Hanna Maron, eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen Israels, ist tot. Der frühere Kinderstar aus Berlin starb am Freitagabend im Alter von 90 Jahren in Tel Aviv, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Maron hatte 1970 bei einem palästinensischen Attentat in München ein Bein verloren. Dennoch setzte sie sich später vehement für die Gründung eines Palästinenserstaates ein.
Ihre Karriere begann Meron bereits im Alter von vier Jahren. Mit acht Jahren trat sie in dem Film „M“ von Fritz Lang auf. 1933, nach der Machtergreifung Hitlers, emigrierte sie in das britische Mandatsgebiet Palästina. 1945 schloss sie sich dem Cameri Theater in Tel Aviv an.
Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte Maron als Soldatin in der jüdischen Brigade der britischen Armee. Nach der Staatsgründung 1948 wurde sie eine der bekanntesten Bühnenschauspielerinnen Israels.

Hanna Meron 1950 bei einer Demonstration gegen die Besitzer des Mugrabi-Theaters in Tel Aviv .
Foto: GPO | CC-BY-NC-SA 2.0
Am 10. Februar 1970 wollten palästinensische Terroristen eine in München-Riem zwischengelandete EL AL Maschine auf dem Weg nach London entführen. Im Transitraum kam es zu einem Granatenangriff. Doch der israelische Pilot attackiert die Hijacker und verwickelt sie in einen Kampf. Bevor die Attentäter festgenommen werden können, explodiert eine Handgranate und verletzt den Flugkapitän sowie die israelische Schauspielerin Meron schwer. Ihr musste ein Bein amputiert werden. Eine zweite Granate, die einer der Entführer in den voll gefüllten Flughafenbus schleudert, tötet einen jungen Israeli, der sich zum Schutz der Mitreisenden auf sie geworfen hat.
Schon ein Jahr später stand sie wieder auf der Bühne und blieb ihr Leben lang eine Friedensaktivistin. Hanna Meron erhielt mehrere Ehrendoktorwürden und wurde 2011 vom „Guinness Buch“ der Weltrekorde als die älteste noch aktive Schauspielerin der Welt anerkannt.
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres würdigte Maron als grosse Schauspielerin und „besondere Frau“. „Für sie war nicht die Welt eine Bühne, sondern die Bühne war ihre ganze Welt“, sagte er über Maron, die 1973 den Israel-Preis erhalten hatte, die höchste Auszeichnung des Staates. Sie hinterlässt drei Kinder und mehrere Enkelkinder.
(JNS und Agenturen)
Kategorien:Kultur
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