Der stellvertretende israelische Bildungsminister Abraham Warzman hat einen Sturm der Entrüstung in den israelischen Medien entfacht. Der Vertreter der nationalreligiösen Partei „Jüdisches Haus“ hatte erklärt, gleichgeschlechtliche Paare mit einem Kind seien keine richtige Familie. Warzman (43), selbst Vater von vier Kindern, sprach auf einer Konferenz über Kinderfürsorge an der Ben-Gurion-Universität in seiner Heimatstadt Beersheva.
Bei der Veranstaltung wurde Warzman gefragt, was er von der Beschwerde eines homosexuellen Paares halte, dem Steuererleichterungen für die Versorgung eines Kindes verweigert wurden. Das Paar hatte von der Steuerbehörde einen Brief bekommen, in dem es hiess, wenn sie Steuererleichterungen wollten, sollten sie eine Frau finden.
Warzman antwortete, er sei mit dieser Antwort der Steuerbehörde einverstanden. Seiner Ansicht nach „besteht eine Familie aus Vater, Mutter und Kind, nicht aus zwei Vätern mit Kind.“
Diese Antwort führte zu heftigen Reaktionen von liberalen und linksorientierten Politikern. Die Abgeordnete Adi Kol (Yesh Atid) erklärte, Warzman dürfe nicht festlegen, was eine Familie sei. Dror Mizrahi von der linken Meretz-Partei forderte, die Regierung müsse Warzman feuern. Der dürfe keinerlei Amt im Erziehungsbereich mehr wahrnehmen, so Mizrahi: „Warzman ist nicht der einzige in seiner Partei mit solchen mittelalterlichen Ansichten, der die Familie durch arachaische und vorgestrige Blickwinkel betrachtet.“
Israel gilt als einer der homosexuellen-freundlichsten Staaten der Welt. Nach einer neuen Studie gehört die israelische Armee zu den zehn tolerantesten Streitkräften, was homosexuelle Rekruten angeht. Dennoch ist die israelische Regierung, die auch den grossen konservativen und religiösen Bevölkerungsanteil vertritt, sehr vorsichtig, wenn es um die offizielle Anerkennung der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare geht. (ih)
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