„Ich erwarte von der internationalen Gemeinschaft, die üblicherweise jeden Neubau oder gar die Renovierung eines Balkons in Gilo (Jerusalemer Wohnviertel im Ostteil) heftig kritisiert, nun auch im Fall der Entführung israelischer Jugendlicher Kritik zu üben“, forderte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gestern auf einer Pressekonferenz. Wer die ausländischen Medien verfolgt, versteht worauf Netanjahu hinaus will. Die Entführung der israelischen Kinder ist einfach nicht im Interesse der ausländischen Medien. Diese bezweifeln sogar, ob die palästinensische Terrororganisation Hamas tatsächlich dahinter steht.
Es stimmt, die radikale Hamasführung im Gazastreifen hält sich seit knapp fünf Tagen bedeckt – kein Wort über die Entführung. Die ausländischen Medien interpretieren dies, als ob die Hamas nichts damit zu tun habe oder nichts davon weiss. Dass dieselbe Hamasführung seit Jahren zu Entführungen von Israelis aufruft, um damit wiederholt palästinensische Strafhäftlinge im Geiselaustausch zu befreien, ist auf ein Mal unwichtig. Dass die Hamas ein Entführungsprospekt produziert hat, davon wollen die Medien nichts wissen?
Ein anderer Grund, weshalb die Hamas still bleibt, ist Angst. Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass bei der Entführung etwas schiefgelaufen ist und die Entführten nicht in den Gazastreifen oder Sinai verschleppt werden konnten. Israels Sicherheitskräfte operieren derzeit massiv im Raum von Hebron. Die Hamas in Gaza versteht, dass es so zu keinem produktiven Geiselaustausch kommen kann, deswegen macht es aus ihrer Sicht keinen Sinn, die Verantwortung zu übernehmen, was sofort zu einer israelischen Invasion des Gazastreifens führen könnte.
Darüber hinaus muss auch erwähnt werden, dass wir hier aus verschiedenen Gründen nicht alle Informationen freigeben dürfen. In den israelischen Medien haben mehrere Palästinenser aus dem Gazastreifen gesprochen, die sich vor einem neuen Krieg fürchten. „Die Hamasführung will nicht doppelt leer ausgehen, zum einen kein Geiselaustausch und zum anderen von Israel zerstörte Terrorinfrastrukturen im Gazastreifen“, sagte ein hochrangiger Militäroffizier. Eins ist sicher, auch wenn die entführten Jugendlichen in den nächsten Tagen oder Wochen gefunden oder befreit werden, so bereitet sich Israels Militär auf eine längere und grössere Operation gegen das Terrornetz Hamas im Gazastreifen und in Judäa und Samaria vor.
Kategorien:Sicherheit
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