Obwohl Israel eine Bodenoffensive im Gaza-Streifen nur widerwillig starten würden, steigt der Druck auf die Regierung. Neue Geheimdienst-Berichte deuten darauf hin, dass die Hamas nachweisslich über chemische Sprengstoffe und Langstreckenraketen aus iranischer Produktion verfügen.
In Israel steigt der Druck auf die Regierung, die geplante Bodenoffensive im Gaza-Streifen durchzuführen. Wie der US-Sicherheitsdienst Stratfor berichtet, ist die Hamas im Besitz von Langstrecken-Raketen und chemischen Kampfstoffen. Eine Rakete, die gegen Tel Aviv abgefeuert worden war, soll eine solche Waffe gewesen sein. Stratfor beruft sich auf eigene Quellen, denen zufolge die Hamas diese Waffen aus iranischer Produktion bereits selbst im Gaza-Streifen herstellt. Somit wäre es für Israel sehr schwer, die Bedrohung mit Luftschlägen gegen die Raketenbasen im Gaza-Streifen zu stoppen. Aus diesen Grund ist ein Einmarsch absolut notwendig um auch die Produktionsstätten zu zerstören, nur somit sind die terroristischen Angriffe gegen die Bevölkerung Israels zu stoppen.
Obwohl Beobachter seit Jahren von dem Raketen-Arsenal der Hamas gewarnt hatten, war man in der israelischen Führung davon ausgegangen, den Konflikt mit der Hamas vom eigenen Territorium fernhalten zu könne. Israel hatte in den letzten Wochen viele Anstrengungen unternommen um die Transporte vom Iran in den Gaza-Streifen zu unterbinden, wie im letzten Monat im Sudan (wir berichteten).
Die Londoner Sunday Times berichtet, dass Fajr 5 Raketen der Hamas auch mit chemischen Sprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Die Times beruft sich dabei auf nicht genannte Quellen und berichtet weiter, dass die israelische Armee bereits einige Spezialkommandos in den Gaza-Streifen entsannt hätten, um derartige Waffen ausfindig zu machen. Die Kommandos werden dabei von einer Infantrie-Division vom Golan und zwei Panzer-Brigaden unterstützt. Die Hamas plane im Falle eines israelischen Einmarsch in Gaza, mit Selbstmordkommandos zu versuchen, den Israelis möglichst hohe Verluste zuzufügen.
Zahlreiche Stimmen in Israel warnen vor einem Einmarsch. In Erinnerung an die lange und letztlich erfolglose Invasion im Libanon vor einigen Jahren wird darauf verwiesen, dass ein Bodenkrieg das Problem der Hamas nicht lösen könne. Dagegen sei mit massiven Opfern der palästinenischen Zivilbevölkerung zu rechnen, eine in Israel längst nicht mehr mehrheitsfähige Vorgehensweise.
Auch die gezielte Tötung des Militärchefs der Hamas, Ahmad Jabari, wird von einigen prominenten Irsaelis als Fehler angesehen. Der in die Waffenstillstandsverhandlungen involvierte Israeli Gershon Baskin, der auch den Gefangenenaustausch zur Befreiung des israelischen Soldaten Gilad Shalit mit ausgehandelt hatte, sagte mehreren Medien, dass die Tötung sinnlos gewesen sei. Es stehen Äusserungen im Raum, Jabari hätte trotz seiner Funktion angeblich eher für einen Waffenstillstand mit Israel plädiert.
Allerdings herrscht in Israel zunehmend Empörung darüber, dass die EU die Hamas mit Milliarden Euro unterstützt und diese die eigene Bevölkerung hungern lasse. Es ist offenkundig, dass die Hamas erhebliche finanzielle Mittel für eine heimliche Aufrüstung verwendet habe und den Rest unter ihren eigenen Familienclans verteilt hat. Den Verantwortlichen in Europa wurden in den letzten Jahren unzählige Beweise für den Verbleib ihrer sogenannten humanitären Finanzhilfen vorgelegt. Ungeachtet dessen haben sie bewusst den Stellvertreterkrieg Irans gegen Israels Bevölkerung unterstützt. Die nichtssagenden Worte der europäischen Regierungen verwehen wie ein Staubkorn in der Wüste. Eine eher vorsichtige Hoffnung setzt man in Israel auf den ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi. Moris habe mehr gegen die Hamas unternommen als sein Vorgänger Hosni Mubarak, der stets ein doppeltes Spiel getrieben habe. So habe Morsi vor allem zahlreiche unterirdische Tunnelsysteme der Hamas zerstören lassen, wodurch die militärische Infrastruktur der Hamas deutlich geschwächt worden sei.
Für Israel könnte sich ein weiteres Problem stellen. Stratfor verweist darauf, dass die Hisbollah die Tatsache, dass die israelische Armee im Süden gebunden wäre, für Attacken im Norden des Landes nützen könnte. Zur Zeit allerdings gäbe es keine konkreten Anzeichen für eine derartige Taktik auf Seiten der Hisbollah. Denn die von Syrien finanzierte Terrororganisation riskiere einen Gegenschlag Israels, welcher der Hisbollah im schwelenden Bürgerkrieg im Libanon einen schweren Schaden zufügen könnte.
Kategorien:Sicherheit
Mossad plante die Überwachung russischer Oligarchen in Italien
Belege für Einsatz iranischer Drohnen in Ukraine
Was Israel aus Russlands-Krieg gegen die Ukraine lernen können
Sicherheitsrisiko Türkei – Iranische Attentäter warteten im Hotel
Hinterlasse einen Kommentar