Jerusalems Osten versinkt im Müll


Der Osten der „goldenen Stadt“ versinkt im Dreck

Der Osten der „goldenen Stadt“ versinkt im Dreck

Die israelische Hauptstadt verliert den Kampf gegen die Flut von Müll auf ihren Strassen, besonders im Ostteil der Stadt. In den arabischen Stadtteilen schwelen immer mehr Müllberge, der beissende Brandrauch zieht durch die Strassen. Die Müllabfuhr schafft es nicht, den Abfall zu entsorgen. Bürgermeister Nir Barkat hat nun angekündigt, weiteres Personal einzustellen. Die „goldene Stadt“ soll nicht noch mehr im Dreck versinken.

Der Abfall auf Jerusalems Strassen war bereits ein zentrales Thema im Bürgermeister-Wahlkampf vor sechs Monaten. Moshe Leon, der gegen Amtsinhaber Nir Barkat antrat und verlor, sieht beim Thema Müll die grössten Versäumnisse im Rathaus.

„Wenn die Einwohner an erster Stelle stehen, wird die Stadt sauber sein“, lautete einer von Moshe Leons Grundsätzen. Er versprach, Hunderte neuer Müllmänner einzustellen. Leon hatte Recht, was das Lebensgefühl vieler Jerusalemer betrifft: Obwohl sich die Stadt mausert und sich mit neuen Strassen, Marathonläufen und Formel 1-Schaurennen viel entwickelt hat, werden andere Dinge im Rathaus offenbar schlichtweg übersehen: Die alten Strassen, Spielplätze und Einkaufszentren. An vielen Stellen ist es einfach nur dreckig. Sogar Barkat gab während seines Wahlkampfes zu, dass die Stadt nicht sauber genug sei. Er sagte, seine Versuche, die Müllabfuhr zu privatisieren, seien von der Gewerkschaft vereitelt worden. Er versprach für deine zweite Amtszeit eine wirkliche Veränderung.

Um sich einen Überblick über die Dreck-Situation zu verschaffen, hat sie Stadt eine Beschwerde-Hotline eingerichtet. Jedoch haben sich aber die meisten Jerusalemer Bürger mittlerweile an den ständigen Dreck gewöhnt – oder sie haben die Hoffnung, dass sich irgendetwas ändern könnte aufgegeben, so dass so gut wie niemand diese Hotline anruft.

In vielen Gegenden Jerusalems muss man nur seiner Nase folgen, um auf Abfallhaufen zu stossen. In Ost-Jerusalem ist der Geruch am strengsten, besonders in den Gebieten jenseits der Trennmauer. Dort, wo etwa 70.000 bis 100.000 Menschen leben, sind städtische Dienstleistungen weitgehend zusammengebrochen, einschliesslich der Abwasserentsorgung und Müllabfuhr. Die dortige arabische Bevölkerung ist zu schnell gewachsen.

Die Stadt verspricht Verbesserungen: Es wurden Dutzende weitere Müllarbeiter eingestellt, mehr Mülltonnen aufgestellt und es wird verstärkt Werbekampagnen geben, die die Bürger darauf hinweisen, keinen Müll auf die Strasse zu werfen. (ih)



Kategorien:Gesellschaft

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