WEF in Davos, Israel und die Mullahs


Prinz Turki bin Faisal

Prinz Turki bin Faisal

Auf dem WEF in Davos sagte Prinz Turki bin Faisal, der Bürgerkrieg halte auch deshalb an,weil die Erzfeinde Israel und der Iran in der Syrienfrage eine «unheilige Allianz» eingegangen seien: «Beide wollen, dass Präsident Bashar al-Assad an der Macht bleibt.» Die Israelis hätten sehr gut gelebt mit den Assads, dem Vater wie dem Sohn, weil sie ihnen die Golanhöhen, die Israel 1967 von Syrien erobert hatte, nicht mehr streitig gemacht hätten. Für den Iran sei «Syrien der Hub in der arabischen Welt». Von hier aus hätten die Mullahs in Teheran ihren Einfluss geltend gemacht, vor allem im Libanon via Hizbollah, aber auch im Irak und in Saudiarabien.

Es gebe tatsächlich Länder in der Region, die verantwortlich seien, dass das Assad-Regime noch an der Macht ist, meinte Amr Moussa, der langjährige ehemalige Generalsekretär der Arabischen Liga. Angesprochen auf den Vorschlag des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres vom Vortag, man solle arabische Blauhelme nach Syrien schicken, legte der Ägypter seine diplomatische Zurückhaltung ab: «Israel soll sich zuerst einmal um die Palästinenser kümmern und endlich die Hände von Syrien lassen.»

Hauptsorge der Israelis sind die radikalen Islamisten, die sich dem syrischen Aufstand angeschlossen haben. Je länger der Konflikt dauere, umso mehr dieser «hässlichen Elemente» kämen nach Syrien, sagte Prinz Turki bin Faisal. Und zwar aus der ganzen Region samt Nordafrika. «Und die haben Waffen und Geldgeber.» Sobald aber das Töten gestoppt werde, kämen auch keine Terroristen mehr, ist sich der Ex-Geheimdienstchef und Botschafter in den USA sicher. Der jordanische König ist weniger zuversichtlich. «Die al-Qaida hat sich in Syrien seit einem Jahr etabliert», sagte der Monarch. Und je länger der Konflikt anhalte, desto grösser sei die Gefahr für die gesamte Region. «Die neuen Taliban sind in Syrien.» Die terroristische Bedrohung sei nicht gebannt, wenn der Bürgerkrieg ende.

Am sagte am Samstag Ali Akbar Velayati, ein militärischer Angriff auf Syrien wäre für Teheran auch ein Angriff auf den Iran. Ali Akbar Velayati ist der aussenpolitische Berater des obersten geistlichen Führers des Iran, Ayatollah Ali Khamenei.

„Syrien ist in der Region Teil eines goldenen Ringes des Widerstands, daher sollte alle wissen, dass ein Angriff auf Syrien auch einer auf diesen Ring und den Iran sein würde“, sagte der ehemalige Aussenminister in einem Interview der Nachrichtenagentur Mehr. Ohne die logistische Hilfe Syriens wäre die Hisbollah-Bewegung in den Kriegen gegen Israel nie siegreich gewesen.

Der Iran steht in der Syrien-Krise auf der Seite von Präsident Bashar al-Assad, dessen Regime unter anderem als engster Verbündeter im Kampf gegen den Erzfeind Israel gilt. Auch ein politischer Wechsel in Damaskus sollt nach Teheraner Auffassung über Neuwahlen bestimmt und nicht von aussen gesteuert werden. Irans Unterstützung für Assad hat die Beziehungen zum Nachbarland Türkei, zu Ägypten, Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern erheblich verschlechtert, da diese auf der Seite der syrischen Rebellen stehen.



Kategorien:Politik

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