
Ultraorthodoxe Anti-Zionisten verbrennen israelische Flaggen, während der Rest des Landes den Unabhängigkeitstag feiert.
Für viele Ultraorthodoxe ist „Zionismus“ ein schmutziges Wort. Und der Unabhängigkeitstag, den die Israelis vergangene Woche gefeiert haben, war für sie ein schmutziger, schlechter Tag. Doch einen ultraorthodoxen Juden in einen überzeugten Zionisten zu verwandeln, ist eine ganz andere Geschichte. Und doch es gibt Ausnahmen.
Als ein Beispiel hierfür steht Chava (Name geändert), sie ist eine 23-jährige ultraorthodoxe Jüdin (Haredi). „Das war mein erster Unabhängigkeitstag“, freut sie sich. „In meiner Familie durften wir den Tag früher nicht einmal erwähnen. Wir schlossen die Fensterläden, damit wir nicht sahen, was die abscheulichen Goyim (abfälliges Wort für Nichtjuden) in den Strassen trieben.“ Die meisten Haredi nennen den Unabhängigkeitstag „Zwiebeltag“, für sie ist der Feiertag heidnisch und schmutzig. „Wir hassten Israel. Meine Eltern wollten nicht, dass wir uns als Israelis fühlen. Mein Vater wollte mit uns nach Amerika auswandern“, berichtet Chava.
Eines Tages hatte sich für Chaca alles verändert. „Als ich die Sirenen gehört habe, die an die gefallenen Soldaten erinnern, die ihr Leben für diese Nation gegeben haben, da stand ich auf, und mein Herzschlag setzte kurz aus“, erzählt Chava. „Ich verstand zum ersten Mal, wie viel die Menschen in Israel, mein Volk, geopfert haben, um uns wieder in dieses Land zu bringen, um eine Nation zu formen, eine Nation und ein Zuhause für das jüdische Volk“, erläutert Chava begeistert.
Heute ist Chava peinlich berührt wenn sie daran denkt, nie den tapferen Männern und Frauen, die ihr Leben für Israel gelassen haben, gedankt zu haben. Heute gibt sie zu, sie sogar verachtet und gehasst zu haben. „Ich danke Jesus, weil er mir die Augen geöffnet hat. Er hat meinem Leben einen Sinn gegeben. Ich verstehe jetzt, wie wichtig es ist, Respekt zu zeigen, für alle Menschen in diesem Land.“
Chava war begeistert von ihrem ersten Unabhängigkeitstag. „Heute bin ich stolz, eine Israeli zu sein. Ich bin froh, in diesem Land zu leben und ein Teil des Volkes zu sein. Gott liebt unser Volk, er liebt alle Menschen. Die Religiösen, die Nichtreligiösen, die Araber und die Juden. Er liebt uns alle“, sagt Chava lächelnd.
Kategorien:Gesellschaft
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