Mit der neuen Automarke „Qoros“ wollen China und Israel den europäischen Automarkt erobern. Das Wort „Qoros“ stammt aus dem griechischen und bedeutet „Chor“. Qoros plant Markteintritt in Europa ab 2015, ab dem Jahr 2016 sollen Autos in grösseren Stückzahlen verkauft werden.
Erst klein, dann gross: Qoros will als erster chinesischer Automobilhersteller gross in den europäischen Markt einsteigen. Die ersten Autos sollen 2015 verkauft werden, im Jahr darauf soll der grosse Roll-Out folgen. Chefdesigner Volker Hildebrand – aus dessen Hand der Golf III stammt – und eine Riege europäischer Branchen-Kapazunder sollen es richten.
Der chinesische Automobilhersteller ist voll auf Kurs, um in Europa zu einem namhaften Player in der Automobilbranche zu werden. Auf der Automobilmesse in Peking erklärte der stellvertretende Vorstandschef Volker Steinwascher die entsprechenden Pläne des Unternehmens.
Eine Bestnote bei einem europäischen Crashtest soll der Türöffner für Qoros sein. Steinwascher erklärte: „Wir kommen zunächst klein und 2016 dann grösser.“ Das gute Abschneiden bei dem Crashtest ist für Qoros insofern wichtig, als schlechte Ergebnisse bisher die Pläne chinesischer Hersteller für einen Markteintritt in Europa zunichte gemacht haben.
Falls der Markteintritt von Qoros in Europa gelingt, markiert er eine Zäsur in der Automobilbranche. Erstmals wird europäisches Know-How nicht mehr dafür genutzt, um im Reich der Mitte Geschäfte zu machen, sondern damit ein chinesisches Unternehmen der eingesessenen Industrie in Europa Konkurrenz macht.
Die Chancen dafür stehen gut, denn Qoros agiert wie kein chinesisches Unternehmen zuvor. Mit Volker Hildebrand als Chefdesigner hat man sich einen alten Hasen aus der Branche geangelt. Hildebrand hatte lange Jahre bei Opel gearbeitet und dann mit dem Golf III für VW sein Meisterstück gelandet. Auch bei der Neu-Konzeption des Mini für die BMW Group im Jahr 2001 führte Hildebrand Regie. Bis 2010 arbeitete Hildebrand für Mini.
Seit 2011 ist der Designer im Dienste der Chinesen und der Qoros 3, der bereits in Genf gezeigt wurde und nun auch bei der Automobilmesse in Peking hergezeigt wird, soll der nächste Klassiker werden. Ein zeitloses Automobil, das dennoch den Geschmack der Zeit trifft und auf die Vorlieben der Europäer angestimmt ist – mit allen aktuellen technischen Extras. Die machen den Qoros 3 im Vergleich zu anderen asiatischen Autos etwas teurer, Hildebrand, der sich auch den früheren BMW M-Chef Klaus Schmidt als Mitstreiter geangelt hat, weiss, dass er in Europa mit dem Etikett „billig“ alleine auf Dauer nicht punkten kann. Rund 17.500 Euro soll der Qoros 3 – den es nun in einer Limousinen-Version als Sedan und in einer Hatch-Version gibt – kosten.
Hildebrand und Schmidt sind bei weitem nicht die einzigen europäischen Kapazunder, die für Qoros arbeiten. Die Fäden zieht mit Guo Qian zwar ein chinesischer Businessmann, auch der hat aber zuvor für Volkswagen gearbeitet. So wie Vizechef Volker Steinwascher.
Sie sind aber nur die Spitze eines wie kolportiert wird etwa 400 Köpfe starken Experten-Teams aus zehn Ländern, die von den Chinesen für den Markteintritt in Europa angeheuert wurden. Ihre früheren Arbeitgeber sind die Grossen der Automobilbranche: General Motors, VW, Fiat, BMW, Volvo, Jaguar und Saab.
2014 Qoros 3 Sedan CRASH TEST
Eine tiefverwurzelte Geschichte in Qumran und nun High-Tech mit dem Qoros. So setzt die neue Automarke des chinesischen Herstellers „Chery Automobile“ und der israelischen Investmentgesellschaft „Israel Corporation“ neue Massstäbe aus dem internationalen Automobilmarkt. Finanziell ist Qoros als Gemeinschaftsunternehmen so sehr gut abgesichert. Der Firmensitz befindet sich in Changshu in der Nähe von Shanghai. Entwickelt wurde der Wagen im österreichischen Steyr-Werk.
(JNS und Agenturen)
Kategorien:Wirtschaft
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