Die Einkünfte aus den Öl- und Gasvorkommen sollen in Zukunft in weit höherem Masse der israelischen Öffentlichkeit zugute kommen. Dies erklärte das für die Frage eigens eingerichtete Komitee unter Vorsitz des Ökonomen Eytan Sheshiski am Mittwoch.
Bislang erhält der Staat vertragsgemäß 30% der Einkünfte aus den Bohrungen, die ein Konsortium unter Führung des US-Energiekonzerns Noble-Energy vor der israelischen Mittelmeerküste durchführt. In Zukunft soll der Anteil sich mehr als verdoppeln und bis zu 66% betragen.
Die gegenwärtige Lizenzgebührenrate wird mit 12.5% unverändert bleiben. Die vermehrten Einkünfte für die israelische Öffentlichkeit werden über die Hinzufügung einer progressiven Mehrbesteuerung der Energiekonzerne ermöglicht.
Die bisherige Regelung geht auf ein Gesetz von 1952 zurück. Inzwischen haben sich aber die Umstände aufgrund der Exploration erheblicher Öl- und Gasvorkommen sowie der Öffnung für ausländische Investoren von Grund auf geändert.
Die Empfehlungen des Komitees werden frühestens Anfang 2011 Gesetzeskraft erlangen.
Wirtschaft
Bald Marihuana in Apotheken
Der Fachausschuss des Gesundheitsministeriums für die Prüfung der medizinischen Anwendung von Cannabis hat am Mittwoch die Aufnahme der Droge in die offizielle Liste von Medikamenten empfohlen. Bereits in einem halben Jahr soll Marihuana in israelischen Apotheken erhältlich sein.
Zur Klärung der Fragen, die den Anbau der Pflanze und weitere Fragen des konkreten Prozederes betreffen, soll nun auf Empfehlung des Ausschussvorsitzenden, Dr. Yehuda Baruch von der psychiatrischen Klinik Abrabanel, ein interministerieller Ausschuss gebildet werden.
Baruch beschreibt die Vorteile von Marihuana wie folgt: „Im Bereich der Schmerztherapie gibt es keinen Zweifel, dass es dem Kranken hilft. Und es ist auch bewiesen, dass es bei Krankheiten wie Multiple Sklerose hilft. Die Droge hat brechreizhemmende Wirkung, was bei der Behandlung von Brechphänomenen von Krebskranken nach der Chemotherapie ausgenutzt wird, und weitere positive Wirkungen.“
Teva kauft Mercks Theramex
Der israelische Pharmagigant Teva übernimmt das auf Frauengesundheit spezialisierte Tochterunternehmen Theramex des Darmstädter Konzerns Merck. Der Kaufpreis beträgt 265 Millionen Euro plus Meilensteinzahlungen.
Theramex bietet eine grosse Bandbreite von Gesundheitsprodukten für Frauen an, die in 50 Ländern der Erde verkauft werden. 2009 hat die Firma Einkünfte im Wert von 100 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein großer Teil davon stammt aus Direktverkäufen in Frankreich und Italien.
Teva wird die Akquisition aus internen Finanzmitteln bestreiten und spätestens Anfang 2011 zum Abschluss bringen. Für das Unternehmen stellt die Übernahme von Theramex einen wichtigen Schritt bei der Durchdringung des europäischen und weltweiten Marktes dar.
OECD lobt israelische Landwirtschaft
Ein neuer Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur grünen Besteuerung in verschiedenen Ländern lobt die Landwirte in Israel dafür, wie sie gelernt haben, mit verknappten Wasserquoten und Preisanstiegen umzugehen. Trotz dieser widrigen Trends sei es der israelischen Landwirtschaft geglückt, leistungsfähig zu bleiben und die Produktion zu steigern.
Als Beispiel nennt der Bericht, dass den Obstbauern in der ersten Hälfte des Jahrzehnts das Wasser um ein Drittel gekürzt wurde, sie ihren Ertrag aber dennoch um 42% zu erhöhen vermochten. Als die Wasserpreise stiegen, reagierten die Landwirte darauf, indem sie nur 75% der Quote ausnutzten.
Die Anpassung an die erschwerten Bedingungen ist den israelischen Landwirten u.a. durch die verstärkte Verwendung von geklärten Abwässern sowie innovative Bewässerungsmethoden (z.B. die Tröpfchenbewässerung) gelungen.
Lebensmittelmesse: Prämien für israelische Aussteller
Fünf israelische Firmen haben Preise bei der Internationalen Messe für Nahrungsmittel (SIAL) in Paris gewonnen. Dort präsentieren vom 17. bis 21. Oktober rund 5.700 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte und Innovationen.
Einem Bericht der Tageszeitung „Ha´aretz“ zufolge wurde das Unternehmen „Tempo“ für sein aromatisiertes Bier ausgezeichnet. Die Firma „Sugat“ erhielt einen Preis für ihr natriumarmes Salz. „Olia“ überzeugte die Juroren sowohl durch die Feigenproduktreihe als auch durch eine Mischung aus Knoblauch und Kumquatfrüchten. Der Schokoladenhersteller „Roy“ wurde für Liköre in drei Geschmacksrichtungen und eine originelle Pralinenschachtel gewürdigt. Zudem erhielt das Unternehmen „Sanlakol“ eine Prämie für individuell abgepackte Tomatensossen.
Unter den israelischen Ausstellern stammen in diesem Jahr vier aus dem arabischen Sektor. Zu ihnen gehört die „Nina“-Bäckerei in Haifa, die Mini-Pitas herstellt. Zudem drehte die Araberin Futna Dschabber, die in Israel durch ihre Teilnahme an der Realityshow „Big Brother“ bekannt wurde, im israelischen Messepavillon Werbespots. Sie testete Speisen für einen Film, der im Ernährungskanal ausgestrahlt werden soll. Dschabbers Ehemann führt ein Lokal in Tel Aviv.
Zwei Israelis erhalten US-Wissenschaftspreis
Zwei israelische Physiker gehören zu den zehn Gewinnern der diesjährigen National Medal of Science. Die renommierte Auszeichnung wird Mitte November von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus verliehen.
Bei den beiden aus Israel stammenden Preisträgern handelt es sich um Yakir Aharonov und Amnon Yariv.
Der 78jährige Aharonov lehrt an der Chapman University im kalifornischen Orange County. Er erhält die Auszeichnung für seine Arbeiten zur Quantenphysik (Aharonov-Bohm-Effekt), die ihn zu einer der einflussreichsten Figuren der modernen Physik gemacht haben.
Aharonov erfuhr von dem Preis während eines Heimatbesuchs in Israel. Er bemerkte dazu: „Ich fühle mich sehr geehrt. Dies ist eine wirkliche Auszeichnung, und ich denke, es ist schön, dass endlich jemand von einer kleinen Universität sie bekommt. So viele Leute von großen Universitäten bekommen sie. Das ist schon ein Wandel.“
Yahoo expandiert in Israel
Der Internetkonzern Yahoo will seine Aktivitäten in Israel ausweiten. Er kauft das Unternehmen „Dapper“ mit Sitz in Tel Aviv für umgerechnet rund 35 Millionen Euro. Tel Aviv wird für Yahoo damit zum zweiten israelischen Standort neben Haifa.
„Dapper“ wurde 2006 von Eran Shir und Jon Aizen gegründet. Das Unternehmen vermarktet eine Technologie, die es Werbetreibenden ermöglicht, mit ihrer Online-Werbung möglichst effektiv Kunden zu erreichen. Das gelingt dadurch, dass die Technologie das Verhalten der Kunden analysiert und ihnen zielgruppengerechte Artikel anbietet. Yahoo ist an „Dapper“ interessiert, weil es damit sein eigenes Know-How im Bereich der Online-Werbung vergrössern will.
Die Gründer von „Dapper“ sehen die Übernahme ihres Unternehmens durch Yahoo positiv. Die Zeitung „Jedi’ot Acharonot“ zitiert den Unternehmensgründer Shir mit den Worten: „Ich glaube, wir werden eine wundervolle Reise mit Yahoo haben.“ Er denke mittelfristig bereits über die Suche nach grösseren Räumlichkeiten für den Standort nach, die dem geplanten wirtschaftlichen Wachstum entsprechen werden. 35 Mitarbeiter sind aktuell bei „Dapper“ beschäftigt, aber Shir erwartet, dass nach der Übernahme durch Yahoo die Belegschaft wachsen werde.
Europäische Einführung des neuen NICOM(R) Systems
Cheetah Medical gab heute die europäische Einführung seines neuen NICOM(R) Systems bekannt, das integrierte Pulsoximetrie-Funktionalität (OxiMax(TM) Covidien plc) anbietet. Neben den wesentlichen hämodynamischen Parametern, die u.a. Herzvolumen (CO), Herzschlagvolumen (SV), nichtinvasiven Blutdruck (NIBP), totalen peripheren Widerstand (TPR) und Herzschlagvolumen-Varianz (SVV) umfassen, bietet das neue System eine neuen wichtigen Parameter an: den Sauerstoffversorgungsindex (DO2I).
DO2I ist ein Schlüsselindikator für die Sauerstoffversorgung der Organe und Gewebe, der immer häufiger dazu verwendet wird, um einen Anhaltspunkt für Reanimationsentscheidungen bei septischen, chirurgisch zu behandelnden und anderen ernsthaft kranken Patienten treffen zu können. Es ist das Produkt aus dem Blutvolumen, das das Gewebe versorgt, auch als Herzzeitvolumen bekannt, und dem Sauerstoffgehalt des Blutes. Zusätzlich bietet das NICOM 3.0 nun auch einen benutzerfreundlichen, intuitiven Touch-Screen und echtzeitliche Ereignismarkierungen an, um einen schnellen Beginn der Kontrolle zu ermöglichen. Auch besitzt es Schnittstellen mit anderen kontrollierenden und elektronischen Systemen.
«modu T»: Schlankes Baukasten-Handy
Das israelische Unternehmen modu hat mit dem «modu T» ein Smartphone angekündigt, das Nutzer mit verschiedenen modularen Funktionsaufsätzen lockt.
Diese machen das Gerät beispielsweise zur Kamera oder zum sportlichen Trainingsbegleiter. Das Telefon selbst präsentiert sich mit einem 2,2-Zoll-Display sehr schlank. Laut Hersteller hält das Modell den Guinness-Weltrekord für das «leichteste Touch-Handy der Welt».
Das Gerät wartet mit gängigen Features wie Internetzugang, eingebautem FM-Radio und GPS auf. Als Betriebssystem kommt Qualcomms Brew zum Einsatz, das auch HTC für sein Massenmarkt-Smartphone «Smart» nutzt. Das modu T soll laut Unternehmen nicht zuletzt durch eine hohe Sprachqualität und einen attraktiven Preis punkten. Allerdings gibt es bislang weder zu den Kosten noch dem Starttermin konkrete Angaben.
Israel und Indien bereiten Freihandelsabkommen vor
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und Indien stehen vor einer signifikanten Aufwertung. So haben sich Israels Finanzminister Yuval Steinitz und sein indischer Amtskollege Pranab Mukherjee am Freitag in Washington darauf geeinigt, mit der Vorarbeit für ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern beginnen zu wollen.
Steinitz und Mukherjee vereinbarten, dass die Gespräche über die Unterzeichnung eines Finanzprotokolls zur Förderung des Handels zwischen beiden Staaten im November beginnen solle und eine große israelische Wirtschaftsdelegation unter der Führung von Steinitz Anfang 2011 Indien besuchen werde.