Der staatliche Rundfunk in Israel soll in Kürze durch öffentlich-rechtliche Sender ersetzt und dabei finanziell saniert werden. In einer Pressekonferenz sagten Finanzminister Yair Lapid und Kommunikationsminister Gilad Erdan, dass die Situation der IBA keine andere Wahl liessen, als es zu schliessen. „Unsere einzige Möglichkeit ist, die Rundfunkbehörde abzuschaffen und durch einen völlig neuen Organismus zu ersetzen, der ausschliesslich nach professionellen Kriterien funktioniert“.
Die IBA ist der Regierungsbroadcaster und für TV-Sender Channel One und sieben Radiosender von Radio Israel verantwortlich. Alle Israelis, die einen Fernseher besitzen oder wer ein Auto hat (davon ausgegangen, die Radios haben), müssen eine besondere jährliche Steuer zahlen, um die Stationen zu unterstützen und am Leben zu erhalten. Ein Teil der orthodoxen Israelis beklagen, dass der IBA in Sendungen überwiegend nur linke Ansichten vertrete und nicht ihre.
Die IBA ist für die Regierung ein Topf ohne Boden und macht seit Jahr nur Verluste. Aus einem aktuellen Bericht der Regierung geht hervor, dass die Behörde mit einem Finanzloch von über Milliarden NIS 3.4 ( fast 1 Milliarde Dollar ) kämpft. Diese ist den Israelis zu verdanken, die die TV und Radio-Gebühren nicht bezahlt haben. Die IBA hat Anwälte angeheuert um das Geld zurückfordern, aber die Anwälte haben bisher die Lage nicht verbessern können. Bisher konnten sie nur 512 Mio. NIS an offene Gebühren zurückholen, das entspricht gerade 30% der fehlende. Darüber hinaus steckt die IBA tief in Schulden und soll viel zu viele hochbezahlte Mitarbeiter haben, die aufgrund des Vertrages mit der Gewerkschaft nicht entlassen werden können.
Die einzige Lösung, sagte Landes, war es die IBA zu schliessen und mit neuen Regeln und mit neuen Verträgen wieder zu beleben. Durch diese Umstrukturierung kann die Regierung bei den Ausgaben mindestens NIS 300 Millionen pro Jahr sparen. Der Ausschuss empfahl auch den Wegfall der TV Gebühren und stattdessen
mit Handels Patenschaften betriebliche Erträge erwirtschaften.
Zu der neuen IBA gehören acht Radiostationen und drei Fernsehstationen. Darüber hinaus wird die Nachrichten-Abteilung gestrafft, wobei alle Reporter in einem einzigen Nachrichtenredaktion arbeiten und von alle Stationen genutzt werden können. Einer der TV-Sender auf Arabisch mit einem erweiterten News-Format und per Satellit im gesamten Nahen Osten ausgestrahlt.
Landes betonte weiter, dass die zu arbeitenden Reformen als Ganzes umgesetzt werden müssen und können nicht als eine Reihe von Einzelentscheidungen betrachtet werden.
Alle der IBA 1600 Mitarbeiter sollen entlassen werden, wobei die Regierung ihre Verträge auszahlt oder bei Erreichen des Pensionsalters Renten erhalten werden. Ein Teil der Arbeitnehmer wird aber in der neuen IBA wieder eingestellt werden, sagte Erdan. Die Histadrut (Gewerkschaft) hat diese Entscheidungen noch nicht kommentiert, obwohl in den letzten Monaten die Mitarbeiter der IBA Nachrichten-Abteilung mit entsprechenden Massnahmen, wie Verlangsamungen der Arbeit als Protest gegen die zu erwartenden Veränderungen, drohten.
(JNS, Chaim Stolz)
Kategorien:Kultur

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