Nach einem Besuch im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau stehen ein bekannter palästinensischer Professor und 30 seiner Studenten im Mittelpunkt einer heftigen Kontroverse. Die palästinensischen Studenten sollten sich mit den Leiden der Juden in der Nazizeit auseinander setzen und mehr über den Holocaust erfahren. Dafür sehen sie sich nun heftigen Anfeindungen ausgesetzt.
Professor Mohammed Dajani (im Bild) von der Al-Quds-Universität in Jerusalem wurde von seinen Landsleuten schon mehrfach kritisiert, weil er versucht, die Beziehung zwischen Arabern und Juden zu normalisieren. Doch die Studienreise ins KZ Auschwitz brachte nun das Fass zum Überlaufen. Der israelisch-arabische Journalist Khaled Abu Toameh vom Gatestone-Institut berichtet, diese Reise habe erhebliche Kontroversen in palästinensischen Medien ausgelöst. Nach und nach verurteilen immer mehr Medien in den Palästinensischen Autonomiegebieten Dajani und diejenigen, die ihn auf der Reise begleitet haben. Sogar von der Forderung, den Professor und seine Studenten zu bestrafen, ist die Rede. Andere muslemische Medien sprechen von Hochverrat und Kollaboration mit dem Feind.
Die Al-Quds-Universität war schnell darin, sich in einer offiziellen Stellungnahme von Professor Dajani (Bild) zu distanzieren. Er sei nicht berechtigt gewesen, solch eine Studienreise durchzuführen.
Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) tat wie immer ihr Bestes, um Gras über die Sache wachsen zu lassen: Sie sagte gar nichts. Offenbar wollte die PA keine weitere internationale Kontroverse auslösen, indem sie eine feindliche Position zum Holocaust einnimmt.
Durch das ganze Fiasko wird deutlich, dass die Palästinensische Autonomiebehörde sehr erfolgreich war in ihren jahrzehntelangen Bemühungen, eine neue Generation von Palästinenser zu erziehen, die die Juden als Feinde betrachten und die sofort misstrauisch werden, sobald Juden in einem sympathischen Licht gezeigt werden. (ih)
Kategorien:Nahost

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