
Der künftige iranische Präsident Hassan Rohani hat Israel als „Wunde im Körper der Muslime“ bezeichnet, die gereinigt werden müsse. Am Samstag soll Rohani vereidigt werden. Foto © AFP
Bei der traditionellen Massenkundgebung zum Al-Kuds-Tag an der Teheraner Universität warnt Irans Präsident Isral erneut vor „Ausrottung“. „Ein verheerender Sturm ist auf dem Weg, der die Wurzeln des Zionismus ausreissen wird“, sagte Ahmadinedschad.
Der Al-Kuds-Tag wird seit der iranischen Revolution 1979 jedes Jahr am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan begangen. Mit dem Tag soll gegen Israels Besatzung Jerusalems (arabisch Al-Kuds) protestiert und die Solidarität mit den Palästinensern bekundet werden.
Verbale Angriffe auf Israel gehören im Iran, der wie viele andere muslimische Staaten Israel nicht anerkennt, zum festen Bestandteil politischer Reden. Ahmadinedschad scheidet am Samstag aus dem Amt. Nachfolger wird der moderate Kleriker Hassan Rohani, der die Präsidentschaftswahl am 14. Juni bereits in der ersten Runde mit 51 Prozent der Stimmen gewann. Er hatte zuvor etwa eine Lockerung gesellschaftlicher Kontrollen und Verhandlungen im Atomstreit mit dem Westen versprochen.
Vor seiner Vereidigung als iranischer Präsident am Samstag hat Hassan Rohani anlässlich des Al-Kuds-Tags Israel als „Wunde im Körper der Muslime“ bezeichnet. Die laufenden Verhandlungen mit den Palästinensern bewertete der Geistliche als Vorwand Israels, ein friedliches Bild von sich zu vermitteln. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte daraufhin, die Äusserungen zeigten das „wahre Gesicht“ Rohanis.
„Das zionistische Regime ist seit Jahren eine Wunde im Körper der muslimischen Welt, die gereinigt werden muss“, sagte Rohani. Mit Blick auf die Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern sagte er, Israel nutze diese, um seiner „aggressiven Natur“ zum Trotz eine „friedliche Erscheinung“ zu vermitteln. Rohani äusserte sich anlässlich des Al-Kuds-Tags, mit dem seit der iranischen Revolution 1979 am letzten Tag des Fastenmonats Ramadan gegen die Besatzung Jerusalems (Al-Kuds) protestiert wird.
Netanjahu erklärte, Rohanis Äusserungen zeigten sein wahres Gesicht früher als erwartet. Sie zeigten, „was dieser Mann denkt, und spiegeln die Pläne des Regimes wider“. Seit der Wahl Rohanis drängt Netanjahu den Westen, den Druck auf den Iran nicht abzuschwächen. Beobachter warnen dagegen, dass die Gelegenheit für eine diplomatische Lösung nicht verpasst werden sollte. (JNS und Agenturen)
Kategorien:Nahost
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