Wohnungsbau kommt nur schleppend in Gang


.In Israel werden zu wenig neue Wohnungen gebaut. Nur in den Siedlungen in Judäa und Samaria floriert die Bautätigkeit. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die das israelische Zentralbüro für Statistik jetzt veröffentlicht hat. Die Entwicklung ist politisch brisant: Nach den massiven Protesten von jungen Israelis gegen die enorm hohen Mietkosten hatte die Regierung 2011 entschieden, den Bau von Wohnungen im ganzen Land voranzutreiben. Durch ein grösseres Angebot an Wohnraum sollten die Mietpreise fallen. Doch das ist bislang nicht eingetreten.

Der Baufortschritt zeigt sich im ganzen Land unterschiedlich. Insgesamt wurde laut Statistikamt der Bau von rund 20.000 Wohnungen in der ersten Jahreshälfte begonnen. Das sind jedoch rund sechs Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2012. Geht es so weiter, können die anvisierten 50.000 Baustarts dieses Jahr nicht erreicht werden. Auffällig ist auch, dass der Abwärtstrend bereits im Jahr 2011 begonnen hat. Einen starken Anstieg hingegen ist in Judäa und Samaria zu sehen. Während überall im Land die Zahl der Neubauten rückläufig ist, gibt es im sogenannten Westjordanland einen Anstieg um rund 141 Prozent. Auch Jerusalem und Haifa können einen leichten Anstieg verzeichnen.

Trotz dieser grossen Unterschiede geht das Wohnungsbauministerium davon aus, bis Ende 2013 den Bau von 42.000 Wohnungen begonnen zu haben. Um die Zahl in die Höhe zu treiben, will das Ministerium den Verkauf von Land voranbringen. Als Hauptprobleme beim Wohnungsbau gelten fehlende Finanzen und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. (ih)



Kategorien:Wissenschaft

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