Emails zwischen jungen jüdischen Siedlern, die jetzt an die Öffentlichkeit gelangten, haben bei vielen Israelis Sorgen ausgelöst. Sie befürchten, dass die Nation auf einen Bürgerkrieg zusteuern könnte. Bei dem Schriftverkehr ging es darum, wer künftig in Judäa und Samaria das Sagen hat – in den Gebieten also, die von den Palästinensern für sich beansprucht werden. Mehrfach wurden dort bereits jüdische Häuser von der Armee zerstört. Einige junge Juden wollen sich dagegen gewaltsam zur Wehr setzen.
Allen ist noch der erzwungene Abzug der Juden aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 in Erinnerung. Damals war das Gebiet trotz aller Proteste gewaltsam geräumt worden.
Ein erneuter Konflikt zwischen den Soldaten und den Siedlern könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass Juden jüdisches Blut vergiessen.
In den vergangenen Monaten haben die israelischen Behörden mehrere Male illegal errichtete Häuser im sogenannten Westjordanland abgerissen. In der Siedlung Yitzhar kam es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Das führte dazu, dass Einwohner, die in einem lokalen Email-Verteiler eingetragen sind, begonnen haben darüber zu diskutieren, inwieweit es erlaubt sei, einen israelischen Soldaten zu töten, um die Siedlung zu schützen.
„Ich unterstütze das Steinewerfen (bei Juden, und auf Araber natürlich erst recht) unter gewissen Umständen, auch mit dem Risiko, dass einer der Steine einen Soldaten töten könnte“, schrieb eine junge Frau. Sie wurde daraufhin wegen Anstiftung zur Gewalt festgenommen. Ein 17-jähriges Mädchen aus der Gemeinde antwortete auf diese Email: „Es gibt kein jüdisches Gebot gegen die Tötung eines Soldaten, der unsere Häuser abreisst.“
Dieser Emailverkehr wurde von dem Ältestenrat der Siedlung Yitzhar sowie von Vertretern der Siedlerbewegung sofort verurteilt. Die Mutter der verurteilten Frau erklärte jedoch, das Problem werde weiter wachsen, weil die junge Generation dabei zuschaue, wie die Regierung den Feinden Israels andauernd Zugeständnisse mache. „Die junge Generation ist es leid, Angst zu haben“, klagte die Mutter gegenüber der Zeitung Yediot Ahronot. Die israelische Nation sei lebendig und gesund. Das Land müsse noch stärker werden, um ein Vorbild für andere Länder zu sein.
Ein weiterer Grund, der die Angst vor einem Bürgerkrieg schürt, ist die feindselige Art und Weise, wie die jüdischen Siedler in den meisten israelischen Medien dargestellt werden. Diese Darstellung wird als Grund genannt, warum die Polizei oft so hart gegen junge Siedler vorgeht. Ihren Beitrag zur derzeitigen Situation haben auch linke jüdische Politiker geleistet mit Aussagen wie „die Siedler sind nicht mehr unsere Brüder.“ (ih)
Kategorien:Sicherheit
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