Durch Mode will ein Frauengefängnis in Israel Insassinnen auf das Leben in Freiheit vorbereiten. Nun wurden die ersten Entwürfe präsentiert – Spitze neben Stacheldraht, Laufsteg neben Sicherheitszaun.
Einen kleinen Kalauer konnte sich selbst die sonst so nüchterne Nachrichtenagentur Associated Press nicht verkneifen. „Alarmiert die Mode-Polizei“, schrieb sie über die erste Modenschau in Israels Frauengefängnis Neve Tirza. Dort haben die weiblichen Insassen eine Kollektion entworfen und hergestellt, die nun präsentiert wurde.
Für einen Einsatz der Mode-Polizei besteht aber kein Grund. Die Entwürfe sind durchaus ansehnlich und tragbar, mit mehreren Anspielungen auf das Thema Gefängnis. Ein Kleid ist etwa mit einer Häftlingsnummer verziert. Da war es nur konsequent, Models die Mode direkt im Gefängnis vorführen zu lassen: Warten am Metalldetektor, vorbeistöckeln an Zäunen und Stacheldraht.
Man wolle durch Mode eine bessere Gesellschaft erschaffen, sagte ganz unbescheiden Yaniv Schwartz von der Designschule Studio 6B, die für das Projekt mit dem Gefängnis kooperierte. „Wir nutzen die Haftstrafen. Wir wollen, dass die Insassinnen bessere Chancen haben, wenn sie freikommen“, sagte eine Gefängnissprecherin. Eine ehemalige Gefangene habe sogar Modedesign studiert.
In dem Gefängnis – dem einzigen für Frauen in Israel – sind mehr als 200 Gefangene untergebracht.

Warten auf einen ungewöhnlichen Auftritt: In Israel haben Insassinnen eines Frauengefängnisses ihre eigene Modekollektion entworfen. Für die Präsentation wurden Models in den Knast geholt.

Bevor es losgehen konnte, mussten die Models durch die Sicherheitskontrolle: Warten am Metalldetektor, vorbeistöckeln an Zäunen und Stacheldraht.

Die Kulisse für die Modenschau war auch für die Models ungewöhnlich.

Statt von professionellen Make-up-Artists wurden die Models von den Gefangenen selbst geschminkt.

Einige Insassinnen machen während ihrer Haftzeit eine Ausbildung zur Friseurin oder Stylistin.

Nach dem Schminken dann die Anprobe der Kleider. Eine ehemalige Insassin soll dem Gefängnis zufolge Modedesign studiert haben.

Schicke Kleidung in karger Umgebung: Die Entwürfe der Frauen warten auf ihren großen Moment

Damit alles klappt, machen manche Models vor ihrem Auftritt hinter Gittern noch einmal einen Probelauf. Der rote Teppich ist der Laufsteg.

Auch dieses extravagante Rüschen-Brautkleid wurde von den Insassinnen kreiert.

Die Kreationen der Verurteilten sind durchaus ansehnlich und tragbar.

Nicht nur auf der Kleidung sind Anspielungen auf das Thema Gefängnis zu finden. Auch die Gesichter der Models wurden mit weißem Gittermuster bemalt.

Fertig machen, aufstellen, auf den Auftritt warten: Als alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, sieht es hinter dem Laufsteg ein bisschen so aus wie bei einer normalen Modenschau.
Kategorien:Gesellschaft
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