel Aviv besuchen. Auch die jüdische Schauspielerin Natalie Portman erhielt einen Oscar.
„Strangers No More“ erzählt die Geschichte von Flüchtlingskindern aus 48 verschiedenen Ländern, die alle an der Bialik-Rogozin-Schule in Tel Aviv unterrichtet werden. Jedes Kind bringt einen anderen Hintergrund und eine eigene Geschichte mit. Ihre Familien sind meist wegen Hunger, Krieg und Völkermord aus ihren Heimatländern geflohen und nach Israel eingewandert. Die Schule hat es sich daher zum Motto gemacht, dass „kein Kind ein Fremdes“ ist. Sie will ihnen helfen, sich in ihrem „neuen Leben“ zurechtzufinden. Das berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.
Der Film von Goodman und Simon ist nun mit einem Oscar in der Kategorie „Kurz-Dokumentation“ ausgezeichnet worden. Zusammen mit der Rektorin der Schule, Karen Tal, haben die Regisseure den Preis am Sonntag in Los Angeles entgegen genommen. „Unser Herz setzte aus, als sie uns als Gewinner bekanntgaben“, sagte die Schulleiterin gegenüber der Zeitung „Jediot Aharonot“…

Und der Oscar geht an…

Bei der 83. Oscarverleihung, die am 27. Februar im Kodak Theater in Hollywood stattfinden wird, sind in diesem Jahr besonders viele jüdische Schauspieler und Filme nominiert. Drei der Nominierungen für „Bester Film“ gingen an jüdische Produzenten, die jüdisch-amerikanische Schauspielerin Natalie Portman könnte den begehrten Preis für die beste weibliche Hautrolle in „Black Swan“ (dt. „Der schwarze Schwan“, siehe Bild) ergattern und Jesse Eisenberg, der die Hauptrolle im Film über das soziale Netzwerk „Facebook“ („The Social Network“) spielt, ist für den Oscar als „Bester Schauspieler“ nominiert. Der Film, der die Geschichte des jüdischen Facebook-Erfinders Mark Zuckerberg erzählt, bekam insgesamt acht Nominierungen. Die Neuverfilmung des Westernfilms „Der Marshall“ mit John Wayne aus dem Jahre 1968 heisst „True Grit“ (wörtlich übersetzt „Echter Schneid“) und stammt von den jüdischen Regisseuren Ethan und Joel Cohen. Der Streifen bekam gleich zehn Oscar-Nominierungen.

Der israelische Kurzfilm „Strangers no more“ (dt. „Keine Fremden mehr“) spielt im Herzen von Tel Aviv in einer aussergewöhnlichen Schule, wo Kinder aus 48 verschiedenen Ländern und sozialen Umständen gemeinsam lernen und aufwachsen. Viele der Schüler in der Bialik-Rogozin-Schule mussten schon im Kleinkindalter vor grosser Armut, Not und Genozid fliehen. Der Film der jüdischen Produzenten Karen Goodman und Kirk Simon ist in der Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“ nominiert und zeigt, wie die Kinder und ihre Familien das tägliche Leben in Israel gemeinsam meistern.

Ganz Israel wird zu einer riesigen Kunstgalerie

Bezalel, Israels wichtigste Akademie für Kunst und Design, präsentiert derzeit die grösste Freilicht-Kunstausstellung, die das Land je gesehen hat. Rund 1600 Studenten wirken an dem einzigartigen Projekt mit. Noch bis zum 26. Februar können die Kunstwerke bestaunt werden. Unzählige Reklametafeln wurden über das gesamte Land verteilt. Eine Online-Galerie auf der Webseite der Bezalel-Akademie zeigt, in welcher Stadt und in welcher Strasse die Kunstwerke zu sehen sind. Durch die Ausstellung soll den Israelis bewusst werden, was für eine Arbeit die Kunststudenten leisten. Ausserdem sollen so neue Studenten geworben werden. Das Projekt wird zusammen mit einer Werbeagentur durchgeführt. Es ist die ehrgeizigste und weitreichendste Kampagne, die Bezalel je gestartet hat. Noch nie zuvor waren so viele Studenten mit einem Projekt beschäftigt. Professor Arnon Zuckerman, der Direktor der Bezalel-Akademie, verweist auf das breite Spektrum der präsentierten Werke: „Jeder ist aufgeregt und glücklich, Teil eines solch riesigen Projektes zu sein. Wir sind sehr stolz auf die wundervollen Arbeiten, die unsere Studenten geschaffen haben.“