Mordanschlag auf jüdischen Rabbi Yehuda Glick in Jerusalem


Polizisten riegeln den Tatort ab

Polizisten riegeln den Tatort ab

Rabbi Yehuda Glick (50), einer der bekanntesten jüdischen Tempelberg-Aktivisten, ist am späten Mittwochabend in Jerusalem niedergeschossen worden. Er bekam mehrere Schüsse in die Brust und wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Der Täter, ein Motorradfahrer mit arabischem Akzent, konnte zunächst fliehen. Er starb in der Nacht bei einem Schusswechsel mit israelischen Sicherheitskräften. Glick hatte sich immer wieder öffentlich dafür stark gemacht, dass auch Juden auf dem von Muslimen beanspruchten Tempelberg beten dürfen.

Glick hatte im Jerusalemer Begin-Zentrum über „Israels Rückkehr auf den Tempelberg“ gesprochen (Video). An der Veranstaltung nahmen bekannte konservative Politiker teil, darunter der stellvertretende Minister Eli Ben Dahan, die Abgeordneten Moshe Feiglin und Miri Regev sowie Hagai Ben Artzi, der Schwager von Ministerpräsident Netanjahu.

Der Abgeordnete Feiglin wurde Augenzeuge des Attentats, das sich nach Ende der Veranstaltung ereignete, als Glick gegen 22.30 Uhr auf dem Weg zu seinem Auto war. Feiglin schilderte den Hergang so: „Der mutmassliche Killer wandte sich Glick zu und fragte ihn mit schwerem arabischen Akzent, ob er Yehuda Glick wäre. Als der das bejahte, feuerte er aus nächster Nähe mehrere Schüsse auf ihn ab.“

Der schwarz gekleidete Mann flüchtete auf seinem Motorrad. Polizeisprecher Micky Rosenfeld berichtete, dass Spzialkräfte nach dem Täter fahndeten. Sie spürten den Mann in Ost-Jerusalem auf. Als er die Polizisten bemerkte, habe er das Feuer auf sie eröffnet, erläuterte Rosenfeld. Die Spezialkräfte hätten das Feuer sofort erwidert und den Mann getötet. Er habe bereits mehrfach wegen terroristischer Aktivitäten im Gefängnis gesessen.

Yehuda Glick war die Symbolfigur der Tempelberg-Aktivisten. Er machte mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen immer wieder darauf aufmerksam, dass Juden an ihrer heiligsten Stätte nicht beten dürfen. Glick trat dafür ein, dass das Tempelberg-Gelände unter jüdische Herrschaft gestellt wird. Die Polizei verwehrte dem streitbaren Rabbiner häufig den Zugang zu dem Areal, weil sie befürchtete, dass seine Anwesenheit Krawalle der Muslime auslösen könnte.

Durch den Mordanschlag auf Glick hat sich die Krise um den Tempelberg dramatisch verschärft. Rechtsgerichtete und nationalreligiöse Politiker zeigten sich in ersten Reaktionen entsetzt. Glick sei immer wieder bedroht worden, habe sich aber nicht einschüchtern lassen.

Als der Mordanschlag auf Rabbi Glick bekannt wurde, brannten Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt ein Freuden-Feuerwerk ab. (ih)

Rabbi Yehuda Glick

Rabbi Yehuda Glick

 

Mu'taz Hijazi (Foto: Flash90)

Mu’taz Hijazi (Foto: Flash90)

Der palästinensische Attentäter

Der Terrorist des Islamischen Jihad, Mu’taz Hijazi. Der 32-jährige islamische Terrorist wurde im Jahr 2012 aus einem israelischen Gefängnis entlassen, nachdem er dort eine Haftstrafe wegen aktiven Terror gegen Juden von 11 Monate einsass.

Kurz nach seiner Entlassung machte er in einem Interview die folgenden Bermerkungen: „Ich bin glücklich, nach Jerusalem zurückzukehren. Ich möchte ein Dorn im Hals des zionistischen Plans sein, Jerusalem zu judaisieren.“

Die Israel Security Agency (ISA), bekannt auch als Shin Bet, teilte am Vormittag mit, dass es Beweise dafür gibt, dass Hijazi auch für das Schussattentat auf einen Soldaten in der Nähe der Hebräischen Universität auf dem Mount Scopus im August verantwortlich ist. Nachdem die Polizei das Motorrad des Attentäters untersuchte, stellte sie fest, dass dieses in beiden Fällen verwendet wurde. (JNS, Chaim Stolz)



Kategorien:Sicherheit

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