Ein Jerusalemer Gericht hat vor kurzem den „jüdischen Terroristen“ Jack Teitel zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte zwei Palästinenser umgebracht und versucht, zwei Israelis zu ermorden. Einer davon war ein sogenannter „messianischer“ Jugendliche Ami Ortiz, der zum Purim-Fest eine als Geschenk getarnte Bombe erhielt. Das Gericht befand, dass Teitel nicht geisteskrank sei.
Die „messianischen“ Juden in Israel – sie glauben, dass ihr Christus der Messias ist – verfolgten einen Aspekt der juristischen Auseinandersetzung mit grossem Interesse: Ami Ortiz erhielt nicht die staatlichen Entschädigungen, die normalerweise an Terroropfer bezahlt werden. Das israelische Verteidigungsministerium stuft Angriffe von Arabern auf Juden oder von Juden auf Araber als Terrorakte ein. Aber „Gewalt zwischen Juden“ gilt nicht als Terror, sondern als Kriminalfall.
„Gewalt zwischen Juden?“ – das liess viele aufhorchen. Denn der Staat Israel spricht vielen christlich orientierten Juden das Recht ab, noch als Juden zu gelten. Das wird beispielsweise so praktiziert, wenn es um das Einwanderungsrecht nach Israel geht. Amis Mutter, Leah Ortiz, bezeichnet die Verhältnisse gegenüber dem Magazin „israel heute“ als absurd: „Wenn es passt, sind wir Juden, wenn es nicht passt, sind wir keine“, stellte sie fest. Es sei ja schön, dass der Staat Israel sie nun neuerdings als Juden betrachte. Das ändere aber nichts daran, dass der Angriff auf Ami ein hasserfülltes Verbrechen war – genauso wie die Ermordung der beiden Palästinenser. „Wir haben zusammen mit unserem Rechtsanwalt ein Verfahren angestrengt, um das Verteidigungsministerium dazu zu bewegen, den Angriff auf Ami als Terrorattacke einzustufen“, unterstrich Leah. Ami habe noch eine jahrelange intensive und teure Behandlung vor sich.
Kategorien:Gesellschaft

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