Kein Aldi-Boykott


netherlands„Wir boykottieren Produkte aus den besetzten Gebieten nicht“, sagt eine Sprecherin.

Der holländische Zweig der deutschen Supermarktkette Aldi hat sich am Dienstag von der zuvor von einem Sprecher der Firma gemachten Bestätigung hinsichtlich eines Boykotts von Produkten aus der Westbank, Ostjerusalem und den Golanhöhen distanziert. „Aldi hält fest“, schrieb eine Vertreterin des holländischen Zweigs des Konzerns, „dass es Produkte aus den besetzten Gebieten nicht boykottiert.“ Der Brief der Supermarktkette war an das CIDI, das Informations- und Dokumentationszentrum über Israel, gerichtet. Das CIDI ist ausgesprochen pro-israelisch. Laetitia Gruwel, die Sprecherin von Aldi, betonte, der Konzern engagiere sich nicht in politischen oder religiösen Angelegenheiten. Aldi äusserte sich zu dem in einem weiteren Schreiben an den Schriftsteller und Journalisten Peter Finkelgruen.

Dem bekannten Schriftsteller und Journalisten Peter Finkelgruen, der 1942 als jüdisches Flüchtlingskind in Shanghai geboren wurde, liess diese Meldung keine Ruhe. Am 22. Juli schrieb er einen freundlichen Brief an ALDI. Darin beschrieb er sein Erschrecken über diese an die Nazi-Parole erinnernde Meldung “Kauft nicht bei Juden”  und bat um Aufklärung zu der Meldung in der Amsterdamer Zeitung “Trouw”.

Die deutsche Aldi-Zentrale “Aldi Inkoop B. V.” reagierte prommt. In ihrem Antwortschreiben vom 23.7. bemerkt Aldi:

“Sehr geehrter Herr Finkelgruen,

Ihre E-Mail haben wir über die Aldi-Verwaltung in Essen erhalten. Verständlicherweise hat das Gerücht eines Boykotts Sie sehr berührt. Dafür möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen.

Zu dem Boykott möchten wir Ihnen wie folgt antworten: Bei Aldi Holland, also auch international, ist keineswegs die Rede eines Boykotts von Produkten aus Israel. Aldi nimmt keine politische oder religiöse Stellungnahme ein. Eine allgemeine Vorgehensweise zu Produkten aus den israelischen Niederlassungen auf der Westbank und dem Golan-Gebiet gibt es aus diesem Grund bei uns nicht. Dies wurde mittlerweise ebenfalls in der niederländischen Presse richtiggestellt. Den Kauf von Artikeln beurteilen wir einzig nach Kriterien wie Qualität, Preis und Verfügbarkeit.

Wir hoffen, wir konnten Ihre Auffassung hiermit in die richtige Perspektive stellen.

Mit freundlichem Gruss
Aldi Inkoop B.V.”

Anders der niederländischer Konkurrent von Aldi, Hoogvliet, sowie die Marktkette Jumbo teilten sogleich mit, dass man ebenfalls einen Boykott israelischer Waren plane. Andere Supermarktketten in den Niederlanden dementierten hingegen, dass sie besondere Bestimmungen für Produkte aus Israel hätten. (JNS und Agenturen)



Kategorien:Politik

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