Gilad Schalit: 1.700 Tage in Gefangenschaft


„Genug Gerede, genug Erklärungen, genug Versprechungen, genug ist genug“ rief Aviva Schalit, die Mutter des im Juni 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit in ihrer emotionalen Rede: Vor genau 1700 Tagen wurde der heute 24-jährige Soldat an der Grenze zum Gazastreifen von der Hamas gefangen genommen und verschleppt. Seither wird er gegen die Forderung der Freilassung von mehr als 1000 in Israel inhaftierten Palästinensern festgehalten. Hunderte Menschen versammelten sich am Samstagabend vor dem Haus des Premierministers Benjamin Netanjahu in Jerusalem. Das einzige, was im Fall Gilad Schalit bisher passiert sei, sind „Gespräche“, so die verzweifelte Mutter über die festgefahrenen Verhandlungen. Sie sieht die Schuld bei der Regierung, die in den vergangenen Jahren nichts erreicht hat. „Wir appellieren an Benjamin Netanjahu, der hinter den verdunkelten Fenstern seines Hauses sitzt, doch er gibt uns keine Antwort“, fuhr sie fort. Seit vielen Monaten verharren die Eltern des jungen Soldaten mit Helfern in einem Zelt vor der Residenz des Ministers und zählen die Tage.

An der Kundgebung nahmen laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ unter anderem auch Landwirtschaftsministerin Orit Noked, der frühere Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schabak, Carmi Gillon, und der Schriftsteller Meir Schalev teil. Noked betonte in ihrer Ansprache: „Alle, die sich hier sorgen, müssen mit ihrem Aufruf weitermachen und ihr Bestes geben, um die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass Gilad immer noch nicht hier ist. Um daran zu erinnern, dass viele Minister, mich eingeschlossen, bereit dazu sind, den hohen Preis zu bezahlen und Terroristen mit Blut an den Händen freizulassen, damit wir unsere menschlichen, nationalen und moralischen Verpflichtungen gegenüber diesem Soldaten erfüllen, den wir in den Kampf geschickt haben.“

Ex-Schabak-Leiter Gillon kritisierte die Politik der Regierung in dieser Angelegenheit: „Der Stadt Israel ist heute dazu in der Lage, wie bereits in der Vergangenheit mit der Freilassung von Terroristen umzugehen. Gott stehe uns bei, wenn wir es nicht tun.“

Laut Shimshon Libman, dem Leiter der Kampagne für das Leben des Soldaten, ist die Lage ein Armutszeugnis für die israelische Regierung. 1700 Tage, in denen die Eltern gelitten haben, ihren Sohn vermissten, immer in der Hoffnung, ihn irgendwann sicher und heil nach Hause zurückholen zu können.



Kategorien:Sicherheit

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