
In Israel haben Berichte über einen niederländischen Boykott von Erzeugnissen aus den umstrittenen Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem Kritik ausgelöst. Einem Bericht der niederländischen Zeitung «Trouw» zufolge würden zwei Supermarktketten keine Produkte mehr anbieten, die aus den genannten Gebieten stammen. «Dieser Boykott strotzt vor Heuchelei und verschlimmert nur das Problem, das es zu lösen vorgibt», zitierte die Zeitung «Jediot Achronot» Israels Aussenministerium. Unternehmen würden schon die Verlagerung ihrer Produktion aus Siedlungen nach Israel erwägen, schrieb die Zeitung.
Ein Sprecher von Aldi bestätigte gegenüber der holländischen Zeitung, dass die Firma sich zu diesem Schritt entschlossen habe, weil Aldi nicht wünsche, dass seine Produkte zum «Objekt einer Kontroverse» würden. Aldi betreibt Geschäfte in 16 europäischen Ländern ebenso wie in den USA und in Australien. Aus dem Artikel in «Trouw» geht nicht hervor, ob die Politik von Aldi hinsichtlich Güter aus der Westbank, Ost-Jerusalem und den Golanhöhen nur für die Niederlande gilt oder für alle internationalen Filialen des Konzerns.
Auch die mögliche Auszeichnungspflicht in der EU für Erzeugnisse aus den von den Palästinensern beanspruchten Gebieten sorgt in Israel für Unmut. Vergangene Woche hatte zudem die EU-Entscheidung Empörung ausgelöst, künftig die nach internationaler Auffassung illegalen Siedlungen aus allen Verträgen mit Israel auszuklammern.
Die Zeitung «Haaretz» veröffentlichte ein internes Schreiben der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton zur möglichen Verpflichtung, Waren aus den Siedlungen für die Einfuhr in die EU entsprechend zu kennzeichnen. «Made in Israel» sei irreführend bei Produkten aus Siedlungen, sagte eine Sprecherin Ashtons dazu auf Anfrage am Dienstag. Einen Termin gebe es aber noch nicht. (JNS)
Kategorien:Politik
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