JEWISH CLAIMS CONFERENCE – Urteil in Betrugsprozess


courtroomAm gestrigen Mittwoch sprach eine New Yorker Jury die drei Angeklagten in dem Verfahren wegen der Unterschlagung von 57 Millionen Dollar bei der Jewish Claims Conference schuldig.
 
Drei Jahre nach Aufdeckung eines Betrugs-Skandals im Hauptquartier der Jewish Claims Conference (JCC) hat eine Jury gestern in New York die drei Angeklagten Semen Domnitser, Oksana Romalis und Luba Kamrish schuldig gesprochen. Der zuständige Richter wird das Strafmass in den kommenden Tagen festlegen. Die JCC fungiert seit 1951 als die offizielle Vertretung der jüdischen Diaspora bei der Entschädigung von Holocaust-Opfern.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte zunächst 31 Personen angeklagt, an der Unterschlagung von insgesamt mindestens 57 Millionen Dollar beteiligt gewesen zu sein. Elf davon waren JCC-Angestellte. Insgesamt 28 Angeklagte haben inzwischen Geständnisse abgelegt und wurden teilweise zu hohen Haftstrafen sowie zu der Rückgabe von Geldern verurteilt. So konzentrierte sich das Verfahren auf den mutmasslichen Drahtzieher der Unterschlagungen, den langjährigen JCC-Mitarbeiter Semen Domnitser und die zwei Mitangeklagten.

Die Affäre geht auf den Februar 2010 zurück. Damals informierte das New Yorker JCC-Hauptquartier die Öffentlichkeit über die Unterschlagung von 350.000 Dollar aus einem Härtefonds für Holocaust-Überlebende. In den Monaten danach ergaben Überprüfungen weitere Unterschlagungen in Höhe von zuerst 42,5 Millionen und schliesslich 57 Millionen Dollar.

Der Betrug betrifft zwei nach 1980 von der JCC aufgelegte Härtefonds für bis dahin unbeachtet gebliebene jüdische Überlebende, meist aus Osteuropa. Auf deutschen Wunsch prüft die JCC Anträge für die Fonds und wickelt dann Zahlungen in Höhe von jeweils rund 3600 Dollar ab, die von der Bundesregierung finanziert werden. Der Verband hat bislang 410 000 von 630 000 Anträgen bewilligt. Das FBI hat darunter mindestens 5600 Zusprüche aufgrund gefälschter Anträge festgestellt.

Laut dem FBI haben Domnitser, der langjährige Leiter der JCC-Abteilung für die zwei Fonds, und einige seiner Mitarbeiter russische Einwanderer im New Yorker Stadtteil Brighton Beach über Zeitungsanzeigen Hilfe bei Entschädigungsforderungen angeboten. Die Betrüger füllten Anträge mit verfälschten Angaben aus, um die vorgegebenen Bedingungen für Mittel aus den Fonds zu erfüllen. Domnitser und seine Komplizen erhielten dann Anteile der «Wiedergutmachung» von den Empfängern, die anscheinend teilweise nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden oder nicht jüdisch sind.

Die JCC erklärte dem FBI und der New Yorker Staatsanwaltschaft nach dem Urteil ihre Dankbarkeit für die gründliche Aufklärungsarbeit. Der Verband wies zudem auf die anhaltende gute Zusammenarbeit mit Deutschland bei der Aushandlung neuer Entschädigungszahlungen für jüdische Nazi-Opfer hin. Demnach wird die JCC im laufenden Jahr 370 Millionen Dollar direkt an indivuduelle Überlebende auszahlen. Dazu sollen weitere 300 Millionen Dollar für medizinische und soziale Hilfsleistungen an bedürftige NS-Opfer kommen.

Die Claims Conference wies zudem darauf hin, dass die Organisation die nach dem Bekanntwerden der Unterschlagung von der Beratungsfirma Deloitte empfohlenen Massnahmen für die verbesserte Bearbeitung von Entschädigungsanträgen und -Auszahlungen bereits weitgehend umgesetzt hat.



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