Mitte März rettete er Edel Biton. Das dreijährige jüdische Mädchen war im Auto seiner Mutter in der Nähe von Ariel unterwegs. Als Palästinenser Steine warfen, verunglückte der Wagen, das Kind wurde lebensgefährlich verletzt. Der 36-jährige arabische Sanitäter Muavia Kabaha war Ersthelfer, und er war es auch vor zwei Jahren in der Siedlung Itamar: Terroristen hatten am Schabbatabend die Familie Vogel kaltblütig ermordet. Muavia Kabaha hört an solchen Tatorten oft schockierte Juden „Tod den Arabern!“ schreien. „In diesen Momenten bin ich gespalten. Ich helfe, wo ich kann, aber ich bin nun mal Araber.“ Schauplatz ist das biblische Kernland. Zwischen jüdischen Siedlungen und arabischen Dörfern geraten täglich Juden und Araber gleichermassen in Not. Erste Hilfe leisten ist Muavia Kabahas Aufgabe. Er leistet sie ohne Ansehen der Person.
Muavia Kabahas Erste Hilfe rettete der kleinen Edel das Leben. „Ich sagte mir: Wenn Araber es waren, die Edel umbringen wollten, dann müssen ihre Eltern jetzt instinktiv alle Araber hassen. Aber ich wollte die Kleine unbedingt besuchen. Sie ist im selben Alter wie mein Neffe. Also bin ich am nächsten Tag zur Intensivstation. Die Familie Biton war versammelt, sie hielten gerade einen Kiddusch. Ein paar Minuten war ich still, dann gab ich mich zu erkennen. Sie haben mich mit einer Liebe umarmt, die mich umwarf.“ Nicht nur die Angehörigen von Edel haben Kabaha ins Herz geschlossen, sondern ebenso Rabbi Ahron Cohen aus der Siedlung Yakir, wo sie wohnen. „Mit so einer Reaktion hätte ich nie gerechnet“, sagte Kabaha. „Da muss ein kleines Mädchen so schwer verletzt werden, damit ich solche Menschen kennenlernen darf!“
Kategorien:Gesellschaft

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