Der deutsche Botschafter in Israel, Andreas Michaelis, hat sich am Montag vor einem Ausschuss des israelischen Parlaments in Jerusalem zum Beschneidungs-Urteil des Kölner Landgerichts geäussert.
„Ich verstehe ganz klar die Sensibilitäten, die in dieser Frage bei Ihnen, aber auch bei Juden außerhalb Israels bestehen, ganz und gar. Und im Fall Deutschlands aufgrund der besonderen deutschen Schuld für die Schoah verstehe ich es umso mehr, dass Sie dort berechtigte Sensibilität haben.“ Nach dem umstrittenen Urteil waren in Israel Sorgen aufgekommen. Dazu der Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt: „Wir betrachten das Urteil als direkten Angriff auf die religiöse Freiheit und auf die jüdische Gemeinschaft. Der Spruch, dass das ein Verstoss gegen die Rechte des Kindes ist, sagt eigentlich aus, dass die jüdische Gesellschaft weniger zivilisiert ist als die europäische. Daher hoffen wir, dass die deutsche Regierung diese absurde Situation durch neue Gesetze korrigiert. Und wir hoffen, dass die Juden in Deutschland ihre Religion frei praktizieren können. Und nicht nur Juden, sondern auch Muslime.“ Michaelis erklärte daraufhin: „Erstens: Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das die Brit Milah (religiöse Beschneidung) verbietet. Zweitens: Das Urteil des Landgerichtes Köln hat keine bindende Wirkung für andere Gerichte in Deutschland.“ Von Dienstag bis Donnerstag wollen sich Mitglieder der Europäischen Rabbinerkonferenz in Berlin treffen, um über das Thema zu beraten.
Kategorien:Politik
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