Israel liefert den Palästinensern mehr Wasser, als in den Verträgen von Oslo vereinbart wurde. Das geht aus Unterlagen der israelischen Wasserbehörde hervor. Sie hält den vom Westen ständig wiederholten Vorwurf, der jüdische Staat stehle den Palästinensern in Judäa und Samaria das Wasser, für einen Mythos. Nach israelischer Darstellung ist genau das Gegenteil der Fall: Die Palästinenser erhalten nicht nur die ihnen zugesagte Wassermenge, sondern haben eine Vielzahl von Brunnen gebohrt, um weitere Wasserquellen anzuzapfen. Nach den Osloer Verträgen sei dies illegal.
Die Wasserbehörde hatte bereits im Jahr 2012 ausführliches Zahlenmaterial vorgelegt. Damals hatte es wegen der Wasserproblematik Boykottaufrufe gegen den jüdischen Staat gegeben. Den Angaben zufolge liefert Israel 46 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr nach Jüdäa und Samaria, dem sogenannten „Westjordanland“. Insgesamt erhielten die Palästinenser 52 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr. Zusätzlich hätten die Palästinenser über 300 illegale Brunnen gebohrt, um sich zusätzliches Wasser zu verschaffen – nach Darstellung der Wasserbehörde ein klarer Bruch internationalen Rechts.
Nun schob die Wasserbehörde neue Zahlen nach. EU-Parlamentspräsident Schulz hatte behauptet, jeder Israeli habe 4,12 Mal mehr Wasser zur Verfügung als ein Palästinenser. Den israelischen Zahlen zufolge verfügt ein Israeli tatsächlich nur über 1,21 Mal mehr Wasser, und die Verhältnisse glichen sich zudem immer weiter an.
Ferner hätten die Palästinenser zugesagt, Kläranlagen zu bauen. Dafür seien ihnen 500 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Doch die vereinbarten Anlagen wurden nie errichtet. Stattdessen fliessen – insbesondere aus dem Gazastreifen – Abwässer noch immer unbehandelt ins Mittelmeer, was auch von Umweltschützern in jüngster Vergangenheit beklagt wurde.
Kategorien:Nahost
1. Juni – Internationaler Farhud-Tag
Mitglieder der «Höhle der Löwen»-Zelle festgenommen
20.000 zusätzliche Arbeitsgenehmigungen für Palästinenser
Syrien setzt Flüge von und nach Damaskus aus
Hinterlasse einen Kommentar