Monat: Juni 2012

Umfrage: die meisten Israelis unterstützen Siedlungen

Eine neue Umfrage des Maagar Mohot Instituts und der Universität von Ariel zeigt, dass die Unterstützung der Israelis für Siedlungsbau und die Siedlerbewegung insgesamt gestiegen ist. Die Umfrage, die nur im „Kernland“ Israels durchgeführt wurde, also ohne Siedler, zeigt, dass 64 Prozent der Befragten weiteren Siedlungsbau in Judäa und Samaria (so genanntes Westjordanland) befürworten, während nur 15 Prozent einen Baustopp der Siedlungen wollen, das sind 20 Prozent weniger als letzes Jahr. Die israelische Bevölkerung scheint heutzutage weniger bereit zu sein, Land für Frieden abzugeben. 46 Prozent sind gegen jegliche territoriale Konzessionen, diese Zahl steigt ständig in den letzten Jahren. 73 Prozent der Befragten halten eine Zweistaatenlösung nicht förderlich für den Frieden, fast 10 Prozent mehr als letztes Jahr. Auch die Popularität von Premierminister Benjamin Netanjahu unter „Nicht-Siedlern“ steigt stetig, 58 Prozent denken, er sei ein guter Regierungsschef Israels…

Israelischer Ex-Soldat will Palästinenser werden

Ein israelischer Ex-Soldat will einem Bericht der Zeitung «Haaretz» zufolge Palästinenser werden und hat sich damit zwischen alle Stühle gesetzt. Die Palästinenser trauen ihm nicht und die Israelis verdächtigen ihn des Terrorismus.
Andrej Pschenichnikow sei vor einigen Monaten in die Nähe von Bethlehem gezogen und habe sich dort als Kellner und Bauarbeiter durchgeschlagen, berichtete die Zeitung am Freitag weiter. Er habe „am politischen Kampf für die Rechte der Palästinenser“ teilnehmen und „das privilegierte zionistische Leben aufgeben“ wollen, wurde der 24-Jährige zitiert.
„Ich wollte zeigen, dass ein Leben mit den Palästinensern möglich ist, wenn man ihnen nicht als Feind begegnet“, habe der junge Mann gesagt, der in der früheren Sowjetunion geboren wurde und vor elf Jahren nach Israel kam. Als Soldat war er unter anderem auch im Westjordanland eingesetzt.
Sein Leben bei den Palästinensern endete jedoch vorerst, als ihn die palästinensische Polizei auf Gesuch der israelischen Behörden festnahm und nach Israel abschob. Dort wurde ihm zunächst vorgeworfen, ein Terrorist zu sein, der die Zerstörung Israels beabsichtige, dann aber wurde er freigelassen. Auch sein Wunsch, die israelische Staatsbürgerschaft abzulegen, sei bisher nicht erfüllt worden.

Sitzungen versäumt: Lieberman muss zahlen

Israels Aussenminister Avigdor Lieberman hat zu viele Plenarsitzungen versäumt. Dafür wird ihm jetzt ein Teil seines Gehaltes abgezogen. Das verkündete das Ethik-Komitee der Knesset am Dienstag.
Lieberman habe an 38 Knesset-Sitzungen nicht teilgenommen – das waren acht mehr, als zulässig. Nur 16 Mal könne die Abwesenheit dienstlich begründet werden. Dem Minister werde dafür nun das Gehalt von vier Tagen abgezogen.
Der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge rügte das Ethik-Komitee ausserdem den Kadima-Vorsitzenden Schaul Mofas. Der Vize-Premier habe 25 Sitzungen verpasst – fünf mehr als erlaubt. Mofas begründete seine Abwesenheit mit Schwierigkeiten bei der Zeitplanung aufgrund der letzten Kadima-Wahlen. Er betonte, Knesset-Sitzungen seien für ihn von äusserster Wichtigkeit. Das Komitee wies die Begründung zurück. Es blieb jedoch vorerst bei einer Verwarnung, da es sich um Mofas‘ erste Verletzung der Regeln gehandelt habe…

Börsenwelt: Israel unter der Lupe

Platow Emerging Markets beschäftigt sich mit Israel. Die Experten von Platow Emerging Markets schreiben: Innenpoltische Einflüsse und die Konflikte mit Palästina hätten wenig Einfluss auf die Kurse an der israelischen Börse in Tel Aviv. Jüngst hat sich der Leitindex Tel Aviv 25 in etwa mit dem US-amerikanischen S&P 500 verändert. Dem Bericht der israelischen Zentralbank zufolge ist das Ziel eines Wachstums von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr zu erreichen. Die Inflationsrate befindet sich mit 2,2 bis 2,3 Prozent in der angestrebten Spanne. Die Notenbank ist jedoch bezüglich der Wirtschaftsdaten in den grossen Wirtschaftsräumen und der Entwicklung im Euro-Raum misstrauisch. Diesen Verwerfungen ist auch die Börse in Israel ausgesetzt. Dennoch lohnt ein Blick auf den Index, denn der ist breit aufgestellt, was die verschiedenen Branchen anbelangt. Anleger sollten deshalb das endlos laufende Zertifikat (WKN ABN 8W8) der Royal Bank of Scotland auf den Tel Aviv 25 dem entsprechenden Papier der Deutschen Bank mit der Wertpapierkennnummer DB2 5TA vorziehen…

Wer regiert wen – Netanjahu Barak oder umgekehrt?

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und seine rechte Hand, Verteidigungsminister Ehud Barak, haben falsche Entscheidungen getroffen. Dies ergab eine offizielle Untersuchung des israelischen Militäreinsatzes gegen die türkische Gaza-Hilfsflottille Mavi Marmara, die der staatliche Ombudsmann Michael Lindenstrauss am Mittwoch vorlegte. Beiden wird vorgeworfen, zu schnelle Absprachen und Vorbereitungen getroffen zu haben. Darüber hinaus haben Netanjahu und Barak alles im Alleingang beschlossen, ohne das gesamte Sicherheitskabinett mitentscheiden zu lassen. Minister wie Dan Meridor und Isaak Herzog wurden zu den schicksalhaften Kabinettstreffen einfach ausgeladen. Entscheidungen wurden in Besprechungen unter vier Augen zwischen Netanjahu und Barak getroffen, von denen keine Protokolle existieren. Die israelische Armee hat einen bewaffneten Angriff der Schiffspassagiere auf die Soldaten als Reaktion nicht für möglich gehalten und war deswegen auch nicht vorbereitet. Als Verteidigungsminister hat Barak die militärischen Vorbereitungen nicht überprüft. Israels nachfolgende Aufklärungsarbeit gegenüber den internationalen Medien war mangelnd, besonders gegenüber den arabischen Medien. In den israelischen Medien haben sich in den letzten 24 Stunden etliche Soldaten aus der Marine-Spezialeinheit Schayetet 13, die damals an der Operation teilnahm, anonym geäussert. „Hätten unsere Staatsführer mit mehr Weisheit über den Ablauf dieser Operation nachgedacht, sowie wir uns auf die Operation vorbereitet haben, wären die Folgen heute ganz anders“, sagte einer der Offiziere gegenüber Maariv NRG. „Für uns Kämpfer ist es notwendig zu wissen, dass alle Szenarien vorher durchdacht werden, wenn uns der Staat in Operationen schickt. Aber so wie der jüngste Bericht aussieht, wurde dies nicht gemacht.“ Im israelischen Rundfunk wie in den israelischen Tageszeitungen wird das israelische Regierungspaar heftig kritisiert. Beiden wird politischer Hochmut vorgeworfen. Andere behaupten, Netanjahu folge seinem alten Militärbefehlshaber Barak blind, ohne Einwände gegen dessen militärische Entscheidungen zu erheben…

Israelin entwickelt Performance zur Musik Wagners

Kurz vor dem Wagner-Jahr führt die Bayerische Staatsoper nicht nur einen neuen „Ring“ auf, sie unternimmt auch ein ganz besonderes Projekt: Die israelische Choreografin Saar Magal führt in München eine Performance zur Musik Wagners auf.
„Hacking Wagner“ – so nennt Saar Magal ihre Perfomance mit Tänzern aus Israel, Schweden und Deutschland. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper während der Opernfestspiele umgesetzt.
Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete im Vorfeld, dass Magal, Enkeltochter von Holocaust-Überlebenden, den Streit um Wagner künstlerisch auf die Bühne bringen wolle. In Israel weckt der für seine antisemitischen Ansichten bekannte Komponist immer noch Erinnerungen an den Holocaust.
Die 35-Jährige Saar Magal sagte im Gespräch mit der Zeitung ‚Haaretz‘ Weil ich aus einer Kultur stamme, die Wagner nicht hört und es verbietet, Wagner zu hören, will ich fragen, wer ist Wagner? Was sagt uns seine Musik?“
Aufführungsort für das von der Staatsoper produzierte Werk wird das Münchner Haus der Kunst sein. Das heutige Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst wurde im Jahr 1937 von Adolf Hitler als „Haus der deutschen Kunst“ veröffentlicht. Dort fand während der Nazi-Zeit jährlich die Propagandaveranstaltung „Grosse Deutsche Kunstausstellung“ statt.
Ein Jahr vor Richard Wagners 200. Geburtstag bringt das Münchner Nationaltheater Wagners „Ring des Nibelungen“ in einer Neuinszenierung von Andreas Kriegenburg auf die Bühne. Am 4. Februar hatte das „Rheingold“ Premiere; mit dem vierten Teil der Tetralogie, der „Götterdämmerung“, werden am 30. Juni die Münchner Opernfestspiele eröffnet.

Welternährungspreis für israelischen Forscher

Viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein: Als erster israelischer Forscher hat Daniel Hillel den Welternährungspreis erhalten. Der Agrarwirtschaftler hat eine Methode der Tropfenbewässerung entwickelt, die Ackerbau auch in trockenen Regionen ermöglicht.
„Hillels Pionierarbeit in Israel hat den Nahrungsanbau im Nahen Osten und später auch in anderen Gebieten der Erde revolutioniert“, heisst es in der Begründung für den Preis. Seine Arbeit sei grundlegend gewesen für sparsamen Wasserverbrauch in der Landwirtschaft, höhere Ernteerträge und kleinstmöglichen Landabbau.
Hillel ist der erste israelische Forscher, der den mit 250.000 US-Dollar dotierten Preis erhält. Die Bekanntgabe erfolgte am Dienstag im US-Aussenministerium in Washington. Bei der Feier sprach auch die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton. Die offizielle Verleihung findet am 18. Oktober im Rahmen des jährlichen Welternährungspreis-Symposions in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa statt.
Hillels Forschungen führten eine völlig neue Bewässerungsmethode ein: Das Wasser wird in Plastikrohren tröpfchenweise direkt der Pflanzenwurzel zugeführt, bis der Boden getränkt ist. Je nach Bedarf kommt weiteres Wasser nach. Diese Methode spart nicht nur Wasser. Hillel konnte auch zeigen, dass Pflanzen mit dieser Bewässerungsart besser wachsen. So ist Ackerbau selbst auf Sand oder Kies möglich…

Prügelei zwischen Afrikanern und arabischen Dorfbewohnern

Ein Polizist sagte zur Nachrichtenwebseite Ynet, dass die Kämpfe begannen, weil Einwohner nicht mit der Präsenz der Immigranten einverstanden waren. Das zeigte sich auch später, als hunderte Einwohner Kfar Mandas am Tatort ankamen und gegen die Immigranten demonstrierten.
Ein Angestellter des örtlichen Krankenhauses sagte aus, dass die Leute, die in den Kampf verwickelt waren, Steine und Keulen benutzt hatten. Sein Einsatzwagen hatte große Probleme, die Verletzten zu evakuieren und wurde sogar mit Steinen beworfen. Die Windschutzscheibe des Krankenwagens wurde dabei zerstört.
Amjad Zidan, ein Einwohner Kfar Mandas, sagte: „Dies ist nicht das erste Mal, dass Einwohner mit den sudanesischen Immigranten in Streit geraten. Sie müssen aus unserem Dorf verbannt werden, weil sie eine Gefahr für uns darstellen.“
Ganz im Gegensatz zu der lauten Kritik linksliberaler Israelis an der Behandlung der afrikanischen Eindringlinge seitens der israelischen Regierung rief diese Misshandlung der Afrikaner seitens arabischer Bürger keinerlei Aufschrei hervor.

„C.A.L. Cargo Airlines“ zu GSA von „Lufthansa Cargo“ in Israel ernannt

„Lufthansa Cargo“ ernannte die israelische Fluglinie „C.A.L. Cargo Airlines“ zu ihrem Anbieter für den Transport von Stückgutverkäufen (GSA) für Frachten, die von Israel für europäische Zielorte bestimmt sind. Die Vereinbarung trat am 1. Juni in Kraft. In einer Erklärung, die in Israel herausgegeben wurde, sagte die Gesellschaft, dass „Lufthansa Cargo Israel“ weiter temperaturkontrollierte Fracht bearbeiten wird und für die Politik der Gesellschaft bezüglich der Frachtbehandlung verantwortlich sein wird.
Carsten Wirths, Vizepräsident für die Bereichsleitung Europa und Afrika von „Lufthansa Cargo“, sagte, dass die Vereinbarung „Lufthansa Cargo“ ermöglichen wird, ihre Kundenbasis in Israel auszudehnen. Wirths fügte hinzu, dass der neue Zusammenschluss „Lufthansa Cargo“ zudem ermöglichen wird, ein größeres Angebot ihrer Produkte für lokale Exporteure anzubieten.
„Lufthansa Cargo“, die zu den führenden Frachttransporteuren der Welt gehört, bietet zwei tägliche Flüge von Israel und Frankfurt und fünf wöchentliche Flüge von Tel Aviv nach München an. Zudem bietet „Austrian Airlines“ zwei tägliche Flüge von Tel Aviv nach Wien.

Israels Parlament debattiert erstmals über Massaker an Armeniern

Israels Parlament hat erstmals in einer Plenarsitzung über die Anerkennung der Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord debattiert. Parlamentspräsident Reuwen Riwlin sagte zur Eröffnung der Debatte am Dienstag, die Juden in Palästina seien sich damals der Massaker an den Armeniern bewusst gewesen. „Die Einwohner Jerusalems haben sie halb verhungert zu Tausenden eintreffen gesehen. Die Zeugenberichte über die Massaker damals waren klar und deutlich“, sagte Riwlin.