Kultur

Rekordpreis für israelisches Kunstwerk

Der israelische Künstler Yaakov Agam kann einen grossen Erfolg für sich verbuchen. Bei einer Auktion israelischer und internationaler Kunst von Sotheby’s New York erzielte eines seiner Gemälde den höchsten Verkaufspreis, den jemals ein israelisches Kunstwerk eingebracht hat. Das Werk „Zmicha“ (Wachstum) in Öl auf Holz wurde für 698 000 Dollar verkauft. Es ist ein Beispiel der monumentalen kinetischen Gemälde des 72jährigen Israelis und wurde bereits 1980 im Rahmen der Retrospektive des Künstlers im New Yorker Guggenheim-Museum gezeigt. Bei dem Käufer handelt es sich um einen Europäer, der anonym bleiben will. Agam selbst, der bei der Auktion anwesend war und mit grossem Applaus bedacht wurde, zeigte sich kaum überrascht über den hohen Kaufpreis: „Dies verwundert mich nicht… Meine Preise werden entsprechend der Geschichte, die ich in der Kunstwelt geschrieben habe, steigen.“

Bon Jovi kommt 2011 nach Israel

Im Jahr 2011 führt die Konzerttour von Jon Bon Jovi auch nach Israel. Das bestätigte er diese Woche. Der amerikanische Rockmusiker will auf der Welttournee sein neues Album „The Cycle“ vorstellen.
Wahrscheinlich wird der Musiker mit seiner Band im Sommer die Konzerttour unternehmen. Außer in Israel will er laut der Zeitung „Ha´aretz“ noch in Südamerika und Südafrika auftreten. Es ist das erste Mal, dass die Band nach Israel kommt.

Römische Statue freigespült

Der heftige Sturm vom vergangenen Wochenende hat große Schäden an den archäologischen Stätten entlang von Israels Mittelmeerküste angerichtet. Er hat jedoch auch eine eindrucksvolle römische Statue zum Vorschein gebracht.
Es handelt sich um eine 1.20 Meter hohe Frauenfigur aus dem 3. bis 4. Jh. n. Chr., die nach dem Zusammensturz eines Felsens an der Küste unweit von Ashkelon auftauchte. Allem Anschein nach stand sie einst in einem Badehaus, von dem nun ebenfalls Trümmer entdeckt wurden.
Dr. Yigal Israel, der für das Gebiet um Ashkelon zuständige Archäologe der Israelischen Altertumsbehörde (IAA), beschreibt den erfreulichen Fund: „Es ist dies eine Statue aus weißem und sehr schönem Marmor, der der Kopf und auch ein Teil des Armes fehlt. Wahrscheinlich wurde sie aus Italien, Griechenland oder Leinasien importiert, und womöglich stellt sie Aphrodite dar. Die Frau hat eine Toga an und lehnt an einer quadratischen Steinsäule. Ihre Kleidung ist aufs Sorgfältigste gestaltet, ihre Zehen sind fein, wir sehen ihre Sandalen und ihre kleine hervorstechende Brust. Einfach eine herrliche und wundervolle Statue.“…

Israelische Komödie gewinnt „Emmy“

Die israelische Sitcom „Ramzor“ hat den „Emmy“ für die beste Komödie gewonnen. Am Montagabend wurden für zehn Kategorien die jeweiligen Gewinner des „Emmy“ bekannt gegeben.
Während die deutschen Filmemacher bei der Preisverleihung leer ausgingen, dürfen israelische Filmproduzenten den zweiten „Emmy“ in der Geschichte feiern. Neben der Sitcom „Ramzor“ war die mit israelischer Beteiligung produzierte argentinische Seifenoper „Ciega a Citas“ nominiert worden (Israelnetz berichtete). Den ersten „Emmy“ in Israels Geschichte gewann 2000 der Dokumentarfilm „Kapo“ von Daniel Paran und Dan Setton.
„Ramzor“ heisst auf Deutsch „Ampel“. Die Farben der Ampel Rot, Gelb und Grün symbolisieren verschiedene Beziehungs-Situationen junger Männer im Alter von Mitte 30. In der Sitcom werden diese Situationen humorvoll verarbeitet…

Israelischer Film auf „Oscar-Shortlist“

Der israelische Beitrag „Precious Life“ hat es auf die „Shortlist“ für den Oscar der Kategorie „bester Dokumentarfilm“ geschafft. Der Filmemacher Shlomi Eldar erzählt darin die Geschichte eines Babys aus dem Gazastreifen, das dringend eine Knochenmarkspende braucht. Insgesamt sind 15 Dokumentarfilme vorläufig für den Preis nominiert.

Ein Fernsehbericht von Eldar trug dazu bei, dass der kleine Junge, Mohammed Abu Mustafa, und seine Mutter zur Behandlung nach Tel HaSchomer gebracht werden konnten. Später gab ein jüdischer Spender 55.000 Dollar, um die Kosten zu decken, berichtet die „Jerusalem Post“.
Die Regie für „Precious Life“ (Kostbares Leben) führte Nir Bergman. Die Handlung basiert auf einem Roman des israelischen Schriftstellers David Grossman, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.
In den vergangenen drei Jahren war jeweils ein israelischer Beitrag für den Oscar der Kategorie „ausländischer Film“ nominiert. Die Preise gingen jedoch jeweils in andere Länder…

Mehr Filmproduktionen im Heiligen Land

Zehn Jahre dauerten die zähen Verhandlungen zwischen Israel und Grossbritannien. Nicht um Politik ging es dabei, sondern um Film-Produktionen. Die jetzt getroffene Vereinbarung könnte Israel zu einem attraktiven Drehort für britische Filmprojekte machen. Israel gewährt den britischen Produktionsfirmen steuerliche Entlastung, um ihnen den Dreh in Israel schmackhaft zu machen. Das Abkommen trafen die Aussenminister Avigdor Lieberman und William Hague. Der Deal wurde in einer Zeit geschlossen, in der viele britische kulturelle und akademische Einrichtungen zum Boykott Israels aufrufen. Das Potenzial der Vereinbarung ist enorm.

UNESCO: Rachels Grab ist eine Moschee

Die UNESCO ist eine Organisation, die sich für das Weltkulturerbe im Auftrag der UNO einsetzt. Sie hat jetzt beschlossen, dass Rachels Grab zwischen Jerusalem und Bethlehem eine heilige Stätte der Moslems sei, eine Moschee mit Namen „Bilal Bin Rabah“. Aus diesem Grund forderte die UNESCO, dass Israel diese jüdische Grabstätte, wo Jakobs Lieblingsfrau Rachel begraben liegt, aus seiner national-jüdischen Erbliste entfernen. „Dies ist ein weiterer Schritt, Israels jüdische Rechte auf dieses Land zu vernichten“, erklärte Israels Vize-Aussenminister Danny Ayalon, der deswegen jegliche Beziehungen zwischen Israel und UNSECO abbrechen möchte. „Dies ist ein weiterer Erfolg palästinensischer Bemühungen, Israels Erbrecht auf das Gelobte Land ungültig zu machen.“ Auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu reagierte mit einem Schreiben darauf: „Das ist einfach absurd! Wenn nicht einmal die Grabstätten unserer Erzväter und Erzmütter wie Abraham, Isaak, Jakob, Sarah, Rebekka und Rachel als jüdische Erbstätte anerkannt werden, was ist dann eine gültige Erbstätte unseres Volkes in diesem Land?“ Die politische Rechthaberei im israelisch-palästinensischen Konflikt verschiebt sich immer mehr auf die religiöse Schiene, dort wo zwischen dem biblischen und koranischen Erbrecht auf dieses Land gewettet wird.

Südafrikanische Oper: „Gegen Israelboykott“

Die südafrikanische Oper „Cape Town Opera“ will Israel nicht boykottieren. Einen Boykott hatte der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu gefordert.
Der Direktor Michael Williams begründet die Ablehnung des Boykotts auf der Website der südafrikanischen Oper. Sie wolle im Nahostkonflikt unparteiisch bleiben. Ein Boykott Israels wäre eine einseitige Parteinahme zugunsten der Palästinenser. Als Zeichen dafür, dass die Oper trotz des Besuchs in Israel unparteiisch sei, berichtet Williams über geplante Auftritte in der arabischen Welt.
Erzbischof Tutu fürchtet nach Angaben der Zeitung „Ha´aretz“, Israel wolle die südafrikanischen Opernsänger dazu verführen, es als demokratischen Staat anzusehen. Er verglich die Reise der südafrikanischen Künstler nach Israel mit Auftritten internationaler Vertreter im Südafrika der Apartheid. Tutu hat sich laut „Ha’aretz“ zu einem scharfen Kritiker Israels entwickelt. Erst vor einem Monat hatte er sich für einen Boykott Israels durch südafrikanische Akademiker ausgesprochen.
Die israelische Regierung hat sich kritisch zu den Worten Desmond Tutus geäussert. Ein Sprecher bezeichnete gegenüber der BBC die Äusserungen als einseitig. Ferner lehnt er jeden Vergleich zwischen dem südafrikanischen Apartheid-Regime und Israel ab. Es gebe in Israel weder diskriminierende Gesetze noch Rassismus. Vielmehr seien Araber sogar in der Regierung. Zum Aufruf Tutus sagte der Sprecher, ein Boykott sei kein Weg zum Frieden.

UNESCO kritisiert archäologische Grabungen in Jerusalem

Die UNESCO hat sich am Donnerstag besorgt über archäologische Grabungen Israels in der Altstadt von Jerusalem geäussert. Diese liefen den Beschlüssen der Vereinten Nationen und des Weltsicherheitsrates zuwider, betonte der Exekutivrat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Paris in einer Erklärung.
Die Palästinenser befürchten trotz der grossen Entfernung, dass die Grabungen die Stabilität der Al-Aksa-Moschee gefährden könne. Der Exekutivrat betonte erneut die Bedeutung der Jerusalemer Altstadt für die grossen Weltreligionen und beklagte zugleich die Blockade des Gazastreifens. Dies meldet die Nachrichtenagentur dpa.
Die Patriarchengräber in Hebron und das Grab Rahels bei Bethlehem seien integraler Bestandteil der besetzten Palästinensergebiete, fügte der Rat hinzu. Jede einseitige israelische Aktivität gelte als Verletzung von internationalem Recht. In der Erklärung wird auch vor negativen Folgen im kulturellen wie im Bildungsbereich durch die Sicherheitsanlage zum Westjordanland gewarnt, die Israel nach zahlreichen Selbstmordattentaten gebaut hat.

Scharon im Kunst-Koma

Eine provokante Installation erregt Aufsehen in Israel: Der ehemalige Ministerpräsident Ariel Scharon liegt im Koma auf dem Krankenbett, die geöffneten Augen gehen ins Leere, er atmet langsam und bekommt Infusionen.
Alles sieht täuschend echt aus. Aber wie bei den berühmten Wachsfiguren von Madame Tussauds ist dieser Scharon nur eine lebensgrosse Nachbildung des 82-Jährigen. Der seit 20 Jahren in Berlin lebende Israeli Braslavsky zeigt seine «hyper-realistische» Installation ab Donnerstag öffentlich in der Kishon Gallery in Tel Aviv. Braslavsky machte sich schon in den 80er und 90er Jahren international einen Namen mit seinen Rauminstallationen.
Scharon liegt nach einem Schlaganfall seit dem 4. Januar 2006 tatsächlich im Koma in einem Spital bei Tel Aviv und wird künstlich am Leben gehalten. Der 49-Jährige Künstler sagte, ihn habe das Phänomen Scharon interessiert. Scharon sei von der Bildfläche verschwunden, als er gerade auf seinem politischen Weg von einem Krieger zu einem Mann gewesen sei, der Frieden bringen und zumindest nicht mehr über die Palästinenser herrschen wollte.
«Üblicherweise gibt es einen Prozess des Trauerns, wenn ein Führer stirbt oder getötet wird. Das ist ein sehr einzigartiger Prozess in der Beziehung zwischen einem Führer und den Menschen. Und das hat es nicht gegeben.» Sein Kunstwerk habe nichts mit Vergötterung zu tun, betonte er.
Braslavsky wies Vorwürfe zurück, es mangle ihm an Respekt für Scharon und dessen Familienangehörige: «Scharon ist auch eine private Person, ein Vater und ein Grossvater. Er ist ausserdem der Vater von uns allen. Er ist eine politische Figur, die uns alle beeinflusst hat, unsere Hoffnungen. Er ist sogar etwas mystisch.» Braslavsky sagte, er wisse nicht, wie Scharon heute wirklich aussieht. Er habe ihn so nachgebildet, wie er in der Vergangenheit ausgesehen habe. Die lebensechte Figur sei aus weichem Kunststoff.