Nach dem Erfolg seines Videos „Die Wahrheit über das Westjordanland“ hat der stellvertretende israelische Aussenminister Danny Ajalon am Dienstag einen zweiten Clip auf „YouTube“ veröffentlicht. Darin erklärt er persönlich „Die Wahrheit über den Friedensprozess“.
Zunächst räumt Ajalon mit der verbreiteten Meinung auf, Israels Präsenz im Westjordanland sei das Hindernis für den Frieden. „Wenn Israels Präsenz die Ursache für den Konflikt ist, dann folgt daraus, dass es vor 1967 keinen Konflikt gegeben hat, weil Israel da nicht im Westjordanland war, richtig?“, fragt Ajalon. Dann erklärt er die Fakten zur Geschichte und beginnt mit der Gründung der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (PLO). Der Minister betont, dass diese im Jahr 1964 gebildet wurde, also zu einer Zeit, in der das Westjordanland in arabischer Hand war. „Welches Palästina wollten Sie also befreien?“
Ajalon weist in dem Clip ausführlich darauf hin, welche Angebote Israel den Palästinensern in den vergangenen Jahrzehnten angeboten hat und wie die Palästinenser diese immer wieder abgelehnt haben…
Nahost
Türken befürworten Israel-Politik ihrer Regierung
Die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) erhält für ihre Israel-Politik beträchtliche Unterstützung vonseiten der türkischen Bevölkerung. Das geht aus einer aktuellen Meinungsumfrage der „Sonar Research Group“ hervor. Außerdem sei die Popularität der AKP seit den Wahlen im Juni um drei Prozentpunkte gestiegen. Nach Veröffentlichung des Ausschussberichts der Vereinten Nationen über den „Mavi Marmara“-Vorfall, der Anschuldigungen gegen Israel und die Türkei erhebt, hatte die Türkei erklärt, dass sie die diplomatischen Beziehungen zu Israel reduziere und die militärische Zusammenarbeit beende. Israel hatte sich geweigert, sich für den Angriff auf die Hilfsflotte am Gazastreifen zu entschuldigen. Die kürzlich durchgeführte Umfrage zeigt, dass 84 Prozent der Befragten glaubten, die Türkei sei im Recht, was den Umgang mit der tödlichen Razzia auf dem Schiff „Mavi Marmara“angehe. 3,27 Prozent meinten hingegen, Israel habe das Recht gehabt, eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern anzugreifen. Außerdem sagten 2,27 Prozent, dass beide Länder richtig lägen, 2,63 Prozent hielten beide Ansichten für falsch und 7 Prozent enthielten sich einer Meinung…
Netanyahu tritt persönlich vor UNO-Vollversammlung
Der israelische Regierungschef will die Interessen seines Landes selber vor den Vereinten Nationen vertreten. Er plant in New York eine Rede zum Streit um den Palästinenserstaat zu halten.
Im Streit um die mögliche Anerkennung eines Palästinenserstaates will Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu die Position seines Landes persönlich vor den Vereinten Nationen vortragen. Er werde in der kommenden Woche nach New York reisen und vor der UNO-Vollversammlung eine Rede halten, sagte Netanyahu in Jerusalem. Die israelische Regierung lehnt die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die UNO vehement ab.
Die Palästinenser streben einseitig die staatliche Anerkennung durch die UNO in den Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 an, also mit dem Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem. Am Rande der UNO-Generaldebatte in New York will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in der kommenden Woche das Ersuchen an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben.
Jerusalem Im Fall eines Antrags auf Anerkennung eines Palästinenserstaates bei der UNO hat Israel mit der Aufhebung aller bislang mit den Palästinensern geschlossenen Abkommen gedroht. Die Palästinenser wollen ihren Antrag kommende Woche bei der UNO einreichen. «Wenn die Palästinenser einseitig einen solchen Entscheid treffen, bedeutet das die Aufhebung aller Verträge», sagte Vizeaussenminister Danni Ajalon im israelischen Radio…
Neue Terrorvereinigung in Gaza
Eine terroristische Gruppe mit Verbindung zu einer Splitterpartei der Palästinensischen Autonomiebehörde in Judäa und Samaria hat sich im Gazastreifen organisiert. Die Gruppe nennt sich Ansar Al-Mujahadeen und behauptet, tausende Anhänger zu haben. Der vorherige Name der Vereinigung war Kata’eb Al-Mujahadeen und unter diesem Namen hat die Gruppe die Verantwortung für zahlreiche Terrorattacken in Israel in den Jahren 2009 und 2010 übernommen. Israelischen Sicherheitskräften zufolge ist die Gruppe Teil der Salafi-Bewegung, die alle arabischen Regime mit einem islamischen Kalifat, einer religiösen Regierung, ersetzen wollen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Ma’an in Bethlehem haben die Vertreter der neuen Gruppe angekündigt, dass sie mit tausenden Mitgliedern aus Gaza und dem sogenannten Westjordanland gegen Israel, ihren Feind, antreten werden. „Wir haben viele erfolgreiche Jihad-Missionen gegen Israel durchgeführt und wir geben Palästina mit unseren Aktionen eine Seele“, so einer der maskierten bewaffneten Männer im Interview. Der Zeitpunkt für ein Zurücktreten in die Öffentlichkeit sei perfekt, so die Anführer. „Wir wollen unsere nächsten Jihad-Missionen gemeinsam mit der Hamas ausführen“, sagte Abu Bilal, der Sprecher der Gruppe.
ZAHAL und US-Armee verstärken gemeinsame Manöver
Die US-Armee will ihre Kooperation mit den israelischen Verteidigungsstreitkräften (ZAHAL) ausbauen.
2012 wird eines der grössten Manöver in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Staaten stattfinden.
Weitere Übungen sollen auf dem Kommando-Posten der US-Armee in Israel und Kommando-Posten von ZAHAL sowie im Hauptquartier von EUCOM, dem US-Kommando in Europa, in Deutschland stattfinden.
Barak: Hamas ist eine mörderische Terrororganisation
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hat sich am Donnerstag skeptisch zu der geplanten Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung von Fatah und Hamas geäußert.
„Die Hamas ist eine mörderische Terrororganisation, die Raketen auf Zivilsten abfeuert und jüngst einen Schulbus mit einer Panzerabwehrrakete beschossen hat. Dies ist eine Organisation, mit der es nichts zu verhandeln gibt, und daher führen wir keine Gespräche mit ihr“, so Barak.
Mit einer palästinensischen Einheitsregierung könne Israel nur verhandeln, wenn die Hamas dem Terror abschwören, die Terrorstrukturen zerschlagen und die Bedingungen des Nahostquartetts, also auch die früheren Abkommen zwischen Israel und den Palästinensern akzeptieren würde: „Nur unter diesen Bedingungen wäre mit der Hamas zu verhandeln. Ich sehe noch nicht, dass dies passieren wird.“
Zuvor hatten sich bereits Israels Präsident Shimon Peres, Ministerpräsident Binyamin Netanyahu und Aussenminister Avigdor Lieberman kritisch zu der innerpalästinensischen Aussöhnung geäussert.
Auch Bundesaussenminister Guido Westerwelle hat aus gegebenem Anlass abermals unterstrichen, dass die Hamas solange kein Ansprechpartner für Deutschland sein könne, wie sie das Existenzrecht Israels mit Gewalt in Frage stelle. „Diese Kriterien hat das Nahost-Quartett festgelegt, und sie bleiben für uns auch Richtschnur unseres Handelns“, so Westerwelle.
Orthodoxe: „Wir werden weiterhin am Josephgrab beten!“
Benny Machlev, der Leiter der regelmässigen heimlichen Gebetstreffen am Josephgrab gab bekannt, dass sich weiterhin jüdische Gläubige zu der heiligen Stätte begeben werden. Die Gruppe von Breslauer chassidischen Juden sehe sich besonders nach dem brutalen Tod von Ben-Yosef Livnat am… Weiterlesen ›
Ägypten könnte militärisch in Libyen eingreifen
Der israelische Rundfunk berichtet unter Berufung auf arabische Medienberichte, dass der regierende Militärrat unter General Hussein Tantawi in Kairo nach den libyschen Luftangriffen auf Demonstranten gedroht habe, in Libyen eingreifen zu müssen. Hierbei sind über dreissig Ägypter ums Leben gekommen.
Viele der über etwa zwei Millionen Ägypter versuchen angeblich aus Libyen zu fliehen und nach Ägypten zurückzukehren. Bereits nach den ersten Berichten über Massaker in Libyen gab, boten die Ägypter Hilfe für Verletzte an. Daraufhin hat Libyen die Grenze zu Ägypten geschlossen. Die Landebahn des Flughafens von Benghazi sind zerstört. Flugzeuge können nicht mehr starten oder landen. Für den Fall, dass es verletzten Libyern gelingt sich nach Ägypten durchzuschlagen, hat Ägypten nahe der Grenze ein grosses Lazarett errichtet. Ägypten hat bereits am Montag seine Truppen entlang der Grenze zu Libyen verstärkt habe.
Am Dienstag hat Libyen alle Verbindungen mit dem Ausland wurden gekappt, sowohl die Satellitenverbindungen als auch die Handynetze innerhalb von Libyen.
Damit auch Palästinenser aus Libyen über die von Israel kontrollierte Grenze in die Autonomiegebiete einreisen können, hat Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat Israel um eine grundsätzliche Genehmigung gebeten. Nach Schätzungen halten sich etwa 20.000 Palästinenser in Libyen auf, genaue Zahlen wurden nicht genannt.
Peres sieht in Unruhen eine Chance für Israel
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres sieht die Unruhen in Staaten der arabischen Welt nicht als eine Bedrohung, sondern als eine Chance für sein Land. „Ich bin begeistert, ein Zeuge dieser Entwicklung zu sein“, sagte Peres am Dienstag bei einem Besuch in Spanien. Er vertraue darauf, dass sich die Demokratie nun auch in anderen Ländern der Region ausbreiten werde.
Die Unruhen bedeuteten auch eine Chance zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. „Der Friede ist wie ein Pferd, das vor unserem Fenster vorüberläuft“, sagte der Friedensnobelpreisträger in einer Ansprache vor dem spanischen Parlament. „Wir müssen rasch aufspringen, sonst wird es zu spät sein.“
Peres unterscheidet sich mit seiner Haltung von der eines Grossteils der Israelis, die die Unruhen mit Skepsis betrachten und darin eher eine potenzielle Bedrohung für ihr Land sehen. Der Präsident besucht Spanien aus Anlass des 25. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern.
PA fordert Boykott der Jerusalemer Tourismuskonferenz
In einem Brief an die 30 Teilnehmer der Internationalen Tourismuskonferenz in Jerusalem appellierte die palästinensische Tourismusministerin Khulud Deibes an die Vertreter der Nationen, die Konferenz Ende des Monats zu boykottieren. Die israelische Nachrichtenseite Ynet berichtete am Montag, dass der letzten Freitag verschickte Brief grundsätzlich den Standpunkt vertritt, die offiziellen Repräsentanten der einzelnen Länder würden mit ihrer Teilnahme an der Konferenz das sogenannte „besetzte“ Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Die Veranstaltung wird vom Tourismusministerium und der Jerusalemer Stadtverwaltung organisiert, es sollen verschiedene Aspekte des israelischen Tourismus in Bezug auf die Zukunft des globalen Tourismus und wirtschaftliche Entwicklungen diskutiert werden. Unter anderem sollen Premierminister Benjamin Netanjahu und Tourismusminister Stas Misezhnikov zu den Gästen der Konferenz sprechen. Die palästinensische Ministerin Deibes schrieb desweiteren, dass eine solche Veranstaltung höchst problematisch sei, denn solange der israelisch-palästinensische Konflikt und darüber hinaus der Status von Jerusalem ungeklärt bleiben, sollten sich keine internationalen Vertreter der Länder dort versammeln. Bis jetzt hat noch kein Teilnehmer abgesagt, aber es besteht die Befürchtung, dass die Vertreter mancher Länder dies ausnutzen werden, um sich vom israelisch-arabischen Konflikt zu distanzieren. Misezhnikov zeigte sich enttäuscht von den Boykottversuchen der PA und sagte, dass sie sich damit nur selbst schaden würde. „Tourismus ist doch auch eine Brücke des Friedens, des Dialogs und des Verständnisses zwischen Ländern und Menschen, und finanziell hilft er der PA in gleichem Masse wie auch Israel davon profitiert.“