Äusserungen eines antisemitischen Bischofs


Bernard Fellay: «Juden sind seit Jahrhunderten Feinde der Kirche.»

Bernard Fellay

Bernard Fellay, Bischof der umstrittenen Piusbruderschaft

Der Vatikan wies am Montag antisemitische Kommentare einer rebellisch-tradionalistischen katholischen Gruppe zurück. Bischof Bernard Fellay, Leiter der Gesellschaft des Heiligen Pius X (SSPX), erklärte vor einem Monat, die Juden zählten zu jenen Menschen, die «seit Jahrhunderten Feinde der Kirche» seien. Der Vatikan dagegen liess durch seinen Sprecher Federico Lombardi betonen, dass es unmöglich sei, von den Juden als Feinden der Kirche zu sprechen. Die Position der Kirche zur tiefen Verpflichtung dem Dialog mit den Juden sei «klar und bestens bekannt».

Fellay gehörte zu vier Bischöfen der SSPX, die zwischen 1988 und 2009 von der Kirche exkommuniziert worden waren, bevor Papst Benedikt XVI sie wieder aufgenommen hatte. Gespräche über ihre volle Wiederaufnahme in die Kirche verliefen letztes Jahr aber im Sande, da die SSPX sich weigerte, Reformen wie etwa die Versöhnung mit den Juden als gültige katholische Lehre zu akzeptieren. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles verurteilte Fellays Bemerkungen als ein Zeichen für den «tief verwurzelten Antisemitismus, der der Theologie der SPX zugrunde liegt». Das Zweite Vatikanische Konzil habe die Beziehungen zwischen Katholiken und Juden in eine «positive Richtung» gelenkt, meinte das Zentrum.



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