Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will offenbar die Amtszeit von Staatspräsident Shimon Peres (90, Foto), die im Juli endet, um ein Jahr verlängern. Das nächste Staatsoberhaupt solle dann nicht mehr vom Parlament ernannt, sondern vom Volk gewählt werden. Über diese Pläne berichtet heute das israelische Armeeradio. Die Opposition kündigte Widerstand an. „Es kann nicht sein, dass Netanjahu die Wahl absagt, weil ihm die Kandidaten nicht passen“, erklärte der Abgeordnete Eitan Cabel von der linksgerichteten Arbeiterpartei.
Peres hatte vor einigen Wochen erklärt, er strebe nicht an, seine Amtszeit über die sieben Jahre hinaus auszudehnen, für die er gewählt wurde. Der Friedensnobelpreisträger ist weltweit das älteste Staatsoberhaupt. Er war an mehreren Regierungen beteiligt, hatte die unterschiedlichsten Posten inne und war von 1984 bis 1986 israelischer Regierungschef.
Netanjahu reagiert mit seinem Vorschlag offenbar auf eine aktuelle Meinungsumfrage. Danach wollen 59 Prozent der Israelis, dass der Staatspräsident direkt vom Volk gewählt wird. Nur 16 Prozent sprachen sich für das bisherige Wahlverfahren durch die Knesset-Abgeordneten aus.
Über die möglichen Peres-Nachfolger wurde bereits heftig spekuliert. Als Kandidaten gelten der frühere Verteidigungsminister und Abgeordnete der Arbeiterpartei Benjamin Ben-Eliezer (78), der frühere Knesset-Sprecher Reuven Rivlin (Likud, 74), der Chemie-Nobelpreisträger Dan Schechman (73) und die liberale frühere Richterin am Obersten Gerichtshof Dalia Dorner (80). Zionisten setzen ihre Hoffnung auf Natan Scharanski (66), den Leiter der Einwanderungsorganisation Jewish Agency.
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