Mit hundert Jahren zum Generalmajor befördert


Itzhak Pundak

Itzhak Pundak

Nach fünfzigjährigem Kampf sieht Itzhak Pundak ein Unrecht korrigiert.

Im nächsten Monat wird Itzhak Pundak, Brigadegeneral d.R., in den Rang des Generalmajors befördert, nur ein Rang unter dem des Generalstabschefs. Wenn man bedenkt, dass Pundak einst das Panzerkorps der israelischen Armee kommandiert hatte, ist auf den ersten Blick nicht Aussergewöhnliches an Pundaks Beförderung.

Der zweite Blick hingegen offenbart sogar für israelische Verhältnisse recht Ungewöhnliches: Pundak hätte schon vor fast 60 Jahren befördert werden sollen, doch auch jetzt kommt der Akt gerade noch zur richtigen Zeit, feierte der Offizier vor zwei Monaten doch seinen hundertsten Geburtstag. Als erster Brigadegeneral in der Geschichte der IDF wurde Pundak als Offizier der Reserve zum Generalmajor befördert und nicht im Aktivdienst. Damit beendete Pundak den Kampf um die Korrektur einer Ungerechtigkeit, die in die 1950er Jahre zurückreicht.

Während des Unabhängigkeitskriegs von 1948 war Pundak Battalions- und Brigadekommandant, bevor er zum Befehlshaber des Panzerkorps ernannt wurde. 1954 versprach der damalige Generalstabschef Moshe Dayan dem heute Hundertjährigen, wie es damals üblich war, die Beförderung sobald er ein Jahr an der Spitze des Panzerkorps gedient haben würde. Nach fünf Monaten jedoch trat Dayan von seiner Zusage zurück, weil angeblich der damalige Verteidigungsminister Pinhas Lavon sein Veto eingelegt hatte. Nach Lavons Rücktritt offerierte Dayans Nachfolger Haim Laskov dem enttäuschten Pundak, ihm bei der Suche nach einem Job ausserhalb der Armee zu helfen.

Pundak verliess tatsächlich den aktiven Militärdienst und arbeitete an diversen zivilen Stellen, unter anderem im Aussenministerium. Später ersuchte Moshe Dayan Pundak, als Gouverneur des israelisch verwalteten Gazastreifens und des Nord-Sinais in den Aktividenst zurückzukehren. Pundak akzeptierte und wurde zum Brigadegeneral befördert. Sein damaliger Dienst war geprägt von verschiedenen Konfrontationen mit dem Leiter des Süd-Kommandos, einem gewissen Ariel Sharon.

Vor dem Ausbruch des Jom-Kippur-Kriegs 1973 trat Pundak endgültig aus dem aktiven Militärdienst aus. Fast 40 Jahre später erfolgte die längst fällige Beförderung zum Generalmajor. Kenner der Szene sind aber der Meinung, dass die Befürchtungen, Israels Militär werde sich in absehbarer Zeit mit der Tatsache befreunden müssen, einen über hundertjährigen Generalstabschef zu haben, unbegründet seien. [JU]



Kategorien:Gesellschaft

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