Israel verurteilt „abscheuliche Tat“


Israel hat den Überfall vier muslimischer Jugendlicher auf einen Rabbiner in Berlin als „verabscheuungswürdig“ verurteilt. Jigal Palmor, der Sprecher des israelischen Aussenministeriums, äusserte die Hoffnung, die Behörden würden die Täter „zur Rechenschaft“ ziehen. Nur so könnten sie sicherstellen, „dass sich ein Akt solch unaussprechlicher Gewalt nicht wiederholen kann“, zitiert ihn die israelische Zeitung „Ha‘aretz“.

Rabbiner Daniel Alter war am Dienstagabend mit seiner sechs-jährigen Tochter in der Beckerstrasse unterwegs, als er von mutmasslich arabisch stämmigen Jugendlichen angegriffen wurde. Sie sollen zudem seine Religion und seine Mutter beleidigt haben. Ausserdem drohten sie damit, das Kind umzubringen. Alter ist der erste Rabbi, der nach dem Holocaust in Deutschland ordiniert wurde. Er hatte eine Kippa getragen, weshalb die Vermutung naheliege, dass er wegen seines Glaubens angegriffen wurde, schreibt „Welt Online“. Alter wurde am Kopf verletzt, die Täter konnten unerkannt entkommen.

Die Beckerstrasse in Berlin-Schöneberg: Hier wurde ein Rabbiner offenbar aus antisemitischen Motiven angegriffen.

Die Beckerstrasse in Berlin-Schöneberg: Hier wurde ein Rabbiner offenbar aus antisemitischen Motiven angegriffen. Foto: Assenmacher / Wikipedia | CC-BY-SA 3.0

Vertreter aus Politik und Religion verurteilen die Tat unisono „auf´s Schärfste“. Dahingehend äusserten sich sowohl Berlins regierender Oberbürgermeister Klaus Wowereit (SPD), als auch der Innensenator Frank Henkel (CDU), sowie Moshe Kantor, Präsident des „European Jewish Congress“ (EJC).

Der Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, Walter Homolka, sagte am Donnerstag in einem Interview mit „Welt Online“, der Vorfall läute eine völlig neue Qualität von Antisemitismus ein. „Wir raten ab, auf der Strasse Kippa zu tragen“, sagte Homolka. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, es würde verstärkt vor Übergriffen auf Juden gewarnt. Meist gehe die Gewalt von jugendlichen Migranten aus. Die dpa zitierte Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung: „Es gibt in letzter Zeit mehr körperliche Attacken gegen Juden als in den vergangenen Jahren.“



Kategorien:Sicherheit

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